31.7.01, 00.00 Uhr:
Mittwoch: evtl. Castortransport durch Bochum
Der bisher grösste Atommülltransport mit insgesamt zwölf Behältern aus fünf AKWs soll ab heute, Dienstag, 31.7., rollen: Aus den AKWs Stade (bei Hamburg), Brunsbüttel (bei Bremen), Philippsburg (bei Mannheim), Mülheim-Kärlich (bei Koblenz, südl. Bonn) und Neckarwestheim (nördl. Stuttgart) soll der strahlende Müll nach Wörth (Rheinland-Pfalz) und von dort zusammengekoppelt nach Frankreich rollen, um in die Wiederaufarbeitungsanlagen La Hague und Sellafield (nur Neckarwestheim) gebracht zu werden. Da der letzte Castor-Transport aus Stade evtl. durch Bochum gelaufen ist, bittet das Bochumer Atom-Plenum darum, sich bei den einschlägig verdächtigen Leuten zu erkundigen, wo und wann evtl. am Mittwoch Aktionen laufen.


25.7.01, 13.30 Uhr:
Wird "Tanzen zwischen den Stühlen" kriminalisiert?
Nach den Polizeiübergriffen auf die Spontandemonstration am 6. Dezember 2000 gegen die Räumung der Alten Feuerwache wurden etliche Demonstrationen in Bochum nicht mehr bei der Polizei angemeldet. Erst bei der Demonstration am 30.4., "Tanzen zwischen den Stühlen", ging wieder alles seinen geregelten Gang: Die Demonstration wurde angemeldet, und es gab eine Absprache mit der Polizei über den Ablauf der Veranstaltung. Gegen die Anmelderin der Demonstration läuft inzwischen ein Ermittlungsverfahren. Sie soll zu strafbaren Handlungen aufgerufen haben.

24.7.01, 18.30 Uhr:
Mittwoch, 25.7., 16.15 Uhr, Bochum Hauptbahnhof, Aufbruch nach Köln:
Demonstration gegen die Polizeibrutalität in Genua
Viele linke Gruppen in Bochum rufen zur Teilnahme an der Demonstration in Köln auf. Treffpunkt ist um 16.15 Uhr im Hauptbahnhof. Abfahrt ist um 16.27 Uhr mit dem Regionalexpress. Die Demonstration beginnt um 18.00 Uhr auf dem Rudolfplatz in Köln. Näheres.

23.7.01, 14.00 Uhr:
"Wir hätten den Müll in Bochum doch sehr vermisst“

Der Landessprecher des Verkehrsclub Deutschland, Jürgen Eichel, hat die Dosen-Haltung des Bochumer Landtagsabgeordneten Wolfgang Clement, Ministerpräsident in NRW, kommentiert:
"Mit Verärgerung habe ich zur Kenntnis genommmen, dass die Einführung eines Pfandes für alle Getränkedosen auch an der Enthaltung des Landes NRW im Bundesrat gescheitert ist. Damit hat ausgerechnet der Bochumer Wolfgang Clement eine sinnvolle Lösung verhindert. Seit Jahren drücken - auch in Bochum - große Unternehmen billige Getränkedosen in den Markt und gefährden dabei auch regionale Produktion, die häufig in Mehrweg-Flaschen erfolgt. Das hat auch verkehrliche Konsequenzen: Je mehr Dose, desto mehr Transporte auch über weite Entfernungen. Gerade am Beispiel der Bochumer Fiege-Brauerei läßt sich das verdeutlichen: Dort wurde jahrelang kein Bier in Dosen produziert und erst jetzt dem Druck nachgegeben. Da Dosen aber nicht vor Ort abgefüllt werden können, wird nun das Bochumer Bier mit Tankwagen bis an die holländische Grenze transportiert, dort in Dosen abgefüllt und dann wieder zurückgefahren.
Den Grund für diese Fehlentwicklung: Lkw-Verkehr ist zu billig, ebenso Getränkedosen. Sinnvoll sind daher entsprechende Abgaben bzw. wenigstens das Dosenpfand. Wer kürzlich zu „Bochum Total“ über den total vermüllten Südring ging, konnte dort gute Argumente dafür sehen! Mit der vorläufigen Verhinderung dieser Lösung hat der Bochumer Clement dem Land einen schlechten Dienst erwiesen. Kommen wird das Pfand wohl trotzdem - gemäss der gültigen Regelung dann nur für Bier und Mineralwasser. Unabhängig davon gilt: Die Priorität für Getränke aus Mehrwegflaschen von Herstellern aus der Region ist umweltfreundlich und hilft Lkw-Verkehr vermeiden. Kürzlich befestigten unbekannte Aktive an der Tür des SPD-Büros an der Alleestraße einige auf eine Schnur gezogene Dosen, dazu die ironische Aufschrift: „Danke NRW-SPD - Wir hätten den Müll in Bochum doch sehr vermisst“ - dem ist nichts hinzuzufügen."
21.7. 08.00 Uhr:
Mailinglisten werden umgestellt
Über bo-alternativ.de wurden bisher mehr als 20 Mailinglisten von Gruppen und Initiativen in Bochum verwaltet. Mit dem in dieser Woche erfolgten Umzug auf einen anderen Rechner ist das - zumindestens zunächst - nicht mehr möglich. Die Firma pronetics, die diese Internetseiten und alles, was damit in Verbindung steht, kostenlos zur Verfügung stellt, hat neue Mailinglisten erstellt. Näheres erfahren alle Teilnehmenden im Laufe des Wochenendes.

20.7.01, 21.30 Uhr:, aktualisiert 21.7. 06.00 Uhr:
Kopfschuss aus einem Meter Entfernung und anschließend überfahren
Ein Demonstrant ist in Genua, wo zur Zeit das Treffen der Regierungschefs der mächtigeren Volkswirtschaften stattfindet (G 8 Treffen), durch ein oder zwei Kopfschüsse eines Polizisten getötet worden und anschließend von dem Jeep überfahren worden, in dem der Täter saß. Die Berichterstattung des WDR um 21.00 legt es nahe, von Mord zu sprechen. Um 20.30 Uhr trafen sich mehrere Leute im Bahnhof Langendreer und mobilisierten zu einer Demonstration am Freitag um 23.00 Uhr vor dem italienischen Konsulat in Köln und zu einer weiteren Demonstration am heutigen Samstag um 12.00 Uhr vor der italienischen Botschaft in Bonn.
Die Bochumer DemonstrantInnen berichteten von einem äußerst brutalem Vorgehen der Polizei in Köln. Die 400 DemonstrantInnen wurden längere Zeit eingekesselt. Mehrere von ihnen wurden festgenommen.
Nähere Informationen über die Vorgänge in Genua und über die Proteste in unserer Gegend sind zu finden bei:
http://de.indymedia.org/

19.7.01, 16.30 Uhr:

Freitag, 20. Juni, 18.00 Uhr, Hauptbahnhof

Am Freitag startet um 18.00 Uhr am Bochumer Hauptbahnhof Bocycle III. Mit von der Partie ist die Gruppe Black Ash, die zunächst auf einem LKW zwischen den Fahrrädern, und anschließend auf dem Konrad - Adenauer - Platz, Regae vom feinsten bietet. Das Bochumer Verkehrsbündnis will mit dieser Aktion darauf aufmerksam machen, wie viel Bochum an Klima gewinnt, wenn Fahrräder das Stadtbild bestimmen.

19.7.01, 10.30 Uhr:
JungdemokratInnen/Junge Linke NRW ziehen nach Bochum
Die
JungdemokratInnen/Junge Linke NRW werden spätestens zum Ende diesen Jahres ihr Büro in Wuppertal verlassen und mit ihren beiden Bildungswerken (Ludwig Quidde Forum und Bildungswerk Soziokultureller Zentren) nach Bochum ziehen. Hierfür suchen sie noch 80 - 100 qm sehr preisgünstigen Büroraum. Das neue Büro muss nicht in der City liegen, sollte aber mit dem ÖPNV leicht zu erreichen sein. Tipps und Angebote an: info@jungdemokratInnen.de
19.7.01, 08.00 Uhr:
6. August: Prozess gegen drei Aktive des Antirassistischen Zentrums
Am 6. August findet ein Prozess gegen drei BesetzerInnen der Alten Feuerwache statt. Am 2. Dezember 2000 war die Alte Feuerwache besetzt worden, um hier ein Antirassistisches Zentrum (AZ) aufzubauen
(siehe auch AZ-Chronik). Am 6. Dezember ließ die Stadt Bochum das Gebäude mit einem massiven Polizeiaufgebot räumen. Am 30. Januar schauten vier Aktive des AZ in der alten Feuerwache nach, wie es dort nun aussieht. Dabei wurden sie festgenommen (siehe Meldung vom 30.1.). Der Oberbürgermeister (OB) der Stadt Bochum erstattete Anzeige. Die Stadt schickte den Festgenommenen eine Schadensersatzrechnung in Höhe von mehr als 7.200 DM. Trotz des Drängens vieler besonnener Menschen ist der OB nicht bereit, die Strafanzeigen der Stadt zurückzuziehen, um eine politische Lösung in der Auseinandersetzung um ein nicht-kommerzielles Zentrum in der Innenstadt zu erleichtern.
Gegen den vierten der Festgenommenen läuft der Prozess in Hildesheim.


18.7.01, 15.45 Uhr:
Meilenweit frei atmen!
Dirk Erlenkämper und Karsten Goldack, beides Vorstandsmitglieder des Bochumer Fahrradclubs ADFC, haben eine Firma gegründet: "meilenweit - Alles für Reiseradler". Ein Blick auf ihre
Internet-Seite zeigt, dass hier ein Hobby zum Beruf gemacht wurde. Sie wollen per Internet hochwertige Produkte verkaufen. In der aktuellen Zeitschrift des Bochumer ADFC, frei atmen!, findet ihre Firmengründung keine Erwähnung. Hier wird im redaktionellen Teil mit einem guten Testbericht für die Tchibo-Kollektion geworben, die jedes Frühjahr auf den Markt kommt. Auch die Bochumer Radläden, die Anzeigen in der ADFC-Zeitschrift schalten, dürften leicht verbittert sein. Nur wenige Zeitschriften leisten es sich, so unabhängig - d.h. mit so wenig Rücksichtnahme auf HerausgeberInnen und AnzeigenkundInnen - zu publizieren.

18.7.01, 15.30 Uhr:
Neu auf bo-alternativ.de:
frei atmen! 3 2001, die Zeitschrift des ADFC, ist als PDF-Datei im Netz. In der Linkliste - auf der rechten Seite - sind neu: SoliLinks (gewerkschaftliche Infos), no-budget-arts (KünstlerInnen-Agentur, die u.a. das Event in der leeren Brinkmann-Filiale organisiert hat) und gesternwarmorgen.de (siehe nächste Meldung).

18.7.01, 08.00 Uhr:
Im Dialog: Punks und Bermuda-Schankwirt
Wolfgang Wendland hat seine monatliche Demonstration auf dem Konrad-Adenauer-Platz abgesagt. "Die für den 21. 7. vorgesehene Kundgebung entfällt, da sowohl GegnerInnen der Privatisierung, als auch aus dem Bereich der Schankwirtschaften ein Interesse bekundet wurde, über den Platz und seine Zukunft zu diskutieren", heißt es auf seiner homepage gesternwarmorgen.de. Am 18.8. wird dann voraussichtlich über die Planungen diskutiert, die die Bermuda-Gastronomie zusammen mit der IHK für den Platz vor dem Mandragora entwickelt hat.

17.7.01, 19.00 Uhr:
Bürgerbüro - BürgerInnenbüro
In einem offenen Brief an den Oberbürgermeister und seine Stellvertreterinnen schreibt Ulrike Janz vom Frauenbuchladen Amazonas: "Wie ich bereits an verschiedener Stelle öffentlich mitgeteilt habe (u.a. auf der Veranstaltung der Gleichstellungsstelle zum 8. März 2001), ist mir der mittlerweile nicht mehr ganz neue Name des Bochumer "Bürgerbüros" ein Dorn im Auge und ein großes Ärgernis. Als Frau, Feministin und Bürgerin dieser Stadt empfinde ich dieses Aushängeschild der Stadt Bochum persönlich als Beleidigung und als Affront gegenüber allen Bürgerinnen dieser Stadt. Diese Bezeichnung ist anachronistisch, ignorant und im Zusammenhang mit dem Landesgleichstellungsgesetz geradezu grotesk. Wie will die Stadt Bochum glaubwürdige Gleichstellungspolitik, bzw. erfolgreiches Gendermainstreaming betreiben, wenn bereits auf der einfachen Ebene der sprachlichen Umsetzung, so fahrlässig gehandelt wird. Ich fordere Sie auf, möglichst bald eine Umbennenung dieser Einrichtung, die sich als offensiv im Interesse aller Bürger und Bürgerinnen dieser Stadt verstehen muss, vorzunehmen."
Der ganze Brief im Wortlaut.

17.7.01, 08.00 Uhr, aktualisiert 18. 7. 23.00 Uhr:
bsz - Schwerpunkt: Gipfel in Genua
Mit der am Mittwoch erschienenen Ausgabe geht die Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung – bsz -in die Sommerpause. Eine umfangreiche Sommerausgabe wird es dann am 18. August geben, bevor ab dem 5. September der wöchentliche Erscheinungsrhythmus wieder beginnt. In der aktuellen Ausgabe findet sich viel Interessantes zum Gipfel in Genua. Ein Beitrag beleuchtet den Nazi-Hintergrund des "Satanmordes" in Witten. In einer neuen Kolumne „Support your local scene“, in der in Zukunft regelmäßig Bands aus Bochum und Umgebung vorgestellt werden sollen, wird mit "Noizbleed" aus Bochum begonnen.
Mit den ersten vier äußerst gelungen Ausgaben hat die bsz sicherlich über die Uni hinaus eine interessierte LeserInnenschaft gewonnen. Die Zugriffszahlen auf die PDF-Dateien der bsz (mehr als 400 für die letze Ausgabe) deuten darauf hin, dass es mehr InteressentInnen als gedruckte Exemplare gibt.
Zur online-Ausgabe der bsz.


16.7.01, 00.00 Uhr:
Kaukasische - Kreidekreis - Kritik
"Es war ein eher biederer Theaterabend, der da zu Ende ging, eine Einstudierung, die die besonderen Voraussetzungen der Jahrhunderthalle nur bedingt berücksichtigt hatte." heißt es in der WAZ. "Wie stets, so ist auch diesmal die Halle selbst einer der Hauptakteure, doch noch nie stand sie dabei so im Mittelpunkt." schreibt der Kritiker der Ruhr-Nachrichten.
WAZ: "Bis auf wenige Ausnahmen - wenn sich das Gestänge zum Kaukasus-Massiv verwandelt - wurden die Szenen als eine Art Nummernrevue auf kleinen optisch hervorgehobenen Spielflächen dargeboten, die Handlung wurde abgefragt: ohne sonderliche Dynamik und Faszination." Ruhr-Nachrichten: "Virtuos und erfahrungssicher hat Regisseur Axel Walter die Spielorte als Blickfänge angeordnet, zugleich opulente Kulisse und neutralen Assoziationsraum dadurch erschaffend. Eine weitere Ebene hat er durch die Erweckung des Chors "eingezogen" - die sensationelle Arbeit der Leiterin Kerstin Gennet schuf aus der Musik Paul Dessaus und Ralf Gotteslebens eine strahlende Klangkuppel unterhalb des Rippengewölbes."
Selten gab es in den beiden Bochumer Lokalblättern so extrem gegensätzliche Kritiken, wie über die Uraufführung der Stahlhausen-Enterprise-Produktion des "Kaukasischen Kreidekreis" am Samstag in der Jahrhunderthalle. Die Bewertung von Werner Streletz in der WAZ erklärt sich vielleicht aus der Tatsache, dass er - wie er schreibt - zu weit rechts gesessen und nicht alles mitbekommen hat. Auch er berichtet: "Das Publikum bedankte sich für die Inszenierung des Brecht-Klassikers mit großem Beifall." Tipp: Früh hingehen und eher links sitzen, dort spielt die Musik - in diesem Fall der Chor!
Näheres:
Werner Streletz in der WAZ und Peter van Dyk in den Ruhr-Nachrichten


15.7.01, 13.00 Uhr:
"Viterra, mit der Lizenz zum Gelddrucken"
Viterra, die größte deutsche Wohnungsgesellschaft, prüft derzeit - nach Angaben mehrerer Medien - einen Strafantrag wegen Verleumdung gegen den
Mieterverein Bochum. Der hatte den öffentlichen Vorwurf erhoben, Viterra rechne bei der Umstellung auf den Euro zu Lasten der MieterInnen um. Diesen Vorwurf solle der Mieterverein zurücknehmen und auf seiner Internetseite die entsprechende Korrektur vornehmen.
Auf der Internetseite des Mietervereins heißt es: "Aufpassen beim Euro!
Wie könnte es anders sein: Ausgerechnet die Viterra, bekannt dafür, sich gerne mal auf Kosten ihrer Mieter zu 'verrechnen', hat sich bei Fehlern bei der Euro-Umstellung erwischen lassen! Inzwischen kamen die ersten Mitglieder in die Sprechstunde des Mietervereins, die mit der Heizkostenabrechnung erstmals neue Zahlungsberechnungen in Euro erhielten - aufgestellt von Viterra Contracting. Leider mit einem kleinen Schönheitsfehler: Die Umrechnung DM in € stimmte nie so ganz genau. Und immer war der Fehler zugunsten von Viterra.
Ein Ehepaar aus Hattingen-Welper soll zum Beispiel demnächst 320,05 € zahlen statt bisher 624,99 DM. Die korrekte Umrechnung ergibt aber 319,55 €. Die Differenz von nur 50 Cent mag gering erscheinen, läppert sich aber für Viterra bei 170.000 Wohnungen auf rund zwei Millionen DM pro Jahr! Und auf einen Rundungsfehler wird sich die Vermieterin mit der Lizenz zum Gelddrucken angesichts der krummen Endsumme auch nicht herausreden können."

Bevor die Viterra auch gegen bo-alternativ.de klagt: Die Seite des Mietervereins ist nur aus dokumentarischen Gründen auf diesem Server gespiegelt.


14.7.01, 10.00 Uhr:
Am Ende der Schul-Sommerferien, am Sonntag, dem 19.8., startet der Bahnhof Langendreer wieder seine sommerliche "Odyssee - Kulturen der Welt": Den Auftakt der Konzertreihe im Stadtpark bildet das Cross-Over Projekt „Roots & Harmony feat. Oi-Va-Voi, MoMo & DJ Max Reinhardt“. Jeweils donnerstags im Bahnhof Langendreer laufen dann Werkstattgespräche. Beginn: 23.8., Migration ist die Normalität, mit Ralf Berger. Näheres

12.7.01, 08.00 Uhr:
El Pequeño Mundo del Señor Kaiser y otros cuentos muy breves
- Die kleine Welt des Herrn Kaiser und andere ganz kurze Geschichten -
Der nun gerichtlich für geistig unzurechnungsfähig erklärte General Pinochet putschte mit starker Hilfe des CIA am 11. September 1973 gegen die gewählte Linksregierung Chiles. Zehntausende wurden verhaftet und gefoltert, Tausende ermordet. Viele flohen vor der Militärdiktatur ins Exil. So musste Pedro Holz mehr als 15 Jahre mit seiner Familie in Bochum leben. Seine Erfahrungen mit der Flucht in die deutsche Botschaft, dem alltäglichen Rassismus in Bochum, Merkwürdigkeiten der Solidaritätsarbeit, aber auch viele lustige Begebenheiten hat er in Kurzgeschichten zu Papier gebracht. Einige Geschichten hat er jetzt ins Spanische übersetzt und mit Erzählungen aus der Zeit nach der Rückkehr für ein Buch unter dem o.a. Titel ergänzt. Es erscheint Anfang August in Chile.
10.7.01, 13.00 Uhr:
Das Kapital lesen! Lektürekurs für AnfängerInnen
‚Das Kapital’ sei eine zu harte Nuss, meinte Ignacy Daszynski, einer der bekanntesten sozialistischen ‚Volkstribune’ um die Jahrhundertwende, er habe es deshalb nicht gelesen. Aber Karl Kautsky habe es gelesen und vom ersten Band eine populäre Zusammenfassung geschrieben. Diese habe er zwar ebenfalls nicht rezipiert, aber Kelles-Krausz, der Partei-Theoretiker, habe Kautskys Buch gelesen und es zusammengefasst. Kelles-Krausz' Schrift habe er zwar auch nicht gelesen, aber der Finanzexperte der Partei, Hermann Diamand, habe sie gelesen und ihm, Daszynski, alles darüber erzählt. Das AStA-Referat der Ruhr-Uni für Kritische Wissenschaften organisiert im Sommer einen Kapital-Lektürekurs, der sich vornehmlich an ‚AnfängerInnen’ richtet. Das Vorbereitungstreffen findet am 25.7. um 16 Uhr in Raum GC 04/ Süd/ 159 statt. Ein Reader zum Thema ist ab Mitte Juli – auch für Nicht-TeilnehmerInnen – im Service-Referat des AStA oder direkt im Referat für Kritische Wissenschaften (AStA-Raum 13) erhältlich. Näheres
9.7.
Die BSZ dieser Woche informiert u. a. über den LehrerInnenausbildungspoker an der Uni, die Besetzung der Bundesbahnschule durch das AZ, die Kriminalisierung der Opfer eines Nazi-Überfalls in Düsseldorf durch die Staatsanwaltschaft, rassistische BGS-Kontrollen, Aktionen und Hintergründe des Klima-Gipfels in Bonn.
Die BSZ 525 als PDF-Datei. Der Beitrag über die Besetzung ist bei www.setzdichlieber.de bereits online zu finden.

9.7.
Heute startet Sommernachtskultur an der Ruhr-Uni
Der Campus-Amateurfunk von "Radio ct" ist auf seinen Web-Seiten heute sehr originell: "Im Kulturcafe der Ruhr-Uni Bochum gibt es heute SommernachtsKultur. [...] und ab 21.00 Uhr ist Rio Reiser u.a. mit Zu-Zweit zu sehen." Dazu AStA-Kulturreferent Heiko Jansen: "Weitere Totenbeschwörungen sind für das Wintersemester geplant, bisher stehen fest: Elvis, Jim Morrison, Janis Joplin. [...] Wie wär's mit einem Streitgespräch zwischen JFK und Adorno?"
Das lebendige Programm von Sommernachtskultur

9.7.
Dümmer als die Polizei erlaubt...
...gibt sich die Bochumer Polizei. Zur Besetzung der Bundesbahnschule in der Nacht von Freitag auf Samstag schreiben die Ruhr-Nachrichten: "Die Polizei, die bei Bochum Total natürlich stark präsent war, hat allerdings keine Erkenntnisse über eine wie auch immer aussehende 'Hausbesetzung'. Dort vermutet man eine nachträglich zur politischen Aktion aufgebauschte Spontan-Fete."
Vielleicht entschuldigt sich hiermit die Polizei bei den HardlinerInnen in Bochum für ihre weise Entscheidung, am Freitag keine für sie nur schwer zu bewältigende Konfrontation - d. h. Räumung - herbeizuführen. Mehrere Zivilbeamte beobachteten schließlich das Geschehen. Am Gebäude hingen Transparente, auf dem Gebäude machte ein Feuerspucker auf die Aktion aufmerksam. Leo Bauer, Eigentümer vieler Kneipen im Bermuda-Dreieck, und Dirk Steinbrecher, Geschäftsführer des Mandragoras, hatten die Aktion auch einige hundert Meter weiter nicht übersehen können. Sie kamen zum besetzten Gebäude und unterhielten sich lange Zeit mit den BesetzerInnen. Dass die - in der Tat stark präsente - Polizei die Besetzung nicht mitbekommen hat, ist die vorbildlichste Falschmeldung der Bochumer Polizei der letzten Jahre.
Nur für die WAZ ist es peinlich. Sie ist auf die Falschmeldung reingefallen und berichtet gar nicht über das Ereignis.


7.7.
Besetzung der Bundesbahnschule

Mehr als 200 Leute feierten in der Nacht von Freitag auf Samstag eine Party in der alten Bahnhofsschule. Dieses Gebäude befindet sich gegenüber dem Konrad-Adenauer-Platz ca. 100 m von der Viktoriastr. entfernt. Das Gebäude steht seit mehr als 4 Jahren leer. "Wir haben für den heutigen Abend die Bundesbahnschule besetzt, um unserer Forderung nach einem antirassistischen Zentrum Ausdruck zu verleihen. Mit dieser Aktion machen wir deutlich, daß es entgegen der Behauptung seitens Verantwortlicher der Stadt leerstehende Gebäude gibt, die für ein solches Zentrum geeignet sind. Wir werden heute gemeinsam mit vielen Menschen feiern und damit auch zeigen, daß wir uns gegen die ausschließlich am Mainstream orientierte (und somit gewinnmaximierende) Kultur wenden, deren jährlichen Höhepunkt Bochum Total darstellt", heißt es in einer Erklärung zur Besetzung.
Im Wortlaut

6.7.
Richtigstellung: Bochum hat seinen Klimaschutzbericht behandelt

An mehreren Stellen, u.a. in einer Presseerklärung des Bündnis Umweltfreundlicher Stadtverkehr vom 18.6., wurde auf dieser Seite folgender Sachverhalt wiedergegeben "Bis heute haben sich die Gremien der Stadt verweigert, diesen Klimaschutzbericht und seine kritische Analyse durch das Verkehrsbündnis auch nur in einem einzigen Ausschuss auf die Tagesordnung zu setzen."
Dies ist falsch. Richtig ist vielmehr: Am 7.6. standen zwei Vorlagen des Umweltamtes zum Klimaschutzbericht auf der Tagesordnung des Umweltausschusses unter dem Tagesordnungspunkt "Mitteilungen" - fast gegen Ende
des öffentlichen Teils. Die Vorlagen hierzu wurden nachträglich versandt bzw. als Tischvorlage vorgelegt.
Die KritikerInnen des Berichtes waren nicht eingeladen. So nahm der Ausschuss - laut Protokoll - die beiden Vorlagen der Verwaltung zum Klimaschutzbericht und -gutachten ohne jede Aussprache zur Kenntnis. Den Klimaschutzbericht ereilte ein verdientes Schicksal: Er verschwand, ohne auch nur eines Wortes gewürdigt zu werden, in der Aktenablage.

5.7.
Das "Bochumer Bündnis gegen Sozialabbau" wendet sich gegen den vermuteten Missbrauch der neuen "Sozialagenturen": befürchtet wird "noch mehr Druck auf HilfeempfängerInnen" und "Raus-Ekeln aus der Sozialhilfe".

Nach der letzten Vollversammlung hat das Bündnis in einer öffentlichen Erklärung kritisch zur Konzeption "Sozialagenturen" des Landes NRW Stellung genommen: Zwar würden offiziell als Ziele der Agenturen u.a. genannt: Bündelung aller Hilfsangebote und Armutsbekämpfung statt Armutsverwaltung. Doch Äußerungen von Minister Schartau ließen befürchten, dass es eher darum gehen könnte, "Hilfe Suchende in drittklassige Sonderarbeitsmärkte abzudrängen". Außerdem würden die derzeitigen sozialpolitischen Aktivitäten (u.a. "Zusammenlegung" von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe) häufig verschleiern, dass nach wie vor Millionen von Arbeits- und Ausbildungsplätzen fehlen. In Köln wurden Sozialagenturen bereits modellhaft getestet: "Erfolg" für die Stadt war, dass ein Großteil der Jugendlichen durch verschiedene Zwangsmaßnahmen aus der Sozialhilfe gedrängt wurde. Näheres

4.7.
Uni-PsychologInnen untersuchen Mobilitätsverhalten in Bochum

Bei nahezu identischen Fahrzeiten, z. B. zur Arbeit, nutzen Bochumer BürgerInnen lieber das Auto statt den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) – und das, obwohl Strecken mit dem PKW erheblich teurer sind. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie im Bereich Kognitions- und Umweltpsychologie an der Ruhr-Uni. Drei Viertel der Befragten nutzen das Auto, um zur Arbeit zu fahren (77,1%), obwohl genau für diesen Weg der Preisunterschied zwischen PKW und ÖPNV am größten ist (10,37 DM für eine Fahrt mit dem PKW, 3,32 DM mit dem ÖPNV). Ein
ähnliches Preisgefälle zeigt sich bei den Wegen zu Freizeitzielen, und hier ist der Anteil der PKW-NutzerInnen mit
ca. 90 Prozent noch höher. Lediglich die Fahrt zum Einkaufen ist mit dem PKW genauso günstig wie mit dem ÖPNV, 93,7% der Befragten nutzen zu diesem Zweck ihr Auto.
Die Zeitersparnis ist im Vergleich dazu minimal: Durchschnittlich vier Minuten schneller erreichen die AutofahrerInnen ihren Arbeitsplatz gegenüber den ÖPNV-Nutzern (29,32 min. vs. 33,60 min.). Das gleiche Bild zeigt sich bei den Wegen zu Freizeitzielen (28,74 min. vs. 31,86 min.). Um zu ihrem Einkaufsziel zu gelangen, brauchen die Befragten mit PKW sogar zwei Minuten länger (12,37 min. vs. 10,04 min.).
Näheres

4.7.
Selbstkritik an der Ruhr-Uni - virtuell besonders deutlich
Die Rubens (Presseorgan der Ruhr-Uni) äußert sich äußerst kritisch zum Campusfest. Online heißt es: "[Der Abend war gerettet], der allerdings, wie das gesamte Fest, mit der RUB nur noch sehr wenig zu tun hat und als buntes Kommerzfest eigentlich über[all] auf der Welt stattfinden kann; entsprechend fielen auch alle Kommentare aus, die uns erreichten. Möglicherweise muss also neu über das Campusfest nachgedacht werden."
Der letzte Satz sowie der vorletzte Halbsatz sind nur online zu finden, in der Printausgabe fehlen sie.
4.7.
Am Wochenende gibt es einiges, was das links-alternative Herz begehrt, z. B. Auto-freier Südring oder Besetzung des Rathauscenters oder Multikulti

Ohne mit der Wimper zu zucken, können fast alle Bochumer PolitikerInnen erklären, warum es am europaweiten Auto-freien Tag völlig undenkbar ist, Teile des Innenstadtrings für den Autoverkehr zu sperren. Von Mittwochabend bis Sonntagnacht ist dies kein Problem. Für "Bochum Total" werden der Südring und die Viktoriastr. gesperrt. Die VeranstalterInnen drohen mit einer Million BesucherInnen.
Zeitgleich präsentiert in den Räumen der ehemaligen Brinkmann-Filiale im Rathaus-Center die Gruppe
no-budget-arts ein Kontrast-Programm: Einen Bundespresseball. Auf http://www.setzdichlieber.de heißt es "Die Veranstaltung wird wirklich groß, man kann am Strand liegen, man kann im Salon einer fetten Zigarre frönen oder in derber Absicht in der Bierzeltatmosphäre dem Alkohol. Dabei hängt es vom Tag ab, aber man kann Musik vom Feinsten hören, z.B. das Popmüll-Programm (willkürlich werden irgendwelche Hits aneinander gereiht, die so kacke und cool sind wie Charlotte Roche), oder vielleicht trinkt man bei dem Kurzfilmabend ein Bier mit Ralf Richter (wobei der es wahrscheinlich kippen und nicht trinken wird), oder Wölfi von den Kassieren läßt einige sehr weise Lebenstexte am Dienstag von sich, etc... "
Eine echte Multi-Kulti- Alternative bietet eine Döner Bude unter dem Betreff: "The Döner Generation vs. Bochum Total" per mail an bo-alternativ an: "Am 08.07. geht es zur ersten "Rock den Kebab Party" in Bochum. Es gibt Döner, Falaffel, Salattaschen und natürlich SandRAKETE. Das ganze findet statt in der Brutstätte eines jeden Döners..."

3.7.
Am 9.-12. Juli findet rund um das KulturCafé an der Ruhr-Uni Sommernachtskultur, das studentische Kulturfestival, statt. Einer der Höhepunkte wird am Mittwoch, dem 11. Juli, der Tag der offenen Bühne sein: Open Stage meets Poetry Slam meets Video Slam. Die Idee ist, die Formen "klassischer Open Stage", "Poetry Slam" und "Video Slam" zu mischen. Es können also sowohl Comedy, Musik, Performance, Lyrik, Texte und Videos präsentiert werden. Es ist auch geplant, daraus im Wintersemester eine regelmäßige Veranstaltung zu machen. Das vollständige Programm von Sommernachtskultur

3.7.
In der aktuellen BSZ ist ein recht informativer Artikel über die aktuellen Entwicklungen im Bermuda-Dreieck zu finden. Auf den Seiten von
http://www.setzdichlieber.de ist er online zu lesen.

3.7.
Aus der aktuellen BSZ: Rassismus und Denunziation im Studi-Wohnheim

>In der vergangenen Woche fanden sich am Schwarzen Brett des Studentenwohnheims Markstraße 118, dem so genannten Papageienhaus, unsägliche Pamphlete. Als erstes tauchte ein primitiver Aushang im DIN A4-Format auf, in welchem, überschrieben mit „Sehr geehrte Verwaltung:“, die AutorInnen über angebliche „schwarze“ UntermieterInnen - gemeint sind offensichtlich Personen, die ohne einen eigenen Mietvertrag z.B. zu zweit ein Zimmer bewohnen - herziehen. „Das bedeutet, in einer Etage leben so viele wie 12-14 Leute. Sonst haben sie auch Konflikt mit richtigen Bewohner:“, heißt es da. An die Verwaltung adressiert, endet das Pamphlet mit der Forderung „Wir bitten Ihnen so schnell wie möglich, diese Probleme beizulegen.“<
Der vollständige Artikel

2.7.
Das Projekt Statt-Zeitung gewinnt Profil
Mit einem Hintergrundartikel zur Entwicklung im Bermuda-Dreieck als Aufmacher erscheint heute Abend die zweite Ausgabe der BSZ als wöchentliche Statt-Zeitung. Mit einer Mischung aus Lokalem, Uni, Globalem und Kultur wird das Profil der ersten Ausgabe beibehalten. Weitere Themen sind u.a.: Überlegungen zum neuen Studiengang Medien an der RUB, die Einschränkung von Freizügigkeit bei GlobalisierungsgegnerInnen, Rassismus in einem Studi-Wohnheim und ein Gespräch mit den Politpunks Anti - Flag. Die neue BSZ als PDF-Datei

2.7.
Metrorapid würde massive Verschlechterung für Wattenscheid bedeuten

Über 40 % des heutigen Zug-Angebotes auf der Strecke zwischen Dortmund und Düsseldorf würde der Bahnhof Wattenscheid verlieren, wenn der Metrorapid käme. Außerdem würden geplante Verbesserungen, die ebenfalls Wattenscheid zugute kämen, dann nicht mehr umgesetzt. Darauf weist der VCD hin und fordert: Bessere Bahn statt Metrorapid. Die Mitteilung im Wortlaut

2.7.
Opfer des Kalten Krieges in Bochum
Es entwickelt sich zur Zeit eine Initiative in Bochum, die über unglaubliche Vorgänge während des Kalten Krieges in Bochum informieren möchte. Es existiert eine Fülle von Original-Gerichtsakten, in denen beschrieben werden soll, mit welch haarsträubenden Vorwürfen damals Hunderte von GewerkschafterInnen, Friedensbewegten und KommunistInnen verurteilt wurden. Für den 3. September ist ein Treffen im Bahnhof Langendreer geplant, auf dem beraten wird, wie das Thema aufgearbeitet werden kann. In der Sommerpause sollen schon einige Recherchen zur Vorbereitung des Treffens erfolgen. Kontakt

1.7.
Kulturindustrie & Ideologie

Am 25. und 26. August bieten die rote ruhr uni und das AStA-Referat für Kritische Wissenschaft ihr 4. Seminar zur Kritischen Theorie an. Thema dieses Mal: Kulturindustrie. Das Ganze findet im Bahnhof Langendreer statt, wo gleichzeitig das 15 - jährige Bestehen des Bahnhofs gefeiert wird. Näheres

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