28.11, 18.00 Uhr
"Wer in persischer Erde gräbt, stößt auch auf die Leichen der Opposition!"

Medizinische Flüchtlingshilfe protestiert während Ausstellungseröffnung

Am heutigen Sonntag Mittag hat die Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum, während der Eröffnungsfeier der Ausstellung "Persiens Antike Pracht", im Bochumer Bergbaumuseum gegen die Anwesenheit hoher Repräsentanten der iranischen Regierung protestiert. Zu Beginn der Rede des iranischen Vizepräsidenten erhoben sich sechs Mitglieder der Medizinischen Flüchtlingshilfe Bochum und hielten gut sichtbar Plakate mit Buchstaben über ihre Köpfe, die das Wort "M-Ö-R-D-E-R" ergaben. Die Medizinische Flüchtlingshilfe, die bereits im Vorfeld die Ausladung der iranischen Delegation gefordert hatte, unterstrich damit ihre prinzipielle Auffassung, dass die Einladung von Repräsentanten, die für umfassende Menschenrechtsverbrechen politisch verantwortlich sind, nicht widerspruchslos hinnehmbar ist.
"Wer in persischer Erde gräbt, stößt auch auf die Leichen der Opposition," erklärte die Medizinische Flüchtlingshilfe unter Anspielung auf die Zusammenarbeit im Bergbausektor. Vor ca. 250 ZuhörerInnen hieß es weiter: "... die Leichen der willkürlich Hingerichteten, der Verhafteten und Verschleppten, der Gefolterten und nicht zuletzt jener Frauen, die wegen Verstößen gegen die frauenverachtenden Unterdrückungsgesetze öffentlich ausgepeitscht oder gesteinigt werden."
"Ich bin selbst Flüchtling aus dem Iran," erklärte einer der Protestierenden, "und ich kenne persönlich eine Reihe Freunde, die hingerichtet oder ermordet wurden. Wie kann man mit einem derart mörderischen Regime Geschäfte machen?" Er verwies auf Berichte von amnesty international und klagte die Hinrichtung Minderjähriger an. Ein anderer Sprecher wies auf die Verfolgung von Journalistinnen hin.
Die TeilnehmerInnen der Aktion wurden nach Verlassen des Veranstaltungssaales vorübergehend festgenommen. Nach ihrer Freilassung schlossen sie sich den vor dem Gebäude Protestierenden an.


28.11, 14.00 Uhr
Bezirksregierung will Anhörung beenden:
30. November soll letzter Tag in der A 44/DüBoDo-Erörterung sein

Für die
Bürgerinitiative Bochum gegen die DüBoDo erklärt Wolfgang Czapracki-Mohnhaupt als Sprecher: "Die A 44/DüBoDo-Erörterung wird auch am 29.11.2004 und 30.11.2004 jeweils ab 10.00 Uhr in der Ruhr-Universität Bochum, Universitätsbibliothek, Saal 11 fortgesetzt. Bisher konnten Einwendungen der Bürgerinitiative u.a. aus den Bereichen Verkehr und Schadstoffbelastung noch nicht abschließend erörtert werden. Eine vom Landesbetrieb für Anfang Oktober 2004 zugesagte Zusatzberechnung des Lkw-Anteils für das A 44/DüBoDo-Teilstück liegt immer noch nicht vor. Eine substantielle Erörterung des ergänzenden Schadstoffgutachtens war bisher überhaupt noch nicht möglich. Diese Berechnung basiert nämlich auf unveröffentlichten Forschungsergebnissen des Sachverständigen.
Die Bezirksregierung hat dennoch ihre Ankündigung, die Anhörung am 30.11.04 unabhängig vom weiteren Erörterungsverlauf auf jeden Fall zu beenden, in den letzten 2 Wochen mehrfach wiederholt. Für alle EinwenderInnen besteht deshalb am 29. oder 30.11.04 vielleicht die letzte Möglichkeit, ihre Gründe gegen die A44/DüBoDo-Planung deutlich zu machen und damit vielleicht bereits den Erlass eines Planfeststellungsbeschlusses zu verhindern."
28.11, 09.00 Uhr

Opel: Keine Zusatzschichten ohne Rücknahme der Kündigungen

Die Opel-Geschäftsleitung möchte in Bochum zwei zusätzliche Schichten einlegen. Dies geht nur, wenn der Betriebsrat zustimmt. Auf seiner Sitzung am 25.11. hat der Betriebsrat darüber beraten. Nach eingehender Diskussion waren die Mitglieder des Betriebsrates einhellig der Meinung , dass erst einmal die fristlosen Kündigungen seitens des Unternehmens zurück genommen werden müssen , bevor es überhaupt zu Verhandlungen über eventuelle Zusatzschichten kommen
kann. Die Opel-Geschäftsleitung hatte versucht, durch die Kündigung von Streikaktivisten die Belegschaft einzuschüchtern.
27.11, 12.00 Uhr
Sonntag, den 28.11. um 11.00 Uhr vor dem Bergbaumuseum
Proteste gegen iranische Regierungsdelegation
Medizinische Flüchtlingshilfe ruft zur Beteiligung auf

In den vergangenen Tagen hat die Medizinische Flüchtlingshilfe mehrfach öffentlich gegen die Einladung einer iranischen Regierungsdelegation zur Eröffnung der Ausstellung „Persiens antike Pracht“ in Bochum protestiert (
siehe weiter unten). Sie ruft die Bochumer Bevölkerung auf, sich an den Protesten gegen die iranische Regierungsdelegation zu beteiligen, die am Sonntag im Bergbaumuseum von Bundeswirtschaftsminister Clement empfangen wird: "Für Der Iran ist ein Land, das auf der Liste derjenigen Staaten, in denen Menschenrechte und Menschenwürde systematisch verletzt werden, weit oben rangiert. Die Menschenrechtsverbrechen im Iran geschehen nicht nur mit Billigung der religiösen Machthaber des Landes. Sie sind darüber hinaus in der Rechtsordnung des Iran in einer Weise verankert, die sie zu gezielten und staatlich abgesicherten Verstöße gegen internationale Mindeststandards machen. [...] Und es ist nicht zuletzt die weibliche Hälfte der Bevölkerung des Landes, die einer systematischen und brutalen Beschneidung ihrer Rechte ausgesetzt ist. Schon geringste Verstöße gegen die Unterdrückungsgesetze, denen Frauen unterliegen, werden mit Auspeitschung bestraft, zahlreiche Frauen wurden in den letzten Jahren und Jahrzehnten öffentlich gesteinigt oder gehängt. Viele Überlebende dieser Verbrechen suchen seit Jahren Schutz und Sicherheit in Deutschland – auch hier bei uns in Bochum." Im Wortlaut.
27.11, 12.00 Uhr
Nötigung und erpresserische Methoden im Bochumer Sozialamt?

Auf einer Veranstaltung der Arbeitsloseninitiative "Werkschlag" wurde berichtet, wie äußerst fragwürdig MitarbeiterInnen des Sozialamtes vorgehen, wenn sie Sozialhilfeberechtigte zum Ausfüllen des ALG II-Fragebogens vorladen. Norbert Hermann hat in einem Brief an die Sozialamtsleiterin Heide Ott, der über die Mailing-Liste des Sozialforums ging, die Zustände beschrieben:
"Auf o.g. Veranstaltung habe ich darüber berichtet, wie seitens des Sozialamtes die Beantwortung/Abgabe des Fragebogens zum Arbeitslosengeld 2 für bisherige Sozialhilfempfänger gehandhabt wird: die Berechtigten werden einbestellt (ohne ihnen den Grund mitzuteilen). Im Amt wird ihnen der bereits vorausgefüllte Fragebogen vorgelegt, ggf. noch Zusatzfragen gestellt und die Antworten in den Fragebogen übertragen. An Ort und Stelle werden die Berechtigten aufgefordert, diesen Fragebogen nunmehr zu unterschreiben. Eine Kopie wird nicht ausgehändigt. Bedenkzeit wird nicht gewährt. Eine Aufklärung über das Recht, den Fragebogen mitzunehmen, sich beraten zu lassen, und den Fragebogen zuhause auszufüllen, erfolgt ebenso wenig wie eine Rechtsmittelbelehrung in Anbetracht dieses doch so zu nennenden Verwaltungsaktes.
Wird die Unterschrift zunächst verweigert, wird massiver Druck aufgebaut, zunächst mit Bemerkungen wie: 'Sie wissen doch, dass ich es zu entscheiden habe, ob Sie Geld bekommen'. Wird auch das zurückgewiesen, mitunter auch schon unter Tränen, und gelegentlich auch mit erhobener Stimme, treten aus den benachbarten Räumen zwei weitere 'ver.di -Kollegen' (Entschuldigung, ich bin auch einer) hinzu."
Der Brief im Wortlaut und erste Reaktionen.
Weitere Berichte und Stellungnahmen bitte an die
Redaktion von bo-alternativ.de schicken. Sie werden weitergeleitet.

27.11, 08.00 Uhr

Sonntagsfrage bei bo-alternativ: In welchem kommunistischen Hetzblatt stand die folgende Meldung?

"Die Gewinne von Unternehmen und Vermögensbesitzern in Deutschland haben einen neuen Rekordstand erreicht. Ihr Anteil am gesamten Volkseinkommen stieg im dritten Quartal auf 30,5 Prozent, wie die Bundesbank mitteilte.

Das ist die höchste Quote seit 1971. Die Lohnquote fiel entsprechend auf ihren niedrigsten Stand seit mehr als 30 Jahren. In den vergangenen Wochen hatten die 30 im Dax zusammengefassten großen deutschen Konzerne für die ersten drei Quartale bereits kräftige Gewinnzuwächse von bis zu 217 Prozent gemeldet. Die jetzt veröffentlichten gesamtwirtschaftlichen Daten geben der Entwicklung noch einmal eine neue Dimension."
UZ Roter Morgen BSZ Der Spiegel SOZ Die richtige Antwort
26.11, 23.00 Uhr
Montag, 29.11., 20 Uhr, Bahnhof Langendreer:

November Plenum des Bochumer Sozialforums
Zum Ende der "heißen Herbst"-Kampagne lädt das monatliche Plenum des Bochumer Sozialforums zur Diskussion der folgenden Themen ein:
"
3. Bochumer Sozialforum:
Auf dem Oktober Plenum hatten wir überlegt, ob wir im Zusammenhang mit den Protesten bei Opel ein 3. Bochumer Sozialforum organisieren. Inzwischen hat sich dazu eine Arbeitsgruppe getroffen, die erste konkrete Vorschläge zu Termin, Form und Themen vorstellen wird.
Bürgerbegehren gegen 1 €-Jobs:
Es gibt Überlegungen mit verschiedenen Bochumer Initiativen zusammen, ein Bürgerbegehren gegen die Einrichtung von 1-Euro-Jobs durch die Stadt Bochum und ihre Institutionen anzustrengen. Ein Diskussionspapier dazu wird am Montag Abend vorliegen.
Auswertung 'heißer Herbst':
Die Protestbewegungen gegen Sozialabbau im allgemeinen und Hartz IV im besonderen, hatten vorgeschlagen in diesem Herbst eine Kampagne gegen Hartz IV zu organisieren. Darunter fielen die Demo am 2.10 in Berlin, jene in Nürnberg am 6.11. sowie lokale Aktivitäten. Auf dem Plenum sollen nun die Erfolge und Mißerfolge dieser Kampagne ausgewertet werden.
Neuigkeiten aus den Arbeitguppen & den sozialen Bewegungen:
Unter diesem regelmässigen Tagesordnungpunkt können Berichte aus stattgefundenen Ereignissen verbreitet werden und Termine angekündigt werden. Diskussionen darüber sind natürlich auch erlaubt."
26.11, 08.00 Uhr
Kundgebung gegen iranische Menschenrechtsverbrecher
Der "
Verein für politische Flüchtlinge" aus Münster organisiert am Sonntag, 28.11., 11.00 Uhr vor dem Bergbaumuseum eine Kundgebung anlässlich der Ausstellungseröffnung "Persien-Pracht-Antike". Die medizinische Flüchtlingshilfe hatte bereits darauf aufmerksam gemacht, dass hochrangige Menschenrechtsverbrecher aus dem Iran zu dieser Ausstellungseröffnung geladen sind. Der Aufruf zur Demonstration.

26.11, 08.00 Uhr

PDS lädt MontagsdemonstrantInnen ein
Die PDS schreibt: "Mit Verwunderung hat die PDS Bochum aus den Medien erfahren, dass es von Seiten der Organisatoren der Montagsdenmonstration Kritik an ihrer Politik gibt. Um ihre Politik zu den Themen Hartz IV und Agenda 2010, aber auch zu anderen Fragen der Bochumer Kommunalpolitik zu diskutieren, lädt die PDS alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, insbesondere aber die TeilnehmerInnen der Montagsdemonstration zu einer Diskussionsveranstaltung am Dienstag, den 30. November 2004 um 19 Uhr herzlich in ihr Büro in die Unistr. 39 ein."
25.11, 23.00 Uhr


Protestaktion gegen Kürzungen des Lehrangebotes an der Fakultät für Ostasienwissenschaften an der Ruhr-Uni
Erste Opfer der drastischen Sparpolitik

Die heutige Senatssitzung nutzen ca. 200 Studierende der Fächer Japanologie und Wirtschaft und Politik Ostasiens um auf die katastrophalen Auswirkungen der Sparpolitik an der Fakultät für Ostasienwissenschaften aufmerksam zu machen. Seit Montag gibt es für die Studierenden dieser Fächer keine Kurse zur Vermittlung der grammatischen Kenntnisse mehr, da eine Lektoratsstelle nicht wieder besetzt wird.
Ohne diesen Kurs fehlen aber die Qualifikationen um den zweiten Teil des entsprechenden Moduls zu studieren. „Unsere Studienzeit verlängert sich damit um ein ganzes Jahr“, empörte sich Robert Pauls vom Fachschaftsrat Ostasienwissenschaft, „dass heißt kein BaföG mehr und Studiengebühren. Das sind einfach unmögliche Zustände. Wir fordern die sofortige Wiederbesetzung der Stelle, damit wir alle die Möglichkeit haben, diese Kurse zu besuchen.“ Während der Senatssitzung verlas Robert Pauls eine von der Studierendenschaft verabschiedete Resolution, in der auf die Problematik aufmerksam gemacht und die Wiederbesetzung der Stelle gefordert wird und überreichte sie anschließend an die anwesenden SenatorInnen.
Näheres.

24.11, 18.00 Uhr

Im Iran befinden sich weltweit die zweit meisten JournalistInnen hinter Gittern - Medizinische Flüchtlingshilfe protestiert gegen iranische Regierungsdelegation

Am heutigen Tag der Pressefreiheit protestiert die Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum entschieden gegen die geplante Einladung einer Regierungsdelegation aus dem Iran nach Bochum: "Wie bereits in der
Presseerklärung vom 20.11.04 ausgeführt, soll am kommenden Sonntag eine Ausstellung über antike persische Kunst im Bochumer Bergbaumuseum durch eine Delegation hoher iranischer Repräsentanten eröffnet werden - unter ihnen auch der Vizepräsident des Iran. Im Iran befinden sich nach Informationen der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ derzeit 15, von weltweit 128 inhaftierten JournalistInnen im Gefängnis. Ihr einziges Verbrechen besteht in der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit. Unter den Inhaftierten befindet sich auch Reza Alijani, Menschenrechtspreisträger der Organisation „Reporter ohne Grenzen“, der am 14. Juni 2003 auf offener Straße festgenommen wurde. Eine offizielle Anklage oder ein Verhandlungstermin existiert bis heute nicht. Alijani saß mehrere Monate in Einzelhaft und hatte nur ein einziges mal Kontakt zu einem Anwalt. Oftmals wurde Alijani in den Jahren zuvor schon verhaftet und gefoltert. Er verbrachte etliche Jahre im Gefängnis. In einem Land, in dem jede freie Meinungsäußerung unterdrückt wird, werden seine Forderungen nach Presse- und Meinungsfreiheit systematisch kriminalisiert." Im Wortlaut.
24.11, 18.00 Uhr
Donnerstag, 25.11., 20.00 Uhr, Ruhr-Uni-Kulturcafé:
Treibgut-Lesung "Gestrandet 13. - ELCHTOD"

Krimi-Literatur und Musik von und mit: Patricia Vohwinkel, Mischa Bach und der "Musikpolizei"
Eine Krimi-Lesung der etwas anderen Art bietet am Donnerstagabend ab 20 h die Literaturinitiative Treibgut im Kulturcafé der RUB: Die Duisburgerin Patricia Vohwinkel wird - begleitet von dem einen oder anderen 'Spezialeffekt' - ihre spannungsgeladene Trilogie "Elchtod" (1999 - 2004) präsentieren und ihre Essener Autorenkollegin Mischa Bach u. a. aus ihrer aktuellen Krimi-Novelle "Der Tod ist ein langer trüber Fluß" (2004) lesen. Außerdem soll die Musikpolizei, alias Kelvin, Gewinner des Bochumer Kleinkunstpreises 2004, das Haus rocken... Moderation: Uli Schröder.

23.11, 08.00 Uhr
Demonstration für Dauerwohnrecht und Siedlungsschutz
"Nach den Zechen und Stahlwerken werden im Ruhrgebiet die Werks- und Sozialwohnungen abgewickelt. Ganze Wohnungsgesellschaften und Siedlungsbereiche werden verkauft: An dem Geschäft beteiligen sich internationale Finanzgesellschaften, Pensions- und Invest-mentfonds ebenso wie regionale „Zerteiler“ wie die Häusser-Bau, Rölver u.v.a. Besonders verheerend ist die Verkaufspolitik der Viterra AG, die einerseits selbst von der E.on AG zum Kauf angeboten wird, andererseits den Markt mit einem Ausverkauf anheizt. Mit schnellen Gewinnen und Renditeerwartungen im zweistelligen Bereich lässt sich aber eine soziale Wohnraumbewirtschaftung nicht betreiben. Das bedeutet Ausverkauf und Vereinzelung bis zum letzten Haus und zur letzten Wohnung."
Das ist der Beginn des
Flugblattes, mit dem das "Mieterbündnis Ruhr - Aktionsbündnis der Viterra-Mieter", dem auch der Bochumer Mieterverein angehört, für den 24. November zu einem Aktionstag in Düsseldorf aufruft. Um 11 Uhr findet vor dem Landtag eine Kundgebung statt, anschließend ein Protestmarsch zur E.on-Zentrale. Die Viterra gehört dem E.on-Konzern.
22.11, 22.00 Uhr
Dienstag, 23.11., 19.30 Uhr, Bahnhof Langendreer, Studio 108
Armut und Arbeitslosigkeit sind ein Skandal! -
Lyrik, Dialoge, Kommentare zu Armut und Arbeitslosigkeit

Ein zeitgemäßes Kulturevent
Reicher Mann und armer Mann
Standen da und sahen sich an.
Und der Arme sagte bleich:
Wär ich nicht arm, wärst Du nicht reich.

Fakten und Klarstellungen, dazu Berthold Brecht, Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Dieter Höss, Georg Lauscher, Mathias Claudius, Christine Nöstlinger
Mit Uwe Bitzel, Jonny Bruhn-Tripp, Hanno May, Ralf Porps, Gisela Tripps (Sozialforum Dortmund)
Veranstaltet von Bahnhof Langendreer, Abteilung /Politik und dem Bochumer Sozialforum
22.11, 16.00 Uhr
Mittwoch, 24.11., Einlass 20.00 Uhr/Beginn 21.00 Uhr, Druckluft (Oberhausen):
Das Druckluft feiert 25 jähriges, Bochumer Musikinitiative und Band feiern mit
:
KULTUR SHOCK (Seattle) & BLACK ASH (Bochum)
Das Druckluft in Oberhausen wird 25 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch! Radio El Zapote, sonst im Bahnhof Langendreer (Bochum) beheimatet, organisiert zu diesem Anlass ein besonderes Konzert im Druckluft! KULTUR SHOCK wohnen in Seattle, einst Hochburg vieler Grunge-Bands, doch sie haben einen ganz anderen kulturellen und politischen Hintergrund. Diesmal kommen sie auf ihrer 2. Europatour ins Druckluft nach Oberhausen. Die Mitglieder von KULTUR SHOCK sind Flüchtlinge und Migranten aus Bosnien, Bulgarien, Japan sowie 2 AmerikanerInnen. Seit 1995 schon bringen uns die genialen Balkan-Gypsy-Core-KönigInnen ihre Musik zu Gehör.
Mit dabei
Black Ash aus Bochum. Musikalische Gemeinsamkeiten haben Kultur Shock und Black Ash kaum. Sie verbindet eher die politischen Aussagen. Black Ash spielen Dub-Reggae-Ska und sind in unserer Region in Sachen Reggae – so die Presse- NRW s best... Näheres.
22.11, 14.00 Uhr
Todesstrafenrepublik Iran zu Gast in Bochum
Medizinische Flüchtlingshilfe prangert 'Geschäfte auf Kosten der Menschenrechte' an

Anlässlich der Eröffnung der Sonderausstellung "Persiens Antike Pracht" am 28.10.04 im Bochumer Bergbaumuseum durch Minister Clement erklärt Kamelia Achbari Azad, Vorstand der Medizinischen Flüchtlingshilfe Bochum: "Mit großer Empörung hat die Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum zur Kenntnis genommen, dass eine Delegation des Iran von Wirtschaftsminister Clement und Oberbürgermeisterin Scholz empfangen wird. Der Delegation gehören an: der Vizepräsident, der Vizepräsident der Organisation für das Kulturerbe und Tourismus und der Vizeminister für wirtschaftliche und internationale Angelegenheiten. Dass die Delegation in Anwesenheit von Minister Clement und Ex-Wirtschaftsminister Müller im Bergbaumuseum die Sonderausstellung Persiens Antike Pracht eröffnen wird, macht das menschenrechtsverletzende Regime in Deutschland hoffähig. 'Es ist nicht akzeptabel, dass Menschenrechtsfragen hinter wirtschaftlichen Interessen verschwinden.', so Kamelia Achbari Azad von der Medizinischen Flüchtlingshilfe. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass das Delegationsmitglied Hossein Marashi, Vizepräsident des Iran, im Oktober dieses Jahres verkündete, dass zwei Kunst-Schmuggler zum Tode verurteilt wurden. 'Ein Vizepräsident, der die Todesstrafe verkündet, ist in Deutschland nicht akzeptabel. Wir fordern die Oberbürgermeisterin und Wirtschaftsminister Clement auf, die Todesstrafe in Iran eindeutig zu verurteilen und den Besuch der Delegation abzusagen.', so Achbari Azad weiter." >>weiter

22.11, 08.00 Uhr
Infoveranstaltung gegen den rassistischen Normalzustand -
Aufruf zur Demo in Neuss

Der AStA der Ruhr-Uni und viele andere Bochumer Gruppen rufen zur Teilnahme an der
Demonstration am 27.11. gegen den Frauen-Abschiebeknast in Neuss auf, die anlässlich des 'Internationalen Aktionstages gegen Gewalt gegen Frauen' stattfindet. Treffpunkt für eine gemeinsame Anreise aus Bochum ist um 12.50 Uhr auf Gleis 3 (Regionalexpress Richtung Düsseldorf).
Am Dienstag, dem 23.11. lädt der AStA der Ruhr-Uni ab 19.30 im KulturCafé zu einer Veranstaltung zur Mobilisierung für die Demo ein. In der
Einladung heißt es u.a.: "Rassismus gehört bei uns, egal ob in der Politik oder auf der Strasse, immer noch zum Alltag. Engagement in diesem Bereich ist weiterhin wichtig, wie zum Beispiel bei den jährlichen Demonstrationen gegen die Abschiebeknäste in Neuss und Büren. In Neuss gibt es seit 1993 den deutschlandweit einzigen Frauenabschiebeknast. Momentan sind dort 60 bis 80 Frauen inhaftiert, deren einziges „Verbrechen“ ist, dass sie die Kraft und den Mut aufgebracht haben, sich gegen Angriffe auf ihre körperliche Unversehrtheit und ihre Menschenrechte zu wehren."
21.11, 23.00 Uhr
Die Montagsdemonstration zieht vor das Büro der PDS:
"Die Zwiespältigkeit in der Sozialpolitik der PDS soll diskutiert werden"

Die VeranstalterInnen der Montagsdemonstration verlangen morgen von der PDS eine Diskussion zu den Themen Hartz IV und Agenda 2010: "Wie sieht die reale Politik der PDS im Gegensatz zu ihrem Wahlprogramm aus?" Angekündigt sind u.a.Redebeiträge zur Rolle der PDS bei der Umsetzung von Sozialabbau in Berlin sowie zur aktuellen Kommunalpolitik in Bochum. Außerdem soll die Haltung der PDS zur Hochschulbildung und zur Unterstützung der Protestbewegungen gegen Hartz (Montagsdemos) angesprochen werden
Die Demonstration beginnt mit einer Auftaktkundgebung um 18.00 Uhr in der Huestr/Einmündung Hellweg. Der Zug geht über den Hellweg/ Südring bis zur Universitätsstr. 39 (Parteibüro der PDS).
21.11, 23.00 Uhr
Die Durchführung von Arbeitszwangsmaßnahmen - 1-Euro-Jobs - soll mit einem Beirat demokratisch bemäntelt werden
Die NutznießerInnen wollen sich selbst kontrollieren, Betroffene sollen nicht mitreden
Bei einer öffentlichen Veranstaltung im Rahmen des ev. Sozialpfarramtes am 18.11.04 erklärte Dr. Heide Ott, die Leiterin des Bochumer Sozialamtes, dass in Bochum die Umsetzung der 1-€-Jobs durch einen noch zu gründenden Beirat kontrolliert werden soll. In diesem Beirat – ca. 12 bis 15 Personen – sollen vertreten sein: Agentur für Arbeit, Stadtverwaltung, Wohlfahrtsverbände, Kammern, Kreishandwerkerschaft, Parteien, DGB.
Nicht vorgesehen sind VertreterInnen der Betroffenen: etwa Erwerbslosenverbände, Betriebsräte oder Personalvertretungen. Somit kontrollieren sich die NutznießerInnen einer störungsfreien Umsetzung von 1-€-Jobs (Wohlfahrtsverbände, Kommune, Agentur für Arbeit) weitgehend selbst.
Ob ein Mitglied aus den Reihen der Gewerkschaften zu erwartende Unregelmäßigkeiten / Mitnahmeeffekte, vor allem aber „Unzumutbarkeiten“ entdecken kann und will, wird von vielen Betroffenen bezweifelt. Sie haben zu oft die Erfahrung gemacht, dass die unkritische Nähe der Gewerkschaftsspitze zur SPD dafür sorgt, dass die insbesondere die Stadtverwaltung nicht ernsthaft kontrolliert wird.
Hintergrund der Bildung solcher Beiräte ist offenbar die bundesweite gemeinsame Erklärung von kommunalen Spitzenverbänden, Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege und der Bundesagentur für Arbeit (BA) vom 14. Oktober 2004: „... Zusammenarbeit der Akteure bei der Durchführung der Maßnahmen - den Dialog stärken“. Appelliert wird an alle Beteiligten auf lokaler Ebene, intensiv das Gespräch miteinander zu suchen. Dazu können „Möglichkeiten wie zum Beispiel Konsensrunden oder Beiräte genutzt bzw. installiert werden.“
Die AG "soziale Grundrechte" in Bochum möchte hingegen noch ein bisschen mehr Demokratie wagen: Sie prüft derzeit ein Bürgerbegehren gegen die kommunale Beteiligung an 1-€-Jobs.
Samstag, 20.11., 13.30 Uhr,
Sonntag, 21.11., 19.04Uhr, Radio Friedensplenum, Urbo (Radio 98.5):
Zusammenhang zwischen der Aufrüstung der Bundeswehr und dem Sozialabbau
Am morgigen Sonntag gibt es wieder Radio
Friedensplenum im "Unabhängigen Radio Bochum", Urbo. Schwerpunkt der Sendung ist ein Interview mit Wolfgang Dominik. Wolfgang Dominik ist Mitglied der DFG/VK und der VVN/BDA. Thema des Interviews:"Gibt es einen Zusammenhang zwischen der geplanten Aufrüstung der Bundeswehr und dem Sozialabbau." Zu empfangen ist die Sendung auf der Frequenz von Radio 98.5 (UKW 98,5 MHz und im Kabel 99,4 MHz).
19.11, 23.00 Uhr
Eklat führt zur Unterbrechung der DüBoDo-Erörterung
Karnevaleske Ignoranz der Planungsbehörden zur Beschäftigungssituation bei Opel Bochum

Zum gestrigen Eklat während der A 44/DüBoDo-Erörterung erklärt Eckhard Stratmann-Mertens, Sprecher der
Bürgerinitiative Bochum gegen die DüBoDo: "Gestern Nachmittag am 19. Tag der Erörterung der geplanten A 44/DüBoDo in Bochum (sog. Opel-Querspange) kam es zum Eklat zwischen dem Landesbetrieb Straßenbau als Planungsbehörde und der einwendenden Bürgerinitiative. Diese hatte während der Anhörung im September von der Leiterin des Landesbetriebes im Erörterungstermin, Frau Sauerwein-Braksiek, die Zusage erhalten, nähere Informationen zum Beschäftigungsabbau im Werk Opel I im Zeitraum 1997 bis heute zu erhalten. Diese Daten sind von Bedeutung, um die verkehrliche Belastungssituation auf der Wittener Straße abschätzen zu können, und spielen für die angebliche Notwendigkeit der Anschlussstelle Markstraße (Nähe Opelring) der geplanten A 44 eine Rolle.
Gestern legte der Landesbetrieb seine angekündigten Zahlen vor: Nach Rückfrage im städtischen Planungsamt (Herr Töpfer) lautete die Antwort: Die Zahl der Beschäftigten bei Opel für die Jahre 1997 und 2004 sind der Stadt nicht bekannt. Datum der Auskunft: der 11.11. im Jahre 2004.
Die Reaktion der Bürgerinitiative darauf war Entrüstung und Spott: Jeder interessierte Zeitungsleser kenne die derzeitige Beschäftigtenzahl bei Opel Bochum, nicht aber die beteiligten Planungsbehörden (Landesbetrieb Straßenbau und städtisches Planungsamt). Darüber hinaus werfe diese Desinformationspolitik ein bezeichnendes Licht auf das Verhalten des Landesbetriebes Straßenbau und ihrer Leiterin im Rahmen der Bürgerbeteiligung: eine Kombination aus Arroganz der Macht mit Dummheit.
In der folgenden aufgeheizten Atmosphäre musste dann die weitere Erörterung für diesen Tag ausgesetzt werden."
19.11, 23.00 Uhr
Samstag, 20.11., 20 Uhr Bahnhof Langendreer:
Konzert der Humanitäten Cuba Hilfe Bochum
Ella y Ellos

Cuba Benefiz-Konzert ++ zugunsten von Projekten in den "Hurrikanprovinzen" Pinar del Rio und La Habana
Musik aus Spanien, Lateinamerika und der Karibik bis hin zum Latin-Pop, dynamisches Gitarrenspiel und kraftvolle Gesänge, lateinamerikanisches Flair, ein Hauch Exotik und heiße tanzbare Rhythmen: das sind Ella y Ellos - La Cubana.
Näheres.

18.11, 23.00 Uhr
Aktionskreis 19. Oktober fordert Opel-Geschäftsleitung zum Einlenken auf
Der während des jüngsten Arbeitskampfes bei GM/Opel gegründete Aktionskreis 19. Oktober wendet sich in einem offenen Brief 'mit allem Nachdruck' an die Geschäftsleitung von Opel Bochum. Der Aktionskreis fordert die Verantwortlichen auf, 'die beiden im Zusammenhang mit den Arbeitsniederlegungen im Oktober 2004 ausgesprochenen Kündigungen mit sofortiger Wirkung zurückzunehmen und keinerlei ähnliche Sanktionen gegenüber anderen im Zuge des aktuellen Arbeitskampfes aktiven Belegschaftsmitgliedern zu verhängen.' Auch die Forderungen der bereits auf der Uni-Vollversammlung am 3.11. verabschiedeten
Resolution zur Opel-Krise werden noch einmal erneuert. Der offene Brief kann HIER online mitunterzeichnet werden.
18.11, 20.00 Uhr

159 : 0 für den Mieterverein
Sozialamt und Arbeitsagentur stoppen Vertreibung von MieterInnen

Die Umzugsaufforderung, die die Wattenscheider Mieterin Christel Sümnich von der Bundesagentur für Arbeit bekommen hat, ist tatsächlich kein Einzelfall. Das bestätigte Agenturchef Luidger Wolterhoff heute Morgen im Gespräch mit dem Mieterverein. Danach hat die Agentur unter den insgesamt 3650 erlassenen ALG II-Bescheiden 159 solcher Schreiben an Mieter/innen verschickt, deren Unterkunftskosten über den in Bochum geltenden Sätzen liegen.
Eine Panne ist das Ganze dennoch. Denn der Text ist zwar der gleiche, den bisher auch das Sozialamt an Sozialhilfeempfänger/innen verschickt hat, deren Miete zu hoch war; und die Übernahme dieses Textes war auch Ergebnis gemeinsamer Schulungen der künftigen Mitarbeiter/innen der Arbeitsgemeinschaft, die Sozialamt und Agentur demnächst bilden werden. Ein Startschuss, diese Schreiben auch zu versenden, war zwischen den beiden Behörden aber nicht abgesprochen. Das bestätigte auch die ebenfalls teilnehmende Sozialamtsleiterin Dr. Heide Ott. Wolterhoff hat deshalb den Versand dieser Schreiben sofort nach Bekanntwerden gestoppt.
Jetzt soll alles anders werden. Noch am Freitag wird zwischen Bundesagentur und Sozialverwaltung ein neuer Text abgesprochen, der zwar das Problem der zu hohen Miete ansprechen, aber keine Umzugsaufforderung enthalten soll. Der Text soll dem Mieterverein vorab vorgelegt werden. Alle 159 Betroffenen will die Agentur kurzfristig erneut anschreiben, um sich für eventuelle schlaflose Nächte zu entschuldigen.
Wolterhoff und Ott bestätigten ausdrücklich, dass vor dem 30. 6. niemand tatsächlich umziehen müsse und Umzugsaufforderungen insgesamt die Ausnahme bleiben sollen. In jedem Falle werde es eine konkrete Einzelfallprüfung geben, bei der auch die Angemessenheit der Maßnahme eine Rolle spiele. Dass hohe Umzugskosten übernommen werden müssten, um minimal Miete zu sparen, sei sicher nicht das Ziel.

18.11, 19.00 Uhr
A 44/DüBoDo-Erörterung verkommt zu bloßer Anhörung.
Bezirksregierung stützt Blockadestrategie des Landesbetriebs

Für die
Bürgerinitiative Bochum gegen die DüBoDoerklärt Wolfgang Czapracki-Mohnhaupt als Sprecher: "Die schlimmsten Befürchtungen der Bürgerinitiative Bochum gegen die DüBoDo vor Eintritt in die Fortsetzung der A 44/DüBoDo-Erörterung wurden am zweiten Erörterungstag noch übertroffen.
Der Landesbetrieb verhinderte jede substantielle Erörterung über das ergänzende Schadstoffgutachten. Anstatt die aufgeworfenen Problempunkte in der Sache zu erörtern, hörte der Landesbetrieb die Bürgerinitiative quasi nur an. Hierbei überraschte der mit sechs sachkundigen MitarbeiterInnen vertretene Landesbetrieb durch fachliche Inkompetenz. Bei 18 von 20 konkreten Fragen zum Gutachten musste der Landesbetrieb passen. Der Landesbetrieb gab stereotyp zu Protokoll, die konkrete Frage mangels ausreichender Kompetenz nicht beantworten zu können.
Die Bezirksregierung als Anhörungsbehörde unterstützte die Verhinderungsstrategie des Landesbetriebs. Mehrere von der Bürgerinitiative mit der Begründung gestellte Vertagungsanträge, der planenden Behörde solle die Möglichkeit zur Aufarbeitung ihres Wissensdefizits gegeben werden, lehnte der Versammlungsleiter mit der Begründung ab, die Bürgerinitiative habe keinen Anspruch auf sachliche Erörterung des Gutachtens. Die Bürgerinitiative dürfe nicht quasi als Obergutachter auftreten.
Auch der Hinweis an den Versammlungsleiter, dass er mit dieser seiner Rechtsansicht allein stehe, veranlasste ihn nicht zum Einwirken auf den Landesbetrieb.
Nach der einschlägigen Kommentierung zum Verwaltungsverfahrensgesetz haben die Beteiligten nämlich nicht nur Anspruch auf Anhörung, sondern vor allem auch auf substantielle sachliche Erörterung der Einwendungen und der damit in Zusammenhang stehenden Aspekte des Plans, insbesondere auf eine Erörterung, die auf die wesentlichen Punkte und Materialien sowie auf die entscheidungserheblichen Gutachten eingeht"

18.11, 09.00 Uhr

Sonntag, 21.11., 19 Uhr, Bahnhof Langendreer:
Argentinien: Liebe, Tango, das Leben

Argentinien ist pleite und steckt in der tiefsten sozialen und wirtschaftlichen Krise seiner Geschichte. Etwa fünfzig Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze, jedes fünfte Kind ist unterernährt, dreißig Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung hat keine Arbeit oder ist unterbeschäftigt. Die schlechte wirtschaftliche Lage hat viele Betriebe dazu veranlasst, die Arbeit einzustellen. Nach dem Bankrott der Besitzer haben sich zum Teil die bisherigen Arbeiterinnen und Arbeiter entschlossen, die Produktion der Firmen aufrecht zu erhalten. Inzwischen betreiben etwa 15.000 ArbeiterInnen 180 instandbesetzte Betriebe. Die Regierung Argentiniens versucht, diese Betriebe vom Marktzugang zu isolieren und die Selbstverwaltung in den Fabriken zu zerschlagen.
Ein Beispiel für diese Selbstverwaltung ist die Textilfabrik Bruckmann in Buenos Aires, die zum größten Teil durch Frauen betrieben wird. Eine der Arbeiterinnen von Bruckmann wird über die Erfahrungen mit der ökonomischen Krise und die Chancen und Schwierigkeiten der Selbstverwaltung von Fabriken unter den Bedingungen staatlicher Repression berichten.
Im Anschluss wird die argentinische Gitarristin und Sängerin
Marili Machado (Foto) mit Tangostücken über Hoffnung, Armut, die Stimmung in der Arbeitergegenden und Porträts von sich durchkämpfenden Menschen auftreten.
18.11, 07.00 Uhr

A 44/DüBoDo-Erörterung kommt nur schwer in Gang:
Vertagungsantrag abgelehnt, Befangenheitsgesuch gestellt.

Für die Bürgerinitiative Bochum gegen die DüBoDo erklärt Wolfgang Czapracki-Mohnhaupt als Sprecher: "Die Erörterung begann am 16.11.2004 mit einer Überraschung: Zu dem Verkehrsknotenpunkt Außenring/Unistraße reichte der Landesbetrieb ein Verkehrsgutachten nach, das "in der Hektik der Endphase der Erörterung" vor den Herbstferien angeblich vollkommen übersehen worden war. Die Bürgerinitiative prüft die nachgereichte Unterlage zur Zeit.
Das Verkehrsgutachten zu dem Lkw-Anteil liegt immer noch nicht vor. Zwar zitierte der Landesbetrieb aus ihm bereits vorliegenden Berechnungen, diese wurden der Bürgerinitiative jedoch nicht zur Verfügung gestellt. Deshalb mussten die aus diesen Unterlagen gezogenen Schlussfolgerungen seitens des Landesbetriebs zu Protokoll widerrufen werden.
Die Bürgerinitiative rügte erneut, dass eine substanzielle Erörterung wegen der fehlenden Gutachten nicht möglich ist. Einen Antrag auf Vertagung der Erörterung bis zum Eingang sämtlicher in Arbeit befindlicher Gutachten und Offenlegung der zugrundeliegenden Untersuchungen lehnte die Bezirksregierung Arnsberg ab.
Über das darauf gegen den Versammlungsleiter und seine Vorgesetzten gestellte Befangenheitsgesuch muss nun die Regierungspräsidentin persönlich entscheiden.
Auch ohne Offenlegung der zugrundliegenden Untersuchungen soll die Schadstoffproblematik in den nächsten beiden Tagen erörtert werden.
17.11, 23.00 Uhr

"Schafft Rote Hilfe!"

Die Gruppe Bochum/Dortmund der
Roten Hilfe und die Vereinigung Demokratischer Juristinnen und Juristen Dortmund/Bochum laden zu einer Veranstaltung am 25.11. um 20 Uhr im Depot, in Dortmund, Immermannstr. 39 ein.
Der Roten Hilfe Deutschlands gehörten in den 1920er und frühen 30er Jahren Hunderttausende Mitglieder vor allem aus der Arbeiterschaft an. Die Rote Hilfe sammelte Gelder und Lebensmittel für die Familien politischer Gefangener aus der Arbeiterbewegung und stellte Rechtsanwälte bei politischen Prozessen. Daneben gab es aber auch die alltägliche Kleinarbeit des "Roten Helfers" das Sammeln von Spenden für die Familienhilfe oder Unterschriften für die Vollamnestie, der Kontakt zu politischen Gefangenen durch Besuche und Briefe, das Organisieren von Demonstrationen, Filmabenden und Gedenkveranstaltungen. Unter dem Nationalsozialismus leisteten Rote HelferInnen im Untergrund aktiven Widerstand.
Referent ist der Historiker Dr. Nick Brauns, Autor des Buches "Schafft Rote Hilfe! Geschichte und Aktivitäten der proletarischen Hilfsorganisation für politische Gefangene in Deutschland (1918 - 1938)".
Das Flugblatt zur Veranstaltung.
17.11, 23.00 Uhr
Gorleben, Neuss, Düsseldorf, Karlsruhe

In verschiedene Regionen führt die aktuelle bsz Nr. 643. Rückblickend wird über den Castortransport nach Gorleben von Anfang November berichtet. Des weiteren gibt es einen Artikel zur Demonstration zum Frauenabschiebeknast in Neuss am 27. November und eine Bewertung deutscher Erinnerungskultur anlässlich des Vortrags von Jörg Friedrichs im Haus der Geschichte. Hochschulpolitisch geht es um die Anhörung bei der Verhandlung um das Hochschulrahmengesetz vorm Bundesverfassungsgericht und neues von den Klagen gegen das Studienkontengesetz in NRW.
17.11, 22.00 Uhr

Studiengebühren-Mautstation auf der Unibrücke
Aktionstag und Demonstration
Gegen Bildungshürden - Auf die Barrikaden

„Bildung für alle und zwar umsonst" forderten 350 Studierende der Ruhr-Universität und der Evangelischen Fachhochschule empört im Nieselregen. Ihre Demonstration richtete sich gegen die Pläne von Bundes- und Landesregierungen, den Weg für allgemeine Studiengebühren frei zu machen. An der Bereitschaft der Länder, diese einzuführen, besteht nach Auffassung der Bochumer Studierendenvertretungen kein Zweifel.
„In den Parteien haben wir im Kampf gegen die Studiengebühren keine Verbündeten mehr" fasste Alija Catic vom AStA der Ruhr-Universität vor dem Rathaus die gegenwärtige Debatte zusammen und übergab das Wort an Clarissa Zissen vom Vorstand der DGB-Jugend NRW. Sie stellte in ihrer Rede heraus, dass Studiengebühren gerade Jugendliche aus lohnabhängigen Elternhäusern vom Studium abschrecken und tendenziell vom Studium ausschliessen. Sie bot den Studierenden die Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften an. Auf der Abschlusskundgebung stellte Michael Trube vom AStA der RUB noch einmal die drastischen Auswirkungen der Sparpolitik des Landes bei den Hochschulen heraus. Anschliessend wies Reinhard Wegener, ein Sprecher vom Bochumer Sozialforum, auf die systematische Verarmung ganzer Bevölkerungsschichten durch die Sozialpolitk der Bundesregierung hin.
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17.11, 20.15 Uhr
Donnerstag, 18.11., Einlass 19.00 Uhr/Beginn 20.00 Uhr, Bhf. Langendreer, Halle
Soli-Konzert der Jugendorganisation
Steinschleuder e.V.:
AlphaBoyschool | Lavavain - Rock | Ratatouille - Ska, Reagge
vom Erlös baut die Jugendorganisation Steinschleuder e.V. ein Schulgebäude in Tansania. Die Steinschleuder ist ein kleiner von Jugendlichen selbst organisierter Verein, der in den Ferien Baucamps veranstaltet. Diese werden nur durch Spenden und Einnahmen aus Veranstaltungen wie dieser finanziert. Während des Konzertes verkauft die Steinschleuder interessantes Mitgebrachtes von früheren Baucamps in Afrika.
16.11, 18.00 Uhr
Studentischer Aktionstag an der Ruhr-Uni
Gegen Gebühren und Kürzungen!

Der AStA der Ruhr-Universität rechnet damit, dass das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe die 6. Novelle des Hochschulrahmengesetzes verwerfen wird. Damit wäre der Weg frei für generelle Studiengebühren - wenn die Studierenden es hinnehmen. Mit einem Aktionstag am Mittwoch sollen die Studierenden auf die Gefahr genereller Studiengebühren aufmerksam gemacht werden.
"Die Gefahr ist real", warnt Jonas Spiegel, Vorsitzender des AStA an der Ruhr-Universität mit Blick auf die leeren Kassen des Landes Nordrhein-Westfalen, "wenn das Gebührenverbot fällt, werden die Länder von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Und auch die rot-grün regierten; da kann uns keiner was erzählen." Die Konsequenzen liegen aus Sicht der Studierendenvertretung auf der Hand. Sie befürchtet, dass zahlreiche Studierende aus finanziellen Gründen ihr Studium abbrechen müssten. "Wir haben durch unsere Beratungsangebote mitbekommen, wie schon die Strafgebühren für `Langzeitstudierende´ vielen Studis finanziell das Genick gebrochen haben" erinnert Jonas Spiegel, "wir können uns vorstellen, was allgemeine Gebühren bedeuten."
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16.11, 18.00 Uhr
Mieterverein: Umzugsaufforderung keine "Panne"
Beim Bochumer Mieterverein war vor einige Tagen das erste Mitglied aufgetaucht, das von der Bundesagentur für Arbeit zum Umzug aufgefordert worden ist, weil die Miete zu hoch sei - um 13,65 Euro. Siehe Meldung vom 11.11. Der Mieterverein hatte seit längerem vor dieser durch Hartz IV drohenden Mietervertreibung gewarnt. Die Sozialdezernentin der Stadt hatte darauf erklärt, dass es sich dabei nur um eine Panne gehandelt habe. Dazu hat der Mieterverein erneut Stellung genommen: "Die Agentur für Arbeit versucht, der Sozialdezernentin und der Öffentlichkeit einen Bären aufzubinden. Davon ist der Mieterverein Bochum, Hattingen und Umgegend e.V. überzeugt. Bei der Umzugsaufforderung der Agentur an unser Mitglied handelt es sich weder um eine 'Panne', noch um eine 'unglückliche Formulierung eines einzelnen Sachbearbeiters', stellt Mietervereins-Sprecher Aichard Hoffmann klar. "Es ist ganz eindeutig ein Standard-Text, in den lediglich die Werte der konkreten Wohnung und der Name der Leistungsbetzieherin individuell eingetragen werden. Wir wissen nicht, wie viele ALG II-Empfänger/innen bereits solche Schreiben erhalten haben. Aber gedacht ist der Text eindeutig zur mehrfachen Verwendung. Wenn so etwas bei der BA neuerdings ein Sachbearbeiter entwerfen darf, dann hat da eine Revolution stattgefunden." >>weiter

15.11, 23.00 Uhr

17.11. Aktionstag an der Ruhr-Uni Bochum

Im Rahmen der «Bundesweiten Kampagne gegen Studiengebühren» findet am Mittwoch, 17.11. ein Aktionstag an der Ruhr-Universität statt. Auf der Uni-Brücke wird es eine Aktion zu den drohenden Kürzungen bei der Hochschulfinanzierung und Studiengebühren geben. Anschliessend findet um 16.30 Uhr eine Demonstration in der Bochumer Innenstadt gegen Sozialabbau und die Einführung allgemeiner Studiengebühren statt. Treffpunkt ist um 16 Uhr auf der Uni-Brücke bzw. um 16.30 Uhr am Bochumer Hauptbahnhof.
Als vorläufiger Höhepunkt der Herbstkampagne finden am Samstag, 20.11. bundesweit Protestkundgebungen statt. In NRW gibt es eine Demonstration in der Landeshauptstadt.
Beginn der Demo ist um ca. 13.00 Uhr am Düsseldorfer Hauptbahnhof, die Abschlusskundgebung findet gegen 15.30 auf dem Burgplatz statt. Abfahrtszeit ab Bochum Bahnhof um 11.56 Uhr, Gleis 3.
>> Flugblatt Aktionstag

15.11, 15.00 Uhr

Nächste Runde in der A 44/DüBoDo-Erörterung beginnt am morgigen Dienstag

Initiative: "Landesbetrieb behindert substantielle Erörterung"
Für die Bürgerinitiative Bochum gegen die DüBoDo erklärt Wolfgang Czapracki-Mohnhaupt als Sprecher zur morgen beginnenden A 44/DüBoDo-Erörterung:
"Die Bürgerinitiative befürchtet für die nächsten Wochen erhebliche Behinderungen des Erörterungsrechts. Bereits im bisherigen Verlauf der Anhörung wurde eine substantielle Erörterung wiederholt durch den Landesbetrieb behindert. Vor den Herbstferien kam es dann zum Eklat:
Eine lange zugesagte Zusatzberechnung zum Schadstoffgutachten lag am letzten Tag der Erörterung noch nicht vor. Hieran erinnert erklärte der Landesbetrieb, eine Zusatzberechnung sei nicht erstellt, nicht in Auftrag gegeben und auch niemals zugesagt worden. Nach längerer Diskussion und kurzer Unterbrechung zog der Landesbetrieb dann das fertige Zusatzgutachten 'aus der Tasche'. Auch für die kommenden Termine sind bereits Einschränkungen des Erörterungsrechts erkennbar." [...]
"Damit erscheint eine sachgemäße Erörterung vieler noch offener Fragen ausgeschlossen. Dennoch hält die Bezirksregierung an der Fortsetzung des Erörterungstermins fest und hat bereits das Ende der Erörterung bestimmt. In der öffentlichen Bekanntmachung hat sie das Ende der Anhörung mit Ablauf des 30.11. 2004 festgelegt. Unabhängig vom weiteren Erörterungsverlauf und noch verbleibenden Erörterungsbedarf soll mit Ablauf des 30.11.2004 keine Erörterungsmöglichkeit mehr bestehen."
Im Wortlaut.
15.11, 13.00 Uhr
Die Rede von Uli Borchers auf der gestrigen Gedenkkundgebung der VVN liegt nun
im Wortlaut vor.

15.11, 13.00 Uhr
Kritik an bo-alternativ.de und der Veröffentlichungspraxis von Fotos
Die Antifa-Gruppe "kleine Strolche" kritisiert, dass auf bo-alternativ.de z. B. das untenstehende Foto veröffentlicht wird, das "Mitglieder der Bochumer Linken gut erkennbar abbildet". "Andere Menschen identifizierbar für Gegner und Feinde abzubilden, zeugt, unserer Meinung nach, von grober Fahrlässigkeit und/oder von wenig Erfahrung, reduzierten Auseinandersetzungen und mangelnden Verantwortungsgefühl."
Die Kritik im Wortlaut.
Praxis von bo-alternativ.de ist es bisher bei der Veröffentlichung oder Nichtveröffentlichung von Fotos, den Wünschen der VeranstalterInnen zu entsprechen.
14.11, 18.00 Uhr

NPD-Heldengedenkfeier mit städtischer Unterstützung?

Die VVN/Bund der Antifaschisten schreibt: "Es ist empörend: Das vor kurzem renovierte Ehrenmal in Wattenscheid ist von der neonazistischen NPD am Volkstrauertag zur einer 'Heldengedenkfeier' benutzt worden. Der Skandal wird perfekt, wenn man bedenkt, dass die traditionelle Wattenscheider Gedenkfeier zur Erinnerung an die Toten der Kriege und der Mahnung für den Frieden in diesem Jahr abgesagt worden ist. Da die NPD ihre 'Feier' im geschlossenen Teil des Ehrenmals in der Krypta abhalten konnte, stellt sich auch die Frage, wie die Neonazis in diesen abgeschlossenen Bereich gelangen konnte. Hier lag offensichtlich städtische Hilfe vor. Deutlich sichtbar ist nun der Kranz mit der Aufschrift. 'Wir gedenken Deutschlands Helden - NPD WAT' in der abgeschlossenen Krypta aus 5 Meter Entfernung zu besichtigen. Eine Beleidigung für alle Bürger, die den Volkstrauertag auch mit der Hoffnung auf Frieden, Völkerverständigung und Abrüstung verbinden. Die NPD hatte ihre Aktion vorher angekündigt, die sie auch ausdrücklich in eine Reihe mit ihren Aktivitäten gegen die Erinnerung an die Reichspogromnacht gestellt hat. Der NPD-Bezirksvertreter Cremer hatte in der vergangenen Woche in einer Anfrage an die Bezirksvertretung Wattenscheid versucht, die Verbrechen der Nazis gegen die jüdischen Bürger zu relativieren und in Frage zu stellen. Es fragt sich, wo in Wattenscheid die Schmerzgrenze im Umgang mit der NPD ist, oder ob hier eine klammheimliche Duldung vorliegt."

14.11, 17.00 Uhr
Gedenken an den antifaschistischen Widerstand
Mehr als 50 Teilnehmer gedachten auf der Gedenkkundgebung der VVN / Bund der Antifaschisten der ermordeten Widerstandskämpfer auf dem Zentralfriedhof am Freigrafendamm. Die Kundgebung stand im Zeichen des 60. Jahrestages der Hinrichtung von Moritz Pöppe und Johann Schmidtfranz. Ulrich Borchers, Betriebsratsvorsitzende und IGM-Mitglied, wies in seiner Rede auf die Ursachen von neofaschistischen Tendenzen hin. Er kritisierte das häufige Wegschauen und Verharmlosen von Neonazismus in der Gesellschaft. Er thematisierte den rasanten Sozialabbau. Dies führe zu Frust und Wut bei den Betroffenen, die dann häufig genug das Heil bei den braunen Ewiggestrigen suchen.
Die Rede im Wortlaut. Klaus Kunold rief dazu auf, für ein würdiges Denkmal für die ermordeten Antifaschisten zu spenden.

13.11, 23.00 Uhr

Erinnerungs- und Versöhnungsarbeit

Traditionell am Samstag vor dem Totensonntag fand heute eine symbolische Pflanzaktion an den Gräbern der Opfer des Faschismus auf dem Friedhof am Freigrafendamm statt. Annemarie Grajetzky, von den Frauen für den Frieden sagte u.a.: "Fast 60 Jahre sind die Menschen, die hier begraben sind, Nummern geblieben, gab es keine Namen hier an den Gräbern. Fast 20 Jahre haben wir der Toten gedacht ohne ihre Namen zu kennen. Seit dem 10. Juli nun erinnern Namensbücher an jede Frau und jeden Mann, die als Kriegsgefangene und Verschleppte zwischen 1941 und 1945 in Bochum zu Tode kamen. Den hier ruhenden Toten sind ihre Namen zurückgegeben worden. Es heißt nicht nur 1700 Kriegsgefangene und Verschleppte liegen hier, sondern jede Frau und jeder Mann ist nun mit ihrem und seinem Namen gewürdigt worden.
Diese Namensbücher sie sind wichtig für unsere Erinnerungs- und Versöhnungsarbeit. Auf den Seiten aus Metall, diese Seiten, die gegen Witterung und Zerstörung sicher sind, treten die Namen der lange vergessenen Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen zurück ins Bewusstsein. Sie leben mit uns."
Die Rede im Wortlaut.
12.11, 13.00 Uhr
Clement bedroht Unabhängigkeit der Justiz und erntet Ehrendoktorwürde durch die juristische Fakultät der RUB
Zur Verleihung der Ehrendoktorwürde an den Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, Wolfgang Clement, "beehren" sich die Sprecher der
Bürgerinitiative Bochum gegen die DüBoDo, Wolfgang Czapracki-Mohnhaupt und Eckhard Stratmann-Mertens, zu erklären:
"Zur Begründung für die juristische Ehrung des Wirtschaftsministers führt der Dekan der Bochumer Jura-Fakultät an, dass sich Clement 'als Mittler zwischen den Anliegen der Rechtswissenschaften und den Bedingungen der Rechtspraxis in einer komplexen Wirtschaftswelt' erwiesen habe (
Pressemitteilung der RUB vom 8.11.2004).
1. Zu diesen Verdiensten gehört sicherlich auch die Zusammenlegung des Justiz- und Innenministeriums in NRW unter dem damaligen Ministerpräsidenten Clement im Jahre 1998, die Anfang 1999 vom Landesverfassungsgericht NRW in Münster kassiert wurde. Begründung: Clement habe mit der 'gewachsenen Tradition eines eigenständigen Justizministeriums' gebrochen. (Az: VerfGH 11/98; Frankfurter Rundschau 10.2.1999) Nach Auffassung von vielen bedrohte Clement durch seinen Coup das Vertrauen in die Unabhängigkeit der Justiz.
2. Zu Clements Verdiensten um das Justizwesen gehört sicherlich auch die anschließende Ernennung seines Freundes Reinhard Rauball zum Justizminister; dieser musste baldigst zurücktreten, da er eine hochlukrative Nebentätigkeit nicht hatte genehmigen lassen. Clement zu diesem neuerlichen Vorgang: 'Er selbst habe mit der Ernennung Rauballs dem Ansehen der Justiz ´keinen Dienst´erwiesen' (FR 10.3.1999).
3. Zu dem angeblich ehrwürdigen Engagement Clements 'für den wirtschaftlichen Strukturwandel im Ruhrgebiet' (o.g. Pressemitteilung der RUB) gehören auch der Einsatz Clements für den Strukturkonservatismus milliardenschwerer Steinkohlesubventionen sowie die Vergeudung von zig Millionen Euro an Planungsgeldern für den gescheiterten Metrorapid anstelle einer effizienten Förderung des Öffentlichen Personenverkehrs im Ruhrgebiet.
Es ist schon ein Fanal in der Pflege der deutschen Rechts-Tradition und für die Ausbildung künftiger JuristInnen, wenn gerade die Juristische Fakultät einer deutschen Universität einen Politiker mit der Ehrendoktorwürde auszeichnet, der sich durch die Missachtung der Justiz weithin einen Namen gemacht hat.
12.11, 13.00 Uhr
feministische winteruni beginnt am Montag
Ein abwechslungsreiches Programm bietet auch in diesem Jahr die feministische winteruni, die erstmals in Form einer Veranstaltungsreihe vom 15. November bis 13. Dezember, immer montags, an der Ruhr-Uni Bochum stattfindet. Bis auf die erste finden alle Veranstaltungen um 19.30 Uhr im KulturCafé im Studierendenhaus statt. Veranstaltet wird die feministische winteruni von der ag feministische theorie und praxis in Kooperation mit dem AStA-Referat für Kritische Wissenschaften. Die ag feministische theorie und praxis ist eine interdisziplinäre Arbeitsgemeinschaft von Studentinnen, Promovendinnen und Post-Studentinnen, die sich 1997 gegründet hat.
„Besonders wichtig ist uns die Verzahnung von feministischen Wissenschaftsansätzen und den Möglichkeiten einer praktischen Umsetzung dieser im Alltag. Insofern soll auch nach den Vorträgen reichlich Möglichkeit zur Diskussion der vorgestellten Konzepte geboten werden”, betont Kristin Schwierz, Mitorganisatorin der
feministischen winteruni. ReferentInnen aus den verschiedensten Bereichen werden aktuelle Ansätze feministischer Forschung und Inhalte feministischer Praxis vorstellen. Den Auftakt macht am Montag, den 15.11., um 18.00 Uhr Silke Schneider, die sich in ihrem Vortrag mit der historischen feministischen Forschung zur Rolle von Frauen im Nationalsozialismus auseinander setzen wird.
12.11, 13.00 Uhr
PDS: "Stadtverwaltung will demokratische Rechte beschneiden"
In einer Erklärung schreibt die
PDS-Fraktion im Bochumer Rat: "Mit ihrem Vorschlag, die Hauptsatzung und die Geschäftsordnung zu ändern, will die Stadtverwaltung die Rechte der Bezirksvertretungen und des Rates beschneiden. So sollen alle Vergabeangelegenheiten und der Denkmalschutz nicht mehr in den Bezirksvertretungen und im Rat behandelt werden. Grundstücksgeschäfte sollen nicht mehr auf öffentlicher Sitzung erörtert werden, die Wertgrenzen, ab der sich Bezirksvertretungen und der Rat mit Angelegenheiten beschäftigen müssen, sollen deutlich angehoben werden. Dies alles begründet die Stadterwaltung mit einer 'Optimierung der Entscheidungsabläufe'. 'Es ist richtig: Demokratie, Kontrolle und Transparenz kosten Zeit und sind aus Sicht der Verwaltung vielleicht auch ineffizient. Mit dieser Begründung kann die Stadtverwaltung die Bezirksvertretungen und den Rat auch gleich ganz abschaffen. Ich meine, in Bochum gibt es nicht zu viel, sondern zu wenig Transparenz und Demokratie', erklärt die stellvertretende PDS-Fraktionsvorsitzende Bianca Schmolze. Die PDS wird sich allen Versuchen, demokratische Rechte zu beschneiden, widersetzen."
12.11, 09.00 Uhr
bsz Nr. 642 erschienen
Den Schwerpunkt der
aktuellen BSZ bilden die sozialen und bildungspolitischen Proteste dieses Herbste. Ausführlich wird über die Ergebnisse der Uni-Vollversammlung vom 3. November berichtet. Ergänzt wird dies mit einem Artikel über den Auftakt der "Agenturschluss Kampagne" in Gelsenkirchen vergangene Woche und der Demo zur Bundesagentur für Arbeit vom 6. November in Nürnberg. Vorgestellt wird noch die Auftaktveranstaltung der feministischen winteruni am 15. November sowie ein neues Fussballmagazin, das exklusiv auch in Bochum testweise erhältlich ist.
11.11, 23.00 Uhr
Sozialamt verweigert Set-Top-Box
Beim
Bochumer Mieterverein sind mehrere Mitglieder vorstellig geworden, denen das Sozialamt die Übernahme der Kosten für eine Set-Top-Box zum Empfang des neuen Digitalfernsehens verweigert hat. Hierzu erklärt der Mieterverein: "Ursache ist, dass sich die öffentlich rechtlichen Sender - anders als noch in unserem Ratgeber 'Digitalfernsehen' dargestellt, entschlossen haben, die Programme ARD, ZDF und WDF für eine Übergangszeit weiterhin auch noch analog zu verbreiten. Da SozialhilfeempfängerInnen und später auch ALG II-BezieherInnen sich bezüglich des Fernseh-Empfangs auf das Minimum verweisen lassen müssen, können die Sozialämter und Job-Agenturen die Kostenübernahme einer Set-Top-Box also so lange verweigern, bis auch diese Programme nur noch digital zu empfangen sind.
Dann aber müssen die Kosten übernommen werden, obwohl nach dem Sozialgesetzbuch II die Übernahme von Einmal-Kosten grundsätzlich nicht mehr vorgesehen ist. Denn es handelt sich um 'Erstausstattung für die Wohnung' (nach § 23, Abs. 3 Nr. 1 SGB II). Und nach dem Fernseh-Urteil des Bundesverwaltungsgericht (AZ: 5 C 7/95 vom 18. 12. 1997) zählt der Fernseh-Empfang zum Grundbedarf, der auch Sozialhilfe-EmpfängerInnen nicht vorenthalten werden kann.
11.11, 23.00 Uhr
Mieterinvertreibung durch Hartz IV: Es geht los!
Beim
Bochumer Mieterverein ist das erste Mitglied aufgetaucht, das von der Bundesagentur für Arbeit zum Umzug aufgefordert worden ist, weil die Miete zu hoch sei - um 13,65 Euro. Der Mieterverein erklärt: "Recht zu behalten macht nicht immer Spaß. Immer wieder hat der Mieterverein gewarnt, Hartz IV würde zu Mietervertreibung führen, weil für die Bezieher/innen von ALG II ab 1. Januar die gleichen Mietobergrenzen gelten wie bisher schon für Sozialhilfeempfänger/innen. Dementis von allen Seiten. Immerhin, der Sozialausschuss fasste den lobenswerten Beschluss, § 22 SGB II, der die Wohnkostenübernahme regelt, behutsam anzuwenden, um die Bildung von Mieterghettos zu verhindern. Doch dieser Beschluss bindet das Sozialamt, nicht aber die Bundesagentur für Arbeit. Und die hat jetzt einer Mieterin aus Günnigfeld eine Umzugsaufforderung geschickt - wegen 13,65 € im Monat! Dabei ist die Wohnung sogar billiger, als sie laut Mietspiegel sein dürfte - 4,09 € pro qm statt zulässiger 4,87 €. Auch die Betriebskosten sind eher moderat. Allerdings ist die Wohnung mit 57 qm um 12 qm zu groß. Insgesamt ergibt sich eine Überschreitung der Angemessenheitsgrenzen von 13,65 €. Im Gegenzug hätte die Agentur für Arbeit Umzugskosten zu tragen, die die Mieterin auf 1500 € schätzt. Neun Jahre würde es dauern, bis die Agentur diese Kosten durch die Mietersparnis wieder herein bekäme. Aichard Hoffmann vom Mieterverein: 'Ein Musterbeispiel für betriebsblinde Paragrafenanwendung. Mit `Verhältnismäßigkeit´ hat das absolut nichts zu tun. Wenn die Agentur von diesem Trip nicht ganz schnell wieder herunterkommt, ist die Ghettobildung vorprogrammiert.'"
11.11, 21.00 Uhr
1-Euro-Jobs bei der Wohlfahrt:
"Wir machen es nicht gerne - aber wir machen es"

Der Arbeitsagentur-Chef Wolterhoff und diverse freie Sozialeinrichtungen trafen heute beim Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV) zusammen. Wolterhoff referierte über ALG II, Hartz IV und 1-Euro-Jobs. In diesem Jahr sollen insgesamt mehrere Hundert noch "freiwillig", im nächsten Jahr schon mehrere Tausend Menschen für 1,20 € pro Stunde zur Arbeit gezwungen werden. Die überwiegende Zahl der anwesenden VertreterInnen der Sozialeinrichtungen war bereit, wenn auch "mit Bauchschmerzen", 1-Euro-Jobber zu beschäftigen (und natürlich davon auf doppelte Weise zu profitieren). Der Vorteil: von den 500 Euro, die pro JobberIn von der Arbeitsagentur gezahlt werden, kann die Einrichtung rund 280 Euro behalten - angeblich für Fortbildung, Integration etc. Die Begründung für ein letztlich doch gutes Gewissen bei der schrecklichen Tat: es gäbe immer weniger Geld für die Arbeit der Einrichtungen, ASS- und ABM-Stellen seien so gut wie weggefallen - und vor allem: viele JobberInnen wollten es doch so und wären letztlich auch froh, wieder regelmäßig etwas Sinnvolles tun zu können. Der letzte Gewissen-Rettungs-Anker für die Wohlfahrts-FunktionärInnen: Es solle versucht werden, nur "Freiwillige" zu bekommen. Das jedoch wird Agentur und Sozialamt vermutlich kaum interessieren. KritikerInnen brachten bei dem Treffen die Idee eines möglichen "Bürgerbegehrens gegen kommunale 1-Euro-Jobs" in Umlauf.

11.11, 21.00 Uhr
Namensbücher seit kurzem an den drei Gräberfeldern auf dem Friedhof Freigrafendamm
Jahrzehnte lang waren die Namen der Opfer der faschstischen Gewalt, deren Gräber sich auf dem Friedhof am Freigrafendamm befinden, ausgelöscht durch Nummern. Nun liegen an den Gräberfeldern Namensbücher aus. "Die Namensbücher" so Annemarie Grajetzky von den Frauen für den Frieden in der ev. Kirche, "wollen wir als Zeichen der Versöhnung bei unserer Pflanzaktion am kommenden Samstag in besonderer Weise wahrnehmen." Am Samstag, dem 13.11., ist um 11.00 Uhr am Haupteingang des Friedhofes der Treffpunkt zur traditionellen Pflanzaktion "Zeichen der Versöhnung planzen".

11.11, 21.00 Uhr
Bochum links
Eine neue Ausgabe von
"Bochum links", der Zeitung der Bochumer DKP, ist erschienen. Schwerpunktthema sind die Arbeitskämpfe bei Opel: Unter anderem ein Kommentar über die Abstimmung, über die Perspektiven des Arbeitskampfes und über die vorraussichtliche weitere Entwicklung des Standortes Bochum. Außerdem sind Berichte über die Aktivitäten der Sozialen Liste im Stadtrat und den Bezirksvertretungen zu finden, z. B. über Initiativen zur Senkung des Gas-Preises und einem Bochum-Pass mit einem Sozialticket für ALG II-EmpfängerInnen.

11.11, 21.00 Uhr
Motto der nächsten Montagsdemo:
Feiertagsklau und Arbeitszeitverlängerung

Die nächste Montagsdemonstration beschäftigt sich mit Hartz IV als Drohkulisse für den weiteren Abbau von ArbeitnehmerInnenrechten. Die Auftaktkundgebung beginnt um 18.00 Uhr auf der Huestr. / Einmündung Hellweg. Es gibt u.a.Redebeiträge über die Themen Lebensarbeitszeit und Flexiblilisierung der Arbeit, Abschaffung des Buß- und Bettages, Beschäftigungssituation in den USA (trotz langer Arbeitszeiten und weniger Feiertage) sowie der Arbeitsbedingungen in Unternehmen.
11.11, 18.50 Uhr
Skandalöse Vorfälle führten zum Tod des Anti-Castor Aktivisten in Frankreich
Das Bochumer Anti-Atom-Plenum, das Montag auf der Kundgebung der Montagsdemo mit mehreren Redebeiträgen zum Tod des jungen Sebastian Stellung bezogen hatte, findet in dem nachfolgendem Beitrag auf der Netzzeitung volle Bestätigung für die skandalösen Vorfälle:" Das Zusammenspiel mehrerer Faktoren führte zum Tod des Castor-Gegners in Frankreich. Der Zug fuhr zu schnell, ein Kontroll-Hubschrauber flog zum Tanken, und der Demonstrant stand hinter einer Kurve."
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11.11, 10.00 Uhr
„Häusliche Gewalt ist keine Privatsache“
Sie werden misshandelt, vergewaltigt, zwangsverheiratet, sogar ermordet: Weit über ein Drittel aller türkischen Frauen sind Opfer häusliche Gewalt. „Häusliche Gewalt ist keine Privatsache“ ist der Titel einer Veranstaltung, die am 11. November um 19.00 Uhr im Clubraum der Bochumer Volkshochschule stattfindet. Die Veranstalter: die Bochumer und Wattenscheider Gruppen der international tätigen Menschenrechtsorganisation amnesty international, der Bochumer Verein MIRA, der sich um die Beratung von Migrantinnen kümmert, und die VHS.
Im Mittelpunkt des Informationsabends steht die Situation von Frauen in der Türkei. Trotz erster gesetzlicher Verbesserungen gilt Gewalt in der Familie dort weitgehend als Privatsache. Bedrohte Frauen genießen nur einen unzureichenden Schutz, kritisiert amnesty international. Staatliche Beratungsstellen gibt es nicht, Frauenhäuser werden vom Staat nicht unterstützt. Behörden gehen Anzeigen nur ungenügend nach; und wenn es zu Anklagen kommt, dann gibt es oft nur milde Strafen für die Täter. Im Rahmen der Veranstaltung in der Volkshochschule wird auch ein Kurzfilm zum Problem der so genannten „Ehrenmorde“ gezeigt.

10.11, 17.00 Uhr

Hartz IV in der Arbeitsagentur: Alles nur noch schrecklich

Einen hochinteressanten, aktuellen Einblick in die so genannten Arbeitsmarktreformen aus der Sicht von Beschäftigten der Arbeitsagentur gab es gestern Abend im Bahnhof-Langendreer. Die Abteilung Politik und das Sozialforum hatten die ver.di-Personalrätin Brigitte Fuchs eingeladen.
Wichtigstes Ergebnis: die KollegInnen dort sind in großer Sorge darüber, dass sie ihre Beratungs-, Vermittlungs- und Schutzfunktionen gegenüber den Versicherten nur noch marginal oder gar nicht mehr ausüben können. Zum Beispiel sei "zumutbare Arbeit" (auf deren völlig entgrenzte Definition viele Arbeitgeber bekanntlich extrem scharf sind) nicht mehr ohne Weiteres von unzumutbarer Arbeit bzw. sittenwidriger Arbeit abzugrenzen. Dazu müssten ortsübliche Entgelte und die unterschiedlichsten Tarifverträge - wo es sie überhaupt noch flächendeckend gebe - bekannt sein. Dazu komme, dass einige Tarifverträge selbst bereits im Bereich der Sittenwidrigkeit lägen. Eine richtige Kontrolle der Bedingungen für 1-€ -Jobs (zusätzlich und gemeinnützig!) sei ebenfalls kaum möglich. Außerdem: wenn jetzt die Sozialämter beim ALG II auch vermitteln, kontrollieren und Druck ausüben dürften ("Optionsrecht der Kommunen"), wären repressive Praktiken der Sozialämter in der Arbeitslosenversicherung nicht mehr aufzuhalten. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, wie dringlich weitere Aufklärung und solche Hintergrundinformationen sind, je näher der 2.1.2005 rückt, an dem die Neuregelungen zur Anwendung kommen sollen.
09.11, 23.00 Uhr
Heute keine Nazi-Provokation
Das Polizeipräsidium Bochum teilt in einer Pressemitteilung mit, dass es "am gestrigen Montag eine Mahnwache, die die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD), Kreisverband Wattenscheid, für den heutigen Dienstag, 09.11.2004, unter dem Motto “Gegen einseitige Gedenkfeiern - Wir gedenken dem 9.11.1989 (Fall der Berliner Mauer) und unseren Toten” angemeldet hatte, verboten hat. Hiergegen legte der Anmelder beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen Widerspruch ein. Die 14. Kammer des Gerichtes bestätigte jedoch die vom Polizeipräsidium Bochum erlassene Verbotsverfügung."
09.11, 23.00 Uhr

Ein soziales Zentrum für Bochum

Wie bereits berichtet gibt es Anstrengungen in Bochum, ein soziales Zentrum zu errichten. Ein solches Zentrum soll Raum für Kultur, Politik und soziale Bindungen in einer zunehmend kommerzialisierten Innenstadt bieten. Mittlerweile liegt ein geeignetes Objekt vor, das den Ansprüchen gerecht wird. Die Anmietung dieses Objekts soll über den gemeinnützigen Verein Freiraum e.V. laufen, der die Räumlichkeiten für ein Infoladen/Infocafe nutzen möchte.
Um das ganze Projekt realisieren zu können, werden UntermieterInnen gesucht. Die OrganisatorInnen rufen daher auf: "Wer also Büroräume in einer netten Atmosphäre sucht, meldet sich beim Freiraum e.V. Informationen und Anfragen an
freiraum@bo-alternativ.net. Ein soziales Zentrum ist zum Greifen nahe. Entscheidet Ihr, ob Ihr Euch beteiligen möchtet.?"
Die Beitrittserklärung für den Freiraum e.V.
Die Konto-Nummer des Freiraum e.V.: Kto.: 30 7770 800, BLZ.: 430 60129 (Volksbank Bochum)
09.11, 22.00 Uhr
Gedenken an die Pogromnacht
Am 66. Jahrestag der Reichspogromnacht übergab heute die Oberbürgermeisterin der Öffentlichkeit eine Stele (Foto) die an die Zerstörung der Bochumer Synagoge erinnert. Ein Satz auf der Stele hatte im Vorfeld zu einer unsäglichen Diskussion geführt: "Öffentliche Proteste aus der Bevölkerung gegen die Zerstörung sind nicht bekannt geworden." Insbesondere aus Reihen der CDU war gegen diese Formulierung polemisiert worden nach dem Motto: In Bochum waren alle Widerstandskämpfer, aber in einem totalitären System konnte man ja nichts tun...
In der Hauptrede stellte der Historiker und Vorsitzende des Vereins "Erinnern für die Zukunft" Hubert Schneider eindrücklich die damaligen Opfer in den Mittelpunkt. Er schilderte, wie die Bochumer Jüdinnen und Juden den November 1938 erlebt haben. Er machte deutlich, wie unübersehbar die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung war. Er verlas u.a. Berichte von ZeitzeugInnen. Am Ende der Rede schlug Schneider die Brücke zur Aktualität: Wie wirken Nazi-Aufmärsche auf die heute in Bochum lebenden Menschen jüdischen Glaubens? (
Die Rede im Wortlaut)
In einem spontanen Beitrag griff der Vorsitzender der jüdischen Kultusgemeinde, Grigorij Rabinovich, diese Frage auf und schilderte sehr bewegt, was in ihm vorging, als er am heutigen Morgen die Nachricht hörte, dass Nazis in Essen einen Fackelzug zur alten Synagoge angemeldet hatten.

09.11, 20.00 Uhr
Kosovo nach dem NATO-Krieg
Folgen einer militärischen Intervention
Alexandra Krefeld und Rüdiger Midasch berichten am Mittwoch, dem 10.11., um 19.30 Uhr im Bahnhof Langendreer auf Einladung des Bochumer Friedensplenums über eine vom "UMBRUCH- Bildungswerk für Friedenspolitik und gewaltfreie Veränderung" im September 2004 durchgeführte Studienreise durch das Kosovo.
Die ReferentInnen - beide engagiert in der Flüchtlingsarbeit und in langjähriger Zusammenarbeit mit PartnerInnen im Kosovo - informieren in einem mit Bildmaterial gestützten Vortrag über die aktuelle Situation im Kosovo.
09.11, 20.00 Uhr

"Als die Sozialdemokraten die Arbeitslosen und Sozialhilfe-Empfänger zu faulen Schmarotzern erklärten und ihnen die Leistungen kürzten, habe ich geschwiegen - - - ;
ich war ja nicht arbeitslos..."

Die nach Einschätzung der OrganisatorInnen sehr gelungene Montagsdemo am gestrigen 8. November - einen Tag vor dem Gedenken an die Reichspogromnacht - stand unter dem Motto: "Wehret den Anfängen - gemeinsam gegen Sozialraub!".
In diversen Redebeiträgen wurde historisch und aktuell auf das per
Flugblatt verbreitete Thema eingegangen: "Mit Ein-Euro-Jobs auf dem Weg zum Reichsarbeitsdienst - erst die Sozialhilfeempfänger, jetzt auch die arbeitslosen ALG II - Empfänger - bald wir alle?
Trotz des neuen und ungewohnten, durch den Weihnachtsmarkt erzwungenen Treffpunktes, Huestraße / Hellweg waren wieder zwischen 80 und 100 Menschen gekommen. Es scheint, dass sich die regelmäßigen Montags-Demos im Selbstverständnis der TeilnehmerInnen stabilisieren, auch, wenn zur Zeit nicht die Massen dazustoßen. Für die OrganisatorInnen scheint klar, dass eine solche wöchentliche Aktion mit der Möglichkeit, auf aktuelle Schweinereien ebenso einzugehen wie auf Grundsätzliches und Historisches, eigentlich unverzichtbar ist und - wenn es eben geht - auf Dauer als "soziale Errungenschaft" erhalten werden sollte. Besonderen Eindruck hinterließ gestern die
Umwandlung eines Textes von Martin Niemöller.
09.11, 15.00 Uhr
Soziokultur in der Kritik
Mehr als 60 Interessierte nahmen am Montagabend an einer Diskussion im Bahnhof Langendreer teil, auf der recht heftig Kritik an den Verantwortlichen des sozio-kulturellen Zentrums geäußert wurde. Wichtige Veränderungen in der Personalstruktur - wie die Streichung von Stellen - würden nicht einmal öffentlich gemacht. Ein Konzept für neue Räumlichkeiten sei mit den NutzerInnen nicht diskutiert worden. Aktueller Anlass für die Debatte war die Neubesetzung der Stelle für Gesellschaftspolitik im Bahnhof Langendreer. Während die Altlinken überwiegend ganz zufrieden damit waren, dass die Stelle nicht gestrichen und mit einer ihnen vertrauten Person besetzt wird, hielten es vor allem die jüngeren BahnhofsnutzerInnen für einen Skandal, dass eine solche Stelle ohne öffentliche Ausschreibung und ohne Beteiligung der Gruppen im Bahnhof besetzt werden soll.
Der Konflikt blieb ungelöst. Die Verantwortlichen im Bahnhof wollen heute beraten. Die NutzerInnen treffen sich erneut am nächsten Montag im Bahnhof Langendreer.

09.11, 13.40 Uhr

Donnerstag, 11.11., Einlass 20.00 Uhr/Beginn 21.00 Uhr, Bhf. Langendreer, Halle
Radio El Zapote präsentiert:
MARKSCHEIDER KUNST

ein ungewöhnlicher Name für eine ganz ausgezeichnete und ungewöhnliche Band, auch vor dem Hintergrund ihrer Herkunft. Markscheider ist ein altes Wort für einen Bergbauingenieur und der Name macht Sinn, sind doch alle Musiker ehemalige Bergbaustudenten. Seit 1992 schon bereichert diese Kapelle die kulturelle Vielfalt des Universums. Mit ost-europäischer Musik im herkömmlichen Sinne (Bands wie Spitfire, La Minor, Ole Lukkoje, Akvarium..) haben sie kaum Gemeinsamkeiten, vom russischen Gesang einmal abgesehen. Kaum eine Band spielt die Fusion aus Latin, Salsa, Rumba, Afrocuban und Ska mit solch einer Leichtigkeit und Fröhlichkeit wie Mkunst. Nicht umsonst ist diese 9-köpfige Combo eine der Lieblingsbands von Funkhaus Europa, die übrigens das Konzert unterstützen, aufzeichnen und später ausstrahlen. Auch EL Zapote verteilt 5 Sterne!! Gesamter Infotext.
09.11, 10.00 Uhr
Ruhr-Uni bleibt sich mit ihren Peinlichkeiten treu:
Der Bundesminister für Sozialabbau und Arbeitslosigkeit, Wolfgang Clement, wird Ehrendoktor der Ruhr-Uni

Am Freitag, dem 12. 11., findet um 10.15 Uhr im Hörsaal HGA 10 eine Feierstunde statt, in der die juristische Fakultät der Ruhr-Uni Wolfgang Clement zum Ehrendoktor kürt.
Die Pressemitteilung der Ruhr-Uni.

07.11.23.00 Uhr

Bochumer Montagsdemo
Mit Ein-Euro-Jobs auf dem Weg zum Reichsarbeitsdienst
Im Aufruf zur Montagsdemonstration heißt es:
"· erst die Sozialhilfeempfänger!
· jetzt auch die arbeitslosen ALG-II-Empfänger!
· bald wir alle?
Keinen staatlich verordneten Arbeitszwang zu Dumpinglöhnen!
Schon einmal in der deutschen Geschichte gab es mit dem Reichsarbeitsdienst (RAD) ein Instrument zur Unterdrückung und Ausbeutung des auf Einkünfte durch Erwerbsarbeit angewiesenen Teils der Bevölkerung.
Der von Reichskanzler Brüning 1928 eingeführte RAD wurde von den Nationalsozialisten begierig aufgegriffen und weitergeführt.
Die Bochumer Montagsdemonstration fordert:
- keine Ausbeutung der Ärmsten und Wehrlosen durch Zwangsmaßnahmen der Regierung zur Arbeit
- keine Sanierung der mutwillig durch die Schröderpolitik ruinierten Staatsfinanzen über Billigst-Zwangsarbeit
- keine Demütigung und Disziplinierung der Arbeitslosen durch Zwang zu unterbezahlter Arbeit!"
Die Demonstration beginnt um 18.00 Uhr an der Ecke Huestr./Hellweg.

05.11.23.00 Uhr
Gedenkveranstaltung zum 66. Jahrestag der Reichspogromnacht
Dienstag, 09. November 2004, 17.30 Uhr, Harmoniestraße/Ecke Dr.-Ruer-Platz
Übergabe der Stele zur Erinnerung an die Bochumer Synagoge an die Öffentlichkeit

Auf der Stele ist folgender Text zu lesen:
»Hier stand die 1861 bis 1863 erbaute und später mehrfach baulich veränderte Synagoge der Jüdischen Gemeinde Bochum. Sie wurde in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 durch die SA zerstört. Öffentliche Proteste aus der Bevölkerung gegen die Zerstörung sind nicht bekannt geworden. Es ist unsere Aufgabe, die Ursachen hierfür sichtbar zu machen, damit wir aus ihnen für die Gegenwart und die Zukunft lernen.«

Die Hauptrede auf der Gedenkveranstaltung hält der Historiker Hubert Schneider, Vorsitzender des Vereins "Erinnern für die Zukunft".


04.11.23.00 Uhr
Ein soziales Zentrum in der Bochumer Innenstadt ist realisierbar
Seit einiger Zeit wird versucht, ein soziales Zentrum in der Bochumer Innenstadt - ohne Besetzung - sondern durch schlichte Zahlung eines Mietzinses durchzusetzen. Durch die Bestrebungen, ein recht preiswertes Ladenlokal in der alten Hattinger Strasse zu mieten, hatte die Suche einen ersten Höhepunkt bekommen. Dieser Versuch scheiterte, weil der Laden anderweitig vermietet wurde, so dass sich weiter nach anderen Räumen umgeschaut wurde. Mittlerweile hat sich ein neues geeignetes Objekt gefunden. Der alte Freiraum-Gedanke steht bei der Realisierung eines Infoladen/Infocafés im Vordergrund. So soll das Gebäude für ein Infoladen/Infocafe durch den gemeinnützigen Verein Freiraum e.V. gemietet werden. Damit soll nicht einfach nur ein Raum zur Verfügung gestellt werden. Der persönliche Austausch soll stets als Grundgedanke im Vordergrund stehen. Für die InitiatorInnen gilt: "Wir finden es wichtig, dass aktive Leute mit ihren Vorstellungen und ihrer Mitarbeit zu uns stoßen. Um unabhängig arbeiten zu können, sind wir auf Menschen angewiesen, die mit uns sympathisieren und uns finanziell mit Spenden und Mitgliedsbeiträgen unterstützen." Der Aufruf kann also nur lauten: "Werde Mitglied im Freiraum e.V.!"
Die Redaktion von www.bo-alternativ.de würde es als große Anerkennung für ihre Arbeit begreifen, wenn über diesen Aufruf genügend Mitgliedsbeiträge und Spenden zusammen kämen, um dieses Projekt zu realisieren. Es liegen bereits verbindliche Zusagen über 760 Euro monatliche Unterstützung vor. Es fehlen noch ca. 300 Euro monatlich und es gibt bereits in den nächsten Wochen ein soziales Zentrum in der Bochumer Innenstadt.
Die Beitrittserklärung für den Freiraum e.V..
Die Konto-Nummer des Freiraum e.V.: Kto.: 30 7770 800, BLZ.: 430 60129 (Volksbank Bochum)
04.11.23.00 Uhr
Gedenken an Bochumer Widerstandskämpfer
Mit einer Veranstaltung am Freitag, dem 5. November um 19.30 Uhr im Gemeindesaal der Christuskirche will die
VVN/BdA an zwei Bochumer Widerstandskämpfer erinnern. In der Einladung heißt es: "Am 27 Oktober 1944, vor nunmehr 60 Jahren wurden Moritz Pöppe (links) und Johann Schmidtfranz (rechts) vom 'Volksgerichtshof' wegen Vorbereitung zum Hochverrat u.a. zum Tode verurteilt. Die Hinrichtung fand 'vorschriftsmäßig' im Zuchthaus Brandenburg (Havel) - Görden statt und 'verlief ohne Zwischenfall'. Die beiden Kommunisten hatten aktiv in der nach ihnen benannten Gruppe Widerstand gegen die Nazis geleistet. Wir wollen den Widerstand dieser Männer gegen die Nazibarbarei würdigen. Auf unserer Versammlung wird Günter Gleising über den Widerstand der Pöppe/Schmidtfranz-Gruppe berichten. Die Schauspielerin Vesna Buljevic wird Dokumente aus dem Strafverfahren und antifaschistische Texte lesen. Jürgen Schade wird mit Mitgliedern der Songgruppe einige antifaschistische Lieder singen."

04.11.23.00 Uhr
Gemeinsamer Protest von Arbeitenden und Studierenden
Auf der gestrigen Vollversammlung der Ruhr-Universität wurde auf Initiative des im Umfeld der aktuellen Arbeitsniederlegungen bei Opel von Arbeitenden und Studierenden neugegründeten "Aktionskreises 19. Oktober" mit großer Mehrheit eine Resolution zur aktuellen Opel-Krise beschlossen. Der Aktionskreis hofft, "dass der Funken des gemeinsamen Protestes Arbeitender und Studierender auch auf andere Universitäten überspringt und es künftig verstärkt zu gemeinsamen Protestaktionen kommt, um den Arbeitenden an den GM/Opel-Standorten den Rücken zu stärken."
Die Resolution im Wortlaut.

04.11.21.00 Uhr
Dienstag, 9. November, 19.30 Uhr, Bahnhof Langendreer
Die rot-grünen Arbeitsmarkt-„Reformen“ und besonders „Hartz IV“ - aus Sicht der Beschäftigten der Arbeitsagentur
Mit Brigitte Fuchs, Personalrätin und Sprecherin der Ver.di-Vertrauensleute bei der Bochumer Agentur für Arbeit,

Das Bochumer Sozialforum und die Abteilung Politik des Bahnhof Langendreer laden ein: "Die neuformierten „Agenturen für Arbeit“ sind Dreh- und Angelpunkte der Umsetzung der sogenannten Arbeitsmarktreformen, die bekanntermaßen (bisher) in der Hartz IV-Gesetzgebung gipfeln. Damit wird den dort Beschäftigten ebenfalls einiges zugemutet. Sie haben nicht nur die Widersprüche zu verarbeiten, die einerseits zwischen der Propaganda und dem Druck der herrschenden Politik liegen, nämlich „jetzt Hartz zügig 1:1 umzusetzen“ - und andererseits den wirklichen, kläglichen Beschäftigungsmöglichkeiten Rechnung zu tragen. Die Beschäftigten sind darüber hinaus seit Jahren innerbetrieblich vor immer neue Anforderungen gestellt worden, begleitet von mieser öffentlicher Stimmungsmache, derzufolge die hohe Arbeitslosigkeit zum guten Teil auch der Arbeit der Arbeitsagentur zuzuschreiben sei.
Ein Stimmungsbild, wie diese Politik auf die Beschäftigten dort wirkt und wie sie reagieren, soll aber nur ein Aspekt der Veranstaltung sein. Darüber hinaus möchten wir erfahren, wie die „Umsetzung“ insbesondere von Hartz IV konkret vor sich geht. Etwa: gibt es z.B. Spielräume bei der neuen zwangsweisen „Vermittlung in zumutbare Arbeit“?
>>weiter.
03.11.18.00 Uhr
Vorbereitung »3. Bochumer Sozialforum«

Auf dem letzten Plenum des Sozialforums Bochum ist die Idee enstanden, die Vorbereitung des "3. Bochumer Sozialforums" zu planen. Auslöserin dieser Initiative ist die Diskussion über den Charakter der Auseinandersetzung bei Opel Bochum über den Erhalt der Arbeitsplätze und die Sicherung des Standortes.
Aufgrund sehr unterschiedlicher Einschätzungen über
• die Bedeutung der "Arbeitsniederlegungen" durch die Belegschaft
• die Rolle der IG Metall
• die Strategie des Vorstands von GM
• die Verhandlungsführung des Betriebsrats
Auf diesem speziellen Vorbereitungstreffen soll am Donnerstag, dem 4.11. um 19.00 Uhr im Bahnhof Langendreer darüber gesprochen werden, ob und wie aus dieser Thematik "Streiks und Abwehrkämpfe" ein Konzept für ein 3. Sozialforum entwickelt werden kann.
Stichworte für einen Themenkomplex wurden schon gesammelt:
• Wie steht es um das Streikrecht in Deutschland ?
• Entwicklung der Kämpfe der Belegschaften
• das "Besondere" an der Auseinandersetzung bei Opel Bochum
• Perspektiven für Arbeitsplätze: müssen wir die Automobilproduktion verteidigen?
03.11.14.00 Uhr

Heißer Herbst 2004 - einer der Höhepunkte:
Wir sagen stopp!

Großdemonstration zur Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg, 6.11.2004
Es gibt noch Mitfahrgelegenheiten nach Nürnberg. Der AStA der RUB hat zwei Busse organisiert, Abfahrt; Samstag, 6 Uhr; Bochum Hbf, 17,-€, Rückfahrt ab Nürnberg, ca. 16 Uhr. Unbedingt vorher anmelden: AStA: 322-7864, Bo-Sozialforum, c/o Bhf Langendr.: 6871635
Aus dem gemeinsamen Demoaufruf aller Gruppen und des Sozialforums Nürnberg):
"Gemeinsam gegen Sozialraub, Agenda 2010 und Hartz IV!
Eine andere Welt ist möglich und nötig!
Deshalb demonstrieren wir am 6. November zur Zentrale der Bundesagentur für Arbeit:
* weil sie bei der Durchsetzung der Hartz-Gesetze eine zentrale Rolle spielt,
* weil sie durch die Privatisierung der Vermittlung (PSA) der Wirtschaftskriminalität und Ausbeutung Vorschub leistet,
* weil die Stadt Nürnberg als Teil eines Pilotprojektes bei der Umsetzung des ALG II eine Vorreiterrolle einnimmt,
* weil die Bundesagentur ein wesentlicher Bestandteil im Gesamtkonzept der Agenda 2010 ist,
* als ein Teil einer bundesweiten Herbstkampagne, die von einem breiten Spektrum von Sozialverbänden bis zu antikapitalistischen Gruppen vorbereitet wird...
Näheres.
02.11.22.00 Uhr
Wie transparent - aber auch wie politisch - sind Entscheidungen im Bahnhof Langendreer?
In einigen Wochen beendet Reinhard Wegener seine bezahlte Arbeit in der Politik-Abteilung des Bahnhofs Langendreer. In einem offenen Brief schreiben das Bochumer Sozialforum und der AStA der Ruhr-Uni an den Bahnhof Langendreer, dass sie es sehr bedauerlich finden, "dass Ihr es auch in diesem Fall nicht für notwendig erachtet, über diesen Vorgang Öffentlichkeit herzustellen.
Auch dieses Mal seht Ihr offensichtlich keine Notwendigkeit, die Stelle offen auszuschreiben.
Über seine Nachfolge müßte doch zumindest mit den betroffenen NutzerInnengruppen des Bahnhofs gesprochen werden.
Wir möchten gern mit Euch in einer öffentlichen Diskussion darüber sprechen, wie transparent - aber auch wie politisch - Entscheidungen im Bahnhof Langendreer noch sind.
Die öffentlichen Mittel, die der Bahnhof erhält, waren zumindest anfangs ein Zugeständnis der herrschenden Politik an eine sozio-kulturell engagierte Öffentlichkeit in Bochum. Um den Erhalt dieser Mittel hat es eine Reihe von Kämpfen gegeben, an denen die NutzerInnen des Bahnhofes solidarisch beteiligt waren. Solidarität bedarf bekanntlich einer gewissen Gegenseitigkeit."
Der Brief im Wortlaut.
Am Montag, dem 8. November, wird es um 20.00 Uhr eine Diskussion über die Angelegenheit im Bahnhof Langendreer geben.

02.11.22.00 Uhr
Gespenster-Montags-Demo
Einundneunzig Menschen beteiligten sich gestern an der 12. Montagsdemo durch die fast menschenleere Bochumer Innenstadt. Sie hatten sich teilweise als Gespenster verkleidet. Im Bermuda-Dreieck ertönte das "Lied vom Tod" und lockte dann doch etliche Neugrige. In mehreren Redebeiträgen wurde deutlich gemacht, welche gespenstische Armut ab 1.1.05 auf viele Menschen in Bochum zukommt.
01.11.11.00 Uhr

Cross-Border-Leasing-Deal kann teuer werden

Unter der Federführung der jetzigen Oberbürgermeisterin Scholz hat die Stadt mit dem städtischen Kanalnetz einem Cross-Border-Deal bewerkstelligt, der windige Steuerschlupflöcher in den USA nutzte, um Geld in die marode Stadtkasse zu bringen. Die Frankfurter Rundschau schreibt am vergangenen Freitag: "Das endgültige Aus für das Steuersparmodell 'Cross-Border-Leasing' ist seit Freitag beschlossen. Das verabschiedete US-Gesetz gilt zwar nur für neue Verträge. Aber auch für die bisherigen Transaktionen droht Gefahr. Auf deutsche Städte könnten hohe Schadenersatzforderungen zukommen."
Der Artikel im Wortlaut.


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