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Kein (Atom)Müll in Nachbars Garten!
Castoralarm für Süddeutschland Schon wenige Tage nachdem der Castortransport von La Hague
nach Gorleben durchgeprügelt wurde, entlarvt sich das Geschwätz von Trittin und anderen PolitikerInnen
über unsere nationale Verantwortung für unseren Atommüll als leere Phrase. Mindestens 42 Castorbehälter
sollen allein in diesem Jahr ins Ausland verschoben werden. Bereits am 10. April werden aus 3 AKW´s (Philippsburg,
Biblis, Grafenrheinfeld) Castorbehälter nach Frankreich transportiert. Nur mit diesem Atommülltourismus
ist es den deutschen AKW Betreibern möglich ihre Atomkraftwerke weiter zu betreiben, denn eine dem Atomgesetz
entsprechende Entsorgung in Deutschland ist wegen der immer noch bestehenden Probleme mit strahlenden Castoren
nur bedingt möglich. Aber selbst die nach dem Atomgesetz durchgeführte sogenannte Zwischenlagerung dient
den AKW Betreibern nur als formaler Entsorgungsnachweis, da ohne Entsorgung kein AKW betrieben werden darf und
hat mit verantwortungsvollem Umgang mit hoch radioaktivem Material nicht das geringste zu tun. Verantwortbar ist
nur die Vermeidung von Strahlung und damit die Stillegung der laufenden Atomkraftwerke und zwar sofort! Bei den
Messungen der Castoren in Gorleben lag die Strahlung ca. um den Faktor 3 über dem zugelassenen Grenzwert.
Dennoch mussten Polizei und BGS bis zu 42 Stunden neben diesen Strahlenquellen Dienst schieben. Die Frage der Entlagerung
ist nach wie vor weltweit nicht gelöst und eine sichere Lagerung über 100000 Jahre auch nicht vorstellbar.
Die Verarbeitung von Atommüll in der WAA (Wiederaufbereitungs- Anlage) hat mit Recycling nichts zu tun, sondern
erhöht die Müllmenge um ca. den Faktor 20, radioaktive Abwässer und Abluft verseuchen Meere und
Landschaften. Die in der WAA hergestellten Brennelemente enthalten Plutonium und machen als MOX (Mischoxid Brennelemente)
den Betrieb der AKW´s noch unsicherer als er sowieso schon ist. Konsens ist Nonsens! Der von den Grünen und der SPD immer wieder angeführte
sogenannte Konsensvertrag ist weder von den AKW Betreibern unterschrieben noch sind die damit verbundenen Änderungen
des Atomgesetzes im Bundestag ratifiziert. Dieser Nonsens/Konsens hat außerdem mit Ausstieg gar nichts zu
tun sondern sichert den geregelten Weiterbetrieb der AKW´s bei geringeren Kosten für die Betreiber.
Neue Sicherheitsstandards nach dem heutigen Stand der Technik brauchen nicht installiert zu werden, Sicherheitsüberprüfungen
werden von den Betreibern selbst durchgeführt und die Milliarden Rückstellungen (derzeit mehr als 70
Milliarden DM) können weiter dazu benutzt werden in andere Industrien zu investieren, Mammutfusionen zu finanzieren
und Stadtwerke und Anbieter von regenerativen Energien vom Energiemarkt zu verdrängen. Gorleben als möglicher
Standort für ein Entlager ist weiter in der Diskussion und jeder Castor nach Gorleben verfestigt den Status
quo. Reise ans Ende der Demokratie
Der
letzte Castortransport nach Gorleben hat wieder deutlich gezeigt, dass Demokratie und Atomstaat sich gegenseitig
ausschließen. Ein ganzer Landkreis ist für Wochen im Belagerungszustand, die BewohnerInnen werden in
Geiselhaft genommen. Die Verbotszonen für Demonstrationen werden immer weiter ausgedehnt und die Infrastruktur
wird systematisch gestört, Volkxküchen werden beschlagnahmt, Camps entweder direkt verboten oder erst
erlaubt und dann grundlos geräumt. Der Sprecher von X1000xquer wird für 72 Stunden präventiv eingeknastet,
friedliche und gewaltfreie Sitzblockaden werden mit Polizeiknüppeln aufgelöst und die TeilnehmerInnen
in 50 Km Entfernung auf dem platten Land ausgesetzt. Während laufender Polizeieinsätze werden von der
Einsatzleitung Warnungen vor angeblichen Säureattentaten verbreitet, um die Stimmung anzuheizen. Die Medien
sind sich nicht zu schade, von der Einsatzleitung in Umlauf gebrachte falsche Uhrzeiten und Orte zu verbreiten
und zum guten Schluss werden auch noch die Handynetze außer Betrieb gesetzt.
Deshalb: Stellen wir uns quer! Der Zeitplan: Sonntag 8. April, 14 Uhr Auftaktkundgebung
auf dem Marktplatz in Philippsburg. Es sollten alle Menschen die Zeit und die Möglichkeit haben vor Ort bleiben,
Übernachtungsmöglichkeiten sind vorhanden. Montag und Dienstag 9. – 10. April, Blockade am AKW Philippsburg. Sollte es gelingen die Behälter
aus dem AKW zu bringen werden die Aktionen auf der Strecke und an der Grenze bei Wörth/Lauterbourg fortgesetzt. Für alle die hier
bleiben: Ruhrgebietsaktion in Essen,
Die. 10 April, Hauptbahnhof - Willi Brand
Platz! AB 16:30 Uhr Treffen und Kundgebung, ab 17:30 Uhr Demo |