Gesellschaftskritischer "Quer-Zeichner" aus dem Vorderen
Orient zu Gast im Bahnhof Langendreer
Ausstellung des syrischen/kurdischen Karikaturisten Saad Hajo
Empore Kino-Café, vom 11.10. – 24.10.
Saad Hajo, 33, Absolvent der Kunstakademie in Damaskus, lebt in Beirut/Libanon und arbeitet seit 1993 bei renommierten Zeitungen: bis 1995 bei "Al-nahar", seither bei "Assafir", wo täglich zwei Zeichnungen zu tagespolitischen - aber auch zu grundsätzlichen gesellschaftspolitischen und humanitären Fragen - erscheinen.
Saad Hajo ist Teilnehmer und Preisträger bei vielen internationalen Ausstellungen z. B. in Frankreich, Japan, Cuba, der Türkei und dem Iran.
Interessant und (in der augenblicklichen weltpolitischen Diskussion) äußerst aktuell ist der kritisch-interne Blick auf die ideologische Entwicklung des arabischen Kulturkreises und insbesondere Palästinas. Wichtig sind dabei für Hajo der Appell an den Widerstand gegenüber der Unterdrückung der Frau sowie gegenüber der Gleichschaltung der öffentlichen Medien.
Im Blickpunkt stehen ebenfalls die verschärften sozialen Widersprüche, sowohl in der arabischen Welt, vor allem aber zwischen der "Ersten" und der "Dritten" Welt.
Für den mitteleuropäischen Betrachter wird deutlich, dass die zugespitzten Verhältnisse dort ein höheres Maß an Vorsicht und Verschlüsselung erfordern. Kritische Publizisten leben keinesfalls ungefährlich. Ein Kollege Saad Hajos bei der gleichen Zeitung, ebenfalls Karikaturist, wurde kürzlich ermordet.
Die Ausstellung ist vom 11. Oktober an für 14 Tage – während der Besuchszeit
von Saad Hajo in Bochum - auf der Empore des Kino-Cafes zu sehen.