Sonntag 10.03.19, 08:26 Uhr
"Der Kampf um des Menschen Recht" (Fritz Bauer)

Der Terror des NSU
und der Kampf um die Wahrheit

Am Dienstag, den 19. 3. um 18.30 Uhrfindet im Naturfreundezentrum, Alte Bahnhofstraße 175 eine Veranstaltung mit der Initiative “Keupstraße ist überall” und dem Projekt der interaktiven Fritz Bauer Bibliothek statt. Es geht konkret um den Terror des NSU und den Kampf um die Wahrheit einerseits und allgemein um generell um den Kampf um des Menschenrechte. 1999 begann die Mord- und Terrorserie des NSU (Nationalsozialistischer Untergrund), hier wurden 10 Menschen ermordet, 3 Sprengstoffanschläge und 15 Raubüberfälle durchgeführt und 43 versuchte Morde begangen. Obwohl es von Anfang an Hinweise auf rechtsextremistische Täter gab, wurden über viele Jahre Freunde und Angehörige verdächtigt und die Opfer kriminalisiert. Erst nach der Selbstenttarnung des NSU 2011 wurde im rechtsextremistischen Milieu ermittelt.Den Hinterbliebenen wurde „lückenlose Aufklärung“ versprochen und ein zäher Prozess um die Hauptangeklagte begann. Am Ende des Prozesses war die Enttäuschung groß; Von lückenloser Aufklärung kann keine Rede sein, es wurde mehr vertuscht als offenbart. An die „Trio-Theorie“ glaubt wohl nur die Bundesanwaltschaft, tatsächlich gibt es Hinweise auf ein großes Unterstützernetz bis in den Verfassungsschutz und Parteien wie die NPD.
In der Initiative “„Keupstrasse ist überall“” sind vor allem die Überlebenden der Nagelbombenattentate des NSU in Köln aktiv. Sie werden ihre Geschichten nahe bringen, die vom Kampf für Wahrheit, Gerechtigkeit und für ein Leben in Sicherheit berichten.

Die Fritz Bauer Bibliothek erforscht, dokumentiert und vernetzt mit seinem Webportal die Geschichten von Menschen, die besondere Überlebenskräfte und Eigenständigkeit gezeigt haben, selbst in extremen Situationen. Das Bochumer Bündnis gegen Rechts unterstützt dieses Projekt und bereitet u. a. eine gemeinsame größere Veranstaltung am letzten September Wochenende in der VHS vor.

Die Veranstaltung am 19. 3. wird gemeinsam von der Naturfreundejugend, der Buxus Stiftung und dem Bündnis gegen Rechts organisiert.

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12. Mrz. 2019, 11:28 Uhr

LeserInnenbrief von Markus S.:

Klingt gut, doch was hier gesagt wird, ist auch bloß Halbwahrheit. Schließlich wurden die involvierten Behörden in diesen Jahren ja nicht von der NPD geleitet und kontrolliert sondern Regierungen aus CDU/CSU/SPD/Die Grünen; davon, dass die angesprochenen Behördenmitarbeiter von den Behördenleitungen an die Gerichte überstellt worden wären, ist nichts bekannt. Und seien wir mal ehrlich: die Mordanschläge richteten sich gegen Leute, denen Herkunftsgemeinschaften Schutz geboten haben. Alle, denen ein Migrationshintergrund angehängt wird und die dies nicht taten, wurden schon lange von CDU/CSU/SPD und Anhängern, die dies für ihr Recht als Volk halten, fertiggemacht oder leben seitdem in permanentem Belagerungszustand (natürlich abhängig von ökonomischer Position). Will sagen, das Ganze ist im politischen Zusammenhang zu betrachten. Für Leute, denen kein Migrationshintergrund angehängt wird und die nicht vor die Wahl mit der Herunftsgemeinschaft gestellt werden, ist all das schwer nachvollziehbar und es wird eine Menge dafür getan (u.a. von den o.g. Behörden), dass hier nicht allzuviel Austausch entsteht.


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