Dienstag 26.06.18, 10:53 Uhr

Die Kritik der politischen Ökonomie

Im Rahmen der 200-Jahre-Karl-Marx-Reihe an der Ruhr-Uni findet am Dienstag, den 3. Juli um 18:30 – 21:30 Uhr im Blue Square, Kortumstraße 90 ein Vortrag von Michael Heinrich über “Karl Marx und seine unvollendete Kritik der politischen Ökonomie” statt. In der Einladung heißt es: »Nach der Finanzkrise 2007 ff. hatte das Interesse an Marx auch in bürgerlichen Kreisen wieder zugenommen. Während die herrschenden ökonomischen Lehren davon ausgingen, dass der Kapitalismus prinzipiell krisenfrei sei, und sie daher auch nicht allzu viel zur Krise sagen konnten, hatte Marx argumentiert, dass Krisen keine Betriebsunfälle des Kapitalismus seien, sondern dessen normale Bewegungsform. Inzwischen steht Marx aber wieder im Klassikerregal: geschichtlich sehr bedeutend, aber irrelevant für die Gegenwart.
Dass dem nicht so ist, soll in dieser Veranstaltung deutlich gemacht werden. Allerdings soll es auch um die Grenzen des marxschen Unternehmens gehen. Seine Kritik der politischen Ökonomie blieb – wie viele andere seiner Projekte – in wichtigen Bereichen unabgeschlossen. Sie ist eher ein Forschungsprogramm als ein fertiges System – was aber durchaus von Vorteil sein kann.«
Michael Heinrich war bis 2016 Professor für Volkswirtschaftslehre in Berlin und Redakteur der Zeitschrift „PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialforschung”. Er ist Autor von „Die Wissenschaft vom Wert”, 7. Aufl., Münster: Westfälisches Dampfboot 2017, „Kritik der politischen Ökonomie” (Eine Einführung in alle drei Bände des „Kapital”), 14. Aufl., Stuttgart: Schmetterling 2018. Zuletzt erschien „Karl Marx und die Geburt der modernen Gesellschaft. Biographie und Werkentwicklung, Band 1″, Stuttgart: Schmetterling 2018
VeranstalterInnen sind: DGB-Hochschulgruppe,  GRAS – Grüne & Alternative Studentinnen, Linke Liste Bochum und die Initiative 200 Jahre Karl. Ein Denker besucht die Ruhr Universität Bochum.

2 LeserInnenbriefe zu "Die Kritik der politischen Ökonomie" vorhanden:

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26. Jun. 2018, 13:04 Uhr

LeserInnenbrief von Livingston:

Liebe Jenossinen und Jenossen,

ist ja schön, wenn man was Neues liest und es dann kritisch zerpflügt. Aber muss es denn wirklich wieder der olle Heinrich sein?
Seine Reihe “Wo Marx irrte”, “Hätte Marx mal Recht gehabt”, “Marx, ein tragisches Schicksal”, “Marx: So liest man ihn richtig” ist ja ganz nett. Aber kann man da nicht gleich höher einsteigen? Z.B. mit dem hier besprochenen Büchlein von Holger Wendt, “Der lange Marsch der ‘Neuen Marxlektüre’”: https://www.jungewelt.de/artikel/334351.mit-marx-gegen-marx.html
Das Buch hat den Vorteil, dass nicht nur Herr Marx sondern auch Herr Heinrich darin auftaucht. Da hat man doch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen und kann sich die neue Heinrichlektüre (die ja so neu nun auch nicht mehr ist) einfach sparen.

Mit vorzüglicher Achtung und hoch erhobener Faust


 

3. Jul. 2018, 01:20 Uhr

LeserInnenbrief von Jakob Spatz:

Warum nicht ganz klein anfangen?
https://vimeo.com/69243747

Der Vortragende war in den 80er Jahren übrigens Oppositioneller, in Ungarn. Vera Lengsfeld hat sich ihre Rechtswende ausgesucht. Sie hätte auch den gleichen Weg nehmen können wie Gaspar Miklos Tamas. Kontingenz – Grundlage moderner Wissenschaft. Und genauso können das auch der Tradition verhaftete MLer. Warum also nicht den Heini lesen?


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