Freitag 13.04.18, 09:37 Uhr
Sportausschuss berät über Schwimmbecken-Schließung

Bezirksvertretungen lehnen die Pläne ab

Der Ausschuss des Stadtrates für Sport und Freizeit soll auf seiner Sitzung am Freitag, den 20. April die Pläne der Verwaltung stoppen, fünf Lehrschwimmbecken an den Bochumer Schulen zu schließen. Das fordert Sven-Eric Ratajczak, Mitglied der Linken im Sportausschuss und Linker Fraktionsvorsitzender in der Bezirksvertretung Mitte. Ratajczak weist darauf hin, dass die Bezirksvertretungen Bochum-Mitte und Ost einstimmig gegen die Schließung der Schwimmbecken gestimmt haben. Auch die Bezirksvertretung Süd votierte mehrheitlich gegen den Kürzungsplan der Verwaltung. „Für die Schließungen gibt es in Bochum keine Mehrheit – nicht in der Bevölkerung und noch nicht einmal an der Basis von SPD und Grünen“, sagt Ratajczak. „Das müssen auch die rot-grünen Ratsmitglieder anerkennen. Der Sportausschuss sollte dem unwürdigen Plan jetzt die rote Karte zeigen.“
Die Linksfraktion weist  daraufhin, dass SPD und Grünen bereits 2008 und 2009 sieben Bochumer Lehrschwimmbecken haben schließen lassen und schreiben: »Jetzt sollen nach dem Willen von Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) und seiner Verwaltung bereits zum nächsten Schuljahr die Becken an folgenden fünf Schulen folgen: Natorpschule (Südwest), Wilbergschule (Mitte), Michael-Ende-Schule (Ost), Hermann-Gmeiner-Schule (Mitte) und Dietrich-Bonhoeffer-Schule (Wattenscheid). Fachleute beklagen seit Jahren, dass immer weniger Kinder ausreichend schwimmen lernen.«
Ratajczak widerspricht dem Argument, dass der Sanierungsstau an den Schwimmbecken ein Grund für die Schließung sei: „Die rot-grüne Rathauskoalition hat längst notwendige Investitionen über Jahre hinweg verschleppt. Jetzt sind sie in der Verantwortung, den Schaden, den das angerichtet hat, wieder gut zu machen.“
Mit Aktionen und Infoständen protestiert Die Linke gegen die Schließungspläne. Die nächsten Info-Aktionen sind für Donnerstag, den 19. April (ab 16 Uhr) und Samstag, den 21. April (ab 13 Uhr) geplant, jeweils an der Ecke Kortumstraße/Huestraße. Endgültig entscheiden soll die Ratssitzung am 26. April.

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13. Apr. 2018, 16:15 Uhr

LeserInnenbrief von Wolfgang vom Ubu:

Ich bin kein Jurist , aber ich bitte Sachkundige um Stellungnahme und Rat in dieser Angelegenheit :
Wenn demnächst Bochumer Kinder, Jugendliche etc. ertrinken bzw. Ertrinkenden keine Hilfe leisten können , weil sie selbst nicht schwimmen gelernt haben , können dann die Verantwortlichen für die Schließungen der Bochumer Lernschwimmbäder , also SPD und Grüne im Bochumer Rat, Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) und seine Verwaltung, z.B. wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht gestellt und belangt werden ? Zu erwarten wäre, dass sie gegebenenfalls jegliche Schuld von sich auf andere schieben werden , z.B. auf die Landesregierung , die sich nicht genug um die Ausbildung von Sportlehrern gekümmert habe oder auf die Eltern und Kinder , denen es angeblich reiche, Schwimmwettkämpfe im Fernsehen zu verfolgen.
Oder gibt es hier in dieser Welt und nicht nur hier in Deutschland in Politik und Rechtsprechung gar Humanoide , die mehr als billigend in Kauf nehmen, sprich sogar ein Interesse daran haben, dass Angehörige sogenannter sozial-schwacher Schichten quasi als ‘überflüssiger Ballast’ entsorgt werden, weil sie diese eh nur noch als Schmarotzer ansehen, und ertränken als probater Weg erscheint ?


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