Montag 26.03.18, 21:40 Uhr
Linksfraktion widerspricht neuem Bäder-Chef Berthold Schmitt:

“Weniger ist weniger!”

„Jetzt werden die Bochumer SPD und die Grünen von ihren eigenen Outsourcing-Beschlüssen eingeholt“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Bochumer Linken Ralf-D. Lange zu den Diskussionen um die Äußerungen des Geschäftsführers der Bochumer Bäder GmbH Berthold Schmitt. „Wir haben von Anfang an kritisiert, dass mit der Auslagerung der Bäder in eine GmbH eine Parallelstruktur neben den demokratischen Entscheidungsgremien entsteht. Jetzt erleben wir die ersten Auswirkungen davon.“ Der Hintergrund: „Weniger kann mehr sein“, hatte die WAZ den Geschäftsführer der Bochumer Bäder GmbH zitiert. „Dem Bochumer Mantra, […] möglichst alle Bäder zu erhalten folge er jedoch nicht“, schrieb die Zeitung, und zitierte Schmitt weiter: „Nach meiner Einschätzung gibt es in Bochum zu viele Freibäder.“
Die Linksfraktion weist darauf hin, dass Schmitt in der Diskussion über sein Interview vor allem die Äußerung relativiert hat, dass der Abriss des Freibads Werne „beschlossene Sache“ sei. „Für uns ist klar: Nicht nur das Freibad Werne muss erhalten bleiben“, sagt Ralf-D. Lange. „Wir erwarten insgesamt ein klares Nein zu dem verkündeten Kürzungs-Credo ‚Weniger ist mehr‘. Das ist und bleibt Unsinn. Seit der Schließung des Stadtbads und des Nordbads fehlen in unserer Stadt bereits zwei Schwimmbäder. Von der SPD und den Grünen erwarten wir jetzt erstmal, dass sie die von Oberbürgermeister Thomas Eiskirch angestrebte Schließung von fünf weiteren Lehrschwimmbecken an den Bochumer Schulen ablehnen. Auf der Ratssitzung am 26. April wird sich zeigen, wie ernst es ihnen mit dem Erhalt der Schwimm-Infrastruktur in unserer Stadt ist.“

2 LeserInnenbriefe zu "“Weniger ist weniger!”" vorhanden:

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27. Mrz. 2018, 07:27 Uhr

LeserInnenbrief von Andreas:

Ich arbeite im Bereich der Gesundheitsselbsthilfe und unser Verein bietet NRW-weit auch Warmwassergymnastik an.

Die z.B. von rheumatischen Erkrankungen betroffenen Menschen haben durch Bäderschließungen zunehmend Probleme an den ärztlich verordneten Therapieangeboten teilnehmen zu können.

Dies wirkt sich wieder auf den Anstieg der allgemeinen Gesundheitskosten aus. Simpel ausgedrückt: RheumatikerInnen, die sich nicht genügend bewegen, benötigen mehr Medikamente.

Frage: Ist der Betreiber der Schulschwimmbecken jemals auf die Anbieterinnen von Rehasport oder Funktionstraining zugegangen um durch zusätzliche Angebote Einnahmen zu erwirtschaften?

Das wäre eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.


 

29. Mrz. 2018, 15:01 Uhr

LeserInnenbrief von Dagmar Wolf:

Natürlich ist es eine vernünftige Möglichkeit, Lehrschwimmbecken u.U. für andere Aktivitäten zu öffnen. (Ob man da hauptsächlich wirtschaftlich argumentieren muss, lass ich mal dahin gestellt sein.) Aber damit ist ja die Not aufgrund der Überfüllung in den Hallenbädern – zumindest an Warmwassertagen, und das brauchen viele Erkrankte oder Versehrte – nicht kompensiert. Bereits Ende 2015 habe ich in einem Leserinnenbrief, der auch an Parteien und Verwaltung ging, auf unmögliche Zustände hingewiesen, für die es vielleicht mehrere Gründe gibt, aber ein wichtiger ist sicher die Einführung komplett schwachsinniger Öffnungszeiten. “Weniger ist mehr” so der neue Herr Schmitt, die FDP sogar: “Klasse statt Masse”. Das ist es! Keine Badkapazitäten die sich an den Einwohnerinnenzahlen orientieren, sonder Schickimickikram, wo die mit mehr Knete schön unter sich sind. Zu begreifen ist es nicht, denn die, die es sich leisten können, gehen ja sowie so nicht in öffentliche Bäder. Also läuft das ganze Gelaber von klein aber fein einfach auf Kürzung und Streichung hinaus, mit dem Ergebnis, dass es zu wenig Angebot gibt.


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