Dienstag 06.02.18, 17:06 Uhr

Sad * But * True

Eine DIY-Dokumentation über Ivan Khutorskoi

Am Mittwoch, den 14. 2. zeigt das Antifa Café um 18.30 Uhr im Sozialen Zentrum den Dokumentationsfilm “Sad but true” und schreibt: »Am 16.11.2009 wurde Ivan „Vanya“ Khuturoskoy im Treppenhaus zu seiner Wohnung von einem Neo-Nazi erschossen. Ivan war Punkrocker, Skinhead und aktiver Antifaschist. Als „Bonecrusher“ war er in der moskauer Antifa-Szene bekannt und schützte in seiner Rolle als antifaschistischer Security, Punk- und Hardcore-Shows vor Naziangriffen. Der Film ist ein Portrait einiger Freund*innen über Ivan selbst und ein Bericht über die Umstände seiner Ermordung. Er erzählt jedoch nicht nur über den Verlust eines Freundes und Genossen, sondern gibt auch einen Einblick in die Situation des moskauer Punk-Untergrundes der 2000er Jahre und die Bedingungen, denen die antifaschistische Bewegung in Russland ausgesetzt war.
SAD BUT TRUE ist ein Film über den Kampf für den Antifaschismus unter lebensbedrohlichen Umständen und auch über die Entstehung einer wehrhaften, politischen und positiven Punk-Subkultur in Russland.
Das Café beginnt wie gewohnt um 18:30 Uhr im Sozialen Zentrum Bochum. Nach der Dokumentation wird es wieder leckere KüfA [Küche für Alle] geben.«

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7. Feb. 2018, 11:32 Uhr

LeserInnenbrief von Azzoncao:

Eine Zensur findet doch statt

Am 16. November 2009, wurde der Anarchist und Antifaschist Ivan Khutorskoy in Moskau von Nazis erschossen. Einige Wochen zuvor hatten wir Ivan Khutorskoy auf einer Veranstaltung in Moskau kennengelernt.

Der Bericht unserer Russlandreise im Jahr 2009, unsere Interviews mit der Mutter des 2005 von Nazis erstochenen Timur Kacharava in St. Petersburg und Katya, der Freundin des 2008 von Rechten in Moskau ermordeten antifaschistischen Skinhead Feodor Filatov, standen ebenso wie das Interview mit der Mutter des italienischen Antifaschisten Davide Cesare, der 2003 in Mailand ermordet wurde, dem Interview mit dem Bruder von Renato Biagetti, der 2006 bei Rom getötet wurde, und mit Mavi, der Mutter des 2007 in Madrid ermordeten Antifaschisten Carlos Palomino, auf der Internet-Site Indymedia.Linksunten.
Ebenso wie das Interview mit einem Genossen des 2013 in Paris von einem Rechten ermordeten Anarchisten Clement Meric und das Interview mit den Eltern des 2001 auf den G8-Protesten in Genova von einem Carabinieri erschossenen Carlo Giuliani.
Abgesehen von den weiteren Berichten über unsere Gedenkdemonstrationen und -Graffitis und den dazugehörigen Recherchen zu den von bundesdeutschen Nazis ermordeten Josef Gera (Bochum, 1997), Thomas Schulz (Dortmund, 2005) und den drei ermordeten Polizisten aus Dortmund (2000) und vieles mehr.

Die marginale antifaschistische Gedenkkultur, die sich auf Ereignisse der jüngeren Zeit bezieht hatte mit Indymedia. Linksunten einen digitalen Ort gefunden.
Dank der Bundesregierung, die via Thomas de Maizière die Plattform Indymedia.Linksunten verbieten ließ, ist es ärmer geworden um freie Orte unkontrollierter, unzensierter Informationen in unser ach so demokratischen Kultur geworden. Und antifaschistische Gedenkkultur, wenn sie denn praktiziert wird, ist schlechter dokumentierbar und nachzuvollziehbar.

Zu Ivan Khutorskoy findet man aber noch:
http://www.bo-alternativ.de/2016/11/16/sette-anni-senza-te-sette-anni-con-te

Ivan Khutorskoy bedankte sich damals bei uns für den Film „uno di noi“ und das wir an seinen Freund Feodor Filatov erinnerten. Zu Feodor Filatov findet man noch:
Der faschistische Mord an Feodor Filatov
https://de.indymedia.org/2009/10/263281.shtml
Neues Antifa Graffiti in Bochum entstanden (10.01.2009)
https://www.nadir.org/nadir/initiativ/azzoncao/grafitti.html
Uno di noi:
http://unodinoi.blogsport.de

Azzoncao (07.02.2018)


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