Dienstag 28.11.17, 21:46 Uhr
SPD und Grüne haben 240 000 Euro übrig:

Mehr Komfort bei der Parkplatzsuche

Nachdem die Bochumer Grünen sich zuletzt in mehreren Erklärungen darum gesorgt haben, ob zukünftig noch Dieselkraftfahrzeuge in der Bochumer Innenstadt fahren dürfen, haben sie nun ihr Herz für weitere Sorgenkinder entdeckt: Die ParkplatzsucherInnen. Sabine Lehmann, sachkundige Bürgerin der Linksfraktion im Ausschuss für Infrastruktur und Mobilität berichtet: »SPD und Grüne beantragten im heutigen Ausschuss für Infrastruktur und Mobilität einen Modellversuch, bei dem öffentliche Parkplätze mit Sensoren auszustatten wären, die in einer App oder einem Navi freie Stellplätze melden sollen. Dies soll finanziert werden im Rahmen der sogenannten Bochum Strategie 2030 (Kompetenzfeld „Großstadt mit Lebensgefühl“, Kernaktivität „Smart Living – intelligente Stadt“), für die in 2018 und 2019 insgesamt 240.000 Euro ausgegeben werden.
Kommt es zu diesem Versuch, werden demnächst also vermehrt handydaddelnde Autofahrer in der Innenstadt ihre Kreise ziehen. Wenn sie dann plötzlich aus allen Richtungen gleichzeitig losrasen, weiß man, dass ein Stellplatz „grün“ geworden ist und kann sich hoffentlich rechtzeitig in Sicherheit bringen.
Angesichts der sich Tag für Tag nähernden Klimakatastrophe und der Umweltvergiftung durch Abgase, auch bekannt unter dem Namen „drohende Dieselfahrverbote“, fragte die Linke, ob die Stadt Bochum nicht intelligenter wäre, wenn sie das Geld für ticketlose Busse und Bahnen im 5 Minuten-Takt ausgeben würde? Ob es nicht smart wäre, alle öffentlichen Parkplätze in der Peripherie mit Radverleihstationen auszustatten, und ob man das Lebensgefühl nicht noch mehr steigern könnte mit einem flächendeckenden Tempo 30?«

3 LeserInnenbriefe zu "Mehr Komfort bei der Parkplatzsuche" vorhanden:

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29. Nov. 2017, 07:30 Uhr

LeserInnenbrief von Fritz:

 

29. Nov. 2017, 10:09 Uhr

LeserInnenbrief von Petra:

Das ist ja super, wie und vor allem, dass das in (zum Beispiel!) Tallinn mit Gratis-ÖPNV für Einwohner funktioniert (siehe Wikipedia-Link von Fritz oben)!

Spontan hätte ich selbst gedacht: das geht nicht…

Tallinn praktiziert seit 2013 ÖPNV-Freifahrt für seine Einwohner – hier ist eine Bilanz von 2016 angeführt:

http://de.engadget.com/2016/10/12/das-tallinn-experiment-was-taugt-kostenloser-nahverkehr/

Tallinn macht Gewinn mit der Nummer :-)

Vorbildlich, vorbildlich. “Best practice” auf “neudeutsch”.

Schon die Stadtverkehr-Startseite der Stadt Tallin veranschaulicht, welchen Verkehrsmitteln hier Priorität eingeräumt wird:

https://www.visittallinn.ee/ger/tourist/planung/nahverkehr/offentliche-verkehrsmittel

Und schon wieder: best practice, nicht?

Wie bescheuert ist es denn, so etwas nicht zu imitieren? Gerade in Bochum, das sich mit der grünen Lorbeere “Energie- und Klimaschutzkommune” schmückt? Um diesem Titel wirklich gerecht zu werden, müsste meiner Meinung nach MÄCHTIG was für den ÖPNV getan werden in Bochum.

Noch besser, mensch würde den ganzen VRR-Raum aufwerten, indem der ÖPNV attraktiver gemacht wird.

Mich gasen nicht nur die vielen Autos hier an, sondern auch die “Energie- und Klimaschutzpolitik”!!! Also, zumindest die bisherige…

Petra


 

29. Nov. 2017, 17:58 Uhr

LeserInnenbrief von ulrike nefferdorf:

Hallo –

wie wär’s denn wenn man die App angesichts der Knappheit an Wohnraum und der Not vieler Wohnungsloser anpassen oder umfunktionieren würde für “Mehr Komfort bei der Schlafplatzsuche?”

Für das bessere Lebensgefühl hier in Bochum kann man noch viel tun, aber nicht notwendigerweise für bequeme Autofahrer.

Gruß,
Ulrike


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