Mittwoch 15.11.17, 15:08 Uhr
Linksfraktion fordert:

Keine Privatisierung nach BVZ-Abriss!

Die Linksfraktion im Rat erklärt: »Auf der Ratssitzung am Donnerstag, den 16. November plant die rot-grüne Rathauskoalition einen folgenreichen Beschluss: Auf Vorschlag der Verwaltung und der Consultingagentur Ernst & Young sollen zentrale städtische Bauwerke abgerissen werden, um anschließend rund 12.800 Quadratmeter Grundstücksfläche in bester Innenstadtlage zu privatisieren. Die Bochumer Linksfraktion protestiert gegen diesen Ausverkauf städtischen Eigentums. Abgerissen werden sollen das Bildungs- und Verwaltungszentrum (BVZ), die Musikschule, das Gesundheitsamt sowie die Turnhalle am Westring. „Es stimmt: Das erst 37 Jahre alte BVZ-Gebäude ist marode“, sagt Horst Hohmeier, Mitglied der Linken im Rat. „Mitschuld an dem Sanierungsstau trägt die von SPD und Grünen durchgesetzte Kürzungspolitik. Aber es ist ein Unding, dass die Rathauskoalition ihr eigenes Versagen beim Erhalt städtischer Bauwerke jetzt als Ausrede dafür nutzen will, um wichtige Teile der Innenstadt zu verkaufen.“

Hintergrund ist wohl auch, dass die Verwaltung mit dem Abriss Investoren unter die Arme greifen will, die den Telekom-Komplex gegenüber vom Rathaus sowie das ehemalige Justizgelände vermarkten wollen. Dem Bauprojekt fehlt ein großer Ankermieter. Nach den Vorstellungen der Verwaltung könnte die Stadt hier zukünftig Flächen belegen, die sie nach dem Verkauf ihrer eigenen Grundstücke anderswo benötigt.
„Wir fordern weiterhin einen Sanierungs- bzw. Neubauplan, bei dem das städtische Eigentum erhalten bleibt“, sagt Horst Hohmeier. „Wenn im Rahmen der Neugestaltung des Areals auch eine Wohnbebauung entstehen soll, sollte sie kommunal und unter sozialen Gesichtspunkten entwickelt werden, nicht von einem privaten Investor. Was Verwaltung, SPD und Grüne aktuell planen, ist verhängnisvoll für die gesamte Stadtentwicklung.“«

2 LeserInnenbriefe zu "Keine Privatisierung nach BVZ-Abriss!" vorhanden:

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15. Nov. 2017, 18:25 Uhr

LeserInnenbrief von Wolfgang vom Ubu:

Na siehste ! Es braucht weder eine FDP noch eine CDU/CSU , um dem Kapital in den Arsch zu kriechen.
Das können SPD und Grüne und die Bochumer Verwaltung schon lange !


 

16. Nov. 2017, 01:48 Uhr

LeserInnenbrief von Christoph Nitsch:

Abgesehen von dem widerwärtigen Gezocke mit städtischen Grundstücken offenbahrt die Stadtführung mal wieder null Interesse am historischen und künstlerischen Wert bestimmter Teile der Innenstadtarchitektur.
Das Telekomgebäude stammt aus den 1920er Jahren und hat eine architektonisch faszinierende Fassade. „War das mal Kunst oder kann das weg?“
Nun steht also auch noch das Gesundheitsamt mit seiner gleichermaßen zweckmäßigen, wie eleganten Nachkriegsarchitektur nebst wunderschönem, farbigen Mosaikfenster auf der Abschussliste.
Leider gibt das Landesdenkmalschutzgesetz von NRW keinerlei Auskunft darüber, wie alt ein Gebäude sein muss, damit es als Baudenkmal gilt.
Offensichtlich muss dieser Status ja auch beantragt werden, aber unsere Stadtoberen hauen ja lieber Identifikationspunkte in der Innenstadt kaputt und verscheuern die Grundstücke.
Waren „wir“ nicht auch mal Kulturhauptstadt? Lang ist es her!

Christoph Nitsch

https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_text_anzeigen?v_id=5720031106092634017


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