Sonntag 12.11.17, 17:36 Uhr

Studieren und in Bochum wohnen?

Die Linke Liste an der Ruhr-Uni kritisiert auf ihrer Webseite die Ignoranz der Verantwortlichen der Stadt und den AStA der Ruhr-Uni wegen seiner Untätigkeit beim Thema studentisches Wohnen: »Viele von uns pendeln jeden Tag nach Bochum, weil wir vielleicht in der Nähe unserer Familien wohnen wollen oder in einer Stadt leben, in der wir uns wohler fühlen als in Bochum. Aber einem Großteil dürften auch die Mietpreise in Bochum den Umzug in die Unistadt erschweren. Momentan sind diese durch das Akafö (über 4.000 Wohnheimplätze) noch auf einem bezahlbarem Stand von etwa 7€/qm². Das sind für eine 25qm² Wohnung 175€ kalt und vielleicht 300€ warm mit Internetanschluss. Das Akafö leistet hier also gute und Studierenden nahe Arbeit. Trotzdem sind die 4.000 Wohnheimplätze des Akafö begrenzt und reichen nicht aus, um über 40.000 Studierenden eine Wohnung zu bieten.

Und jetzt kommt die Stadt ins Spiel. Diese berät und beschließt in der Bochumer Kommunalpolitik momentan das „Handlungskonzept Wohnen“. Der Bochumer Rat, von einer Rot-Grünen Koalition angeführt, möchte in diesem Handlungskonzept durch Subventionen den privaten Wohnungsbau fördern und etwa 800 Wohneinheiten in Bochum neu bauen lassen, statt selbst Geld in die Hand zu nehmen und eine Kommunale Wohnungsbaugesellschaft zu etablieren. Für die Studierenden aber vielleicht greifbarer ist es, dass das Handlungskonzept behauptet, die Belange der Studierenden zu kennen und zu berücksichtigen. Deshalb soll bis zum Jahr 2021 in Kooperation mit der in England sitzenden Firma ´Basecamp Croup´ eine Wohnturm neben dem Bochumer Hauptbahnhof entstehen. Dort sollen 400 Einzelzimmer für Studierende entstehen. Der stolze Preis von 500€/20qm² ist wohl den Profitinteressen des Privatinvestors zu schulden. Jedes der 400 Einzelzimmer soll also etwa 20qm² groß sein, sowie etwa 2.000 Wohneinheiten des Akafö auch. Die Zimmer sollen voll möbiliert sein mit Internet-Anschluss, so wie die 2.000 Wohneinheiten des Akafö auch. Die Zimmer sollen 500€ kosten, die Zimmer des Akafö kosten momentan jedoch nur knapp 300€. Die Stadt arbeitet also aktiv daran mit, die Mietpreise der Studierenden um knapp 60% in die Höhe zu treiben. Darin sehe ich nicht `die Belange der Studierenden kennen und berücksichtigen`, das ist unsozial. Es gibt nicht viele Studierende, die sich neben einem intensiven Studium und Semesterbeiträgen, möglicherweise einem 20/h Job zu einem Mindestlohn und der Haushaltsführung, eine solch hochpreisige Unterkunft leisten können.

Es ist jetzt 2017 und der Wohnturm soll 2021 erst fertig gestellt werden, aber die Weichen für das „Basecamp“ werden heute gestellt. Und deswegen müssen wir auch schon jetzt darüber informieren und dagegen angehen. Aber die Stadt hat die Studierenden nicht gefragt. Weder der AStA (über 40.000 Studierende) noch das Akafö (über 4.000 WE) wurden für das Handlungskonzept Wohnen angesprochen oder befragt. Die Studierendenschaft muss also von sich aus auf das Thema aufmerksam machen und sich einmischen!

Der jetzige AStA jedoch sieht keinen Grund dafür. Er beharrt darauf, unpolitisch zu sein ,da ein AStA angeblich nur die bereits bestehenden Angebote an der RUB ‚verwalten‘ muss, um für die Belange der Studierenden zu stehen. Aber ein AStA sollte ein Sprachrohr der Studierenden sein und dies auch in kommunalen so wie überregionalen Gremien kundtun. Wir fordern also den AStA auf , aber auch den Bochumer Rat, miteinander in Kontakt zu treten, um über die wahren Belange der Studierenden zu diskutieren. Denn so wie es jetzt läuft, wird es auf ein Desaster für beide Seiten hinauslaufen.«

 
 
 
 


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