Freitag 10.11.17, 13:06 Uhr
Keine Kompensationspflanzung für den Bahnhof-Weitmar?

Zynismus pur!

Die Bürgerinitiative Bahnhof-Weitmar hat vergeblich darum gekämpft, dass der Wald am Bahnhof Weitmar gehalten bleibt. Zumindest gab es dann eine detaillierte Verpflichtung der Stadt, für  Kompensationspflanzungen zu sorgen. Die Initiative berichtet, dass dies ein hohles Versprechen war: »Der Passus in der Beschlussvorlage des Bebauungsplanes 946, dass die Ersatzpflanzung für die gefällten Bäume am Bahnhof-Weitmar innerhalb eines Jahres nach Rodung erfolgt sein muss, sei ein „Übertragungsfehler, der versehentlich nicht aktualisiert wurde“. So hatte sich die Stadt Bochum vor einem Jahr noch herausgeredet, richtig sei: “Die Erstaufforstung muss innerhalb von zwei Jahren nach Rechtskraft des Bebauungsplans durchgeführt worden sein!” Der B-Plan 946 (Bahnhof-Weitmar) ist seit dem 26.10.2015 rechtskräftig. Die zwei Jahre sind also um und was ist geschehen? Auf der Ettersheide, der Hauptkompensationsfläche, ist immer noch kein Baum gepflanzt worden. Schlimmer noch! Die 3 bis 5m hohen Bäume, die in den letzten Jahren dort sukzessiv zu einem dichten Wäldchen herangewachsen waren, sind im Frühjahr 2017 radikal abgeholzt worden um das Gelände „pflanzreif“ (Zitat der Baumfällfirma) zu machen. Zynismus pur!«
Warum hat man der Natur nicht die Gelegenheit gegeben sich selbst zu regenerieren und von dem Geld, das man vom Investor für die Kompensationspflanzungen bekommen hat, z.B. Alleebäume neben den Springorum-Radweg gesetzt – und zwar dort, wo sich einst der Nordwald befand?
Auch auf den Kompensationsflächen ME2 und ME4 unmittelbar neben dem B-Plan-Gebiet  sind ebenfalls noch keine Anpflanzungen erfolgt. Nur auf die Kompensationsfläche ME3 in den Gärten der Neuanwohner hat man im vergangenen Herbst ein paar kümmerliche Pflänzchen gesetzt, die aber auch nicht alle angegangen sind. Laut Grünflächenamt sollten in diesem Herbst Ergänzungspflanzungen vorgenommen werden um das Kompensationsziel auf dieser Fläche zu erreichen. Geschehen ist: nichts!
Wer überwacht und überprüft in dieser Stadt eigentlich, ob Satzungsbeschlüsse des Rates über Bebauungspläne auch tatsächlich in Gänze umgesetzt werden?
Momentan sieht alles so aus, als ob die die Stadt riesige Grünflächen als Neubaugebiete deklarieren lässt aber gleichzeitig rechtlich erforderliche Kompensationen nicht durchführt! Es wird im Fall Bahnhof-Weitmar offenbar vorsätzlich zu Lasten des Grünausgleichs gehandelt!
Man kann nur hoffen, dass eine derartige Vorgehensweise in Bochum nicht systematisch geschieht!

 
 
 
 


Terminmitteilungen bitte an
redaktion@bo-alternativ.de