Samstag 07.10.17, 19:33 Uhr

Anne Frank Ausstellung

Die Wanderausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ ist vom 2. bis zum 30. November in der Jüdischen Gemeinde, Erich-Mendel-Platz 1 zu sehen. Die Pressestelle der Stadt schreibt in einer Mitteilung: «Das Tagebuch des jüdischen Mädchens Anne Frank (1929-1945) ist Symbol für den Völkermord an den Juden durch die Nationalsozialisten und intimes Dokument der Lebens- und Gedankenwelt einer jungen Schriftstellerin. In der Ausstellung erzählen große Bildwände von ihrem Leben und ihrer Zeit.« In der Pressemitteilung vom 28. 9. fehlte aber ein Hinweis auf den Ort und die übliche Ausstellungseröffnung. Auch auf der Webseite der Stadt fehlten diese Hinweise. Nach einem Anruf von bo-alternativ bei der Pressestelle wird die Webseite aktualisiert und das BVZ im Rathaus als Veranstaltungsort genannt. Die Lokalpresse übernimmt diese Falschinformation. Seit gestern – also eine Woche später – wird der richtige Ort: die jüdische Gemeinde angegeben. Auf der Webseite der OrganisatorInnen der Ausstellung wird immer noch das BVZ und ein falsches Datum angegeben. Die Ausstellungseröffnung am 2. November um 18 Uhr wird nicht veröffentlicht.
Vermutlich ist den Verantwortlichen der Stadt zu spät eingefallen, dass angesichts des gewaltbereiten Antisemitismus in unserer Gesellschaft erhebliche Sicherheitsvorkehrungen für diese Ausstellung in den Räumen der jüdischen Gemeinde getroffen werden müssen. Erst gestern wurden auch die “Anmeldemodalitäten” in der Pressemitteilung vom 28. 9. ergänzt. Die Ausstellung kann nur nach Anmeldung besucht werden. Dies sind sicherlich vernünftige Vorsichtsmaßnahmen. Dies hätte aber schon viel früher geklärt werden können.
Die Ausstellung richtet sich insbesondere an Schulklassen und Jugendgruppen. »Kern des Ausstellungsprojekts ist das bewährte Konzept „Jugendliche begleiten Jugendliche“: Dabei engagieren sich junge Menschen ab 16 Jahren als Ausstellungsbegleiterinnen und -begleiter. In einem Trainingsseminar lernen sie die Inhalte und Hintergründe der Ausstellung und Methoden der Vermittlung kennen. Als so genannte „Peer Guides“ vermitteln sie die Thematik danach anderen Jugendlichen und regen Gespräche darüber an.«
»Viele private Fotos erlauben einen ganz intimen Einblick in das Leben der Familie Frank und ihrer Freunde. Die persönliche Geschichte Anne Franks wird in der Wanderausstellung verbunden mit der Geschichte der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus, der Judenverfolgung, des Holocaust und des Zweiten Weltkriegs. Neben der Perspektive der Verfolgten und ihrer Helfer wird auch die von Mitläufern und Tätern dargestellt.
In einem großen, aktuellen Teil wendet sich die neue Anne Frank-Ausstellung direkt an heutige Jugendliche mit Fragen zu Identität, Gruppenzugehörigkeit und Diskriminierung: Wer bin ich? Wer sind wir? Wen schließe ich aus? Kurze Filme mit Jugendlichen regen zur Diskussion über diese Themen an. Ausgehend von der Frage „Was kann ich bewirken?“ ermutigt die Ausstellung zu eigenem Engagement.«

 


 

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