Freitag 19.05.17, 19:15 Uhr

Wann ist ein sehr gut ein sehr gut?

Das Presseamt der Stadt firmiert seit dem Amtsantritt von OB Thomas Eiskirch unter dem Titel “Referat für Kommunikation”. Heute hat das Referat ein kleines Meisterstück an “moderner Polit-Kommunikation” abgeliefert: Beim Fahrradklima-Test 2016 des ADFC hat Bochum mit der Note 4,06 den 23. Platz unter den 39 deutschen Städten mit mehr als 200.000 EinwohnerInnen belegt. Dieses gerade noch “ausreichende” Ergebnis in der unteren Hälfte des Städterankings präsentiert die Pressestelle der Stadt Bochum heute in einer Mitteilung mit folgenden Zeilen: “Die Anstrengungen der vergangenen Jahre machen sich bemerkbar: Bochum hat beim Fahrradklima-Test 2016 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) sehr gut abgeschnitten: In der Kategorie „Aufholer“ der Städte hat Bochum den 1. Preis gewonnen.”
Platz und Benotung von Bochum im Test werden in der gesamten Pressemitteilung nicht erwähnt. Es wird auch nicht auf die Ergebnisse des Test verlinkt. Bei den AdressatInnen der Pressemitteilung sollen offenkundig die Botschaften hängen bleiben: “1. Preis” und “sehr gut abgeschnitten”. Richtig an der Pressemitteilung ist, dass Bochum im Ranking von allen Städten den größten Sprung nach oben gemacht hat. Dies sagt aber nicht viel aus. In den beiden letzten Jahren nahm Bochum den letzten und vorletzten Platz ein. Bochum hatte sich den Titel Fahrradhölle redlich verdient. Die Stadt hat tatsächlich einige Anstrengungen unternommen, um Mitglied im Bündnis fahrradfreundlicher Städte zu werden. Das ist lobenswert und vieles spricht dafür, dass die Stadt sich nach dem Abgang von Opel allmählich aus ihrer Autofixiertheit löst. Für RadfahrerInnen ist Bochum bisher allenfalls in der Vorhölle angekommen. Eine Verkehtssituation für Radfahrerinnen in Bochum, die beim ADFC-Test “sehr gut abschneidet”, scheint selbst größten OptimistInnen himmelweit entfernt.

 
 
 
 


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