Freitag 05.05.17, 12:45 Uhr

NS-Verbrechen und Erinnerungskultur

Die Initiative gegen Rechts und die DGB Jugend Bochum laden für heute Abend (5.5) um 19 Uhr zu einer Veranstaltung ins Alsenwohnzimmer, Alsenstr. 27 ein. Das Thema lautet: »”Desaster” oder “Impulsgeber” Zur Bedeutung der juristischen Aufarbeitung der NS-Verbrechen für die Erinnerungskultur der Bundesrepublik«. Referent ist der Historiker Michael Sturm aus Münster. In der Einladung heißt es: »Die juristische Ahndung von NS-Verbrechen verlief in der Bundesrepublik enttäuschend. Umfangreiche Amnestiegesetze, Desinteresse und oftmals auch regelrechte Komplizenschaft überwiegender Teile der Justiz trugen dazu bei, dass zahllose Funktionseliten, Vordenker*Innen und Mittäter*Innen des NS sich gar nicht erst vor Gericht verantworten mussten, freigesprochen wurden oder alenfals geringe Sanktionen befürchten mussten.
Gleichzeitig entzündeten sich nicht zuletzt an der von vielen im In- und Ausland als skandalös empfundenen juristischen Vergangenheitsbewältigung heftige gesellschaftliche und politische Debatten, die erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Erinnerungskulturen in der Bundesrepublik hatten. Auch einige NS-Prozesse, wie etwa der Eichmann-Prozess in Jerusalem, der Frankfurter Auschwitz-Prozess oder der Majdanek-Prozess in Düsseldorf trugen zu einer öffentlichen
Auseinandersetzung um den Umgang mit und die Verantwortung für die nationalsozialistischen Verbrechen bei.
Der Vortrag beleuchtet die Etappen der Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen in der Bundesrepublik und widmet sich dabei vor allem der Bedeutung und der Rolle der Justiz.«

1 LeserInnenbrief zu "NS-Verbrechen und Erinnerungskultur" vorhanden:

LeserInnenbrief(e) zu "NS-Verbrechen und Erinnerungskultur" als RSS


 

6. Mai. 2017, 01:10 Uhr

LeserInnenbrief von Jakob Spatz:

Prima. Fanden die Versammelten denn auch eine Position zu der Frage, ob psychopathische Ausraster eines Bochumer Jura-Professors mit der – anders als bei Polizei und Armee, aber wie bei BND und VS-Ämtern- ungebrochenen Kontinuität der Justiz (an den Hochschulen und in der Rechtsprechung) vom Absolutismus über den preußisch-deutschen Obrigkeitsstaat und den NS bis heute zu erklären seien? Was wollen sie tun, um dagegen vorzugehen?

Vorbei ist diese Geschichte ja wohl nicht, wie LeserInnen von Bo-Alternativ wissen…

http://www.bo-alternativ.de/2013/12/04/richtigstellung-zum-nazi-outing/
http://www.bo-alternativ.de/2013/12/09/ruhr-uni-sie-bewegt-sich-doch/


Terminmitteilungen bitte an
redaktion@bo-alternativ.de