Mittwoch 03.05.17, 19:19 Uhr

Bundeswehrpropaganda an der Schule

Nach Angaben von SchülerInnen der Nelson-Mandela-Schule sind im Schulsekretariat große Mengen an Collegeblöcken von der Bundeswehr angekommen. „Wahrscheinlich sollen diese bald an uns die SchülerInnen ausgeteilt werden“, vermutete eine Schülerin der Sekundarschule. Auf der Titelseite des Collegeblocks wirbt die Bundeswehr mit dem Slogan: „Nach der Schule liegt dir die Welt zu Füssen. Mach sie sicherer.“ Auf der Innenseite wird spekuliert ob ein echter Kamerad nicht mehr wiegen würde als 1.000 Freunde im Netz.
Die SDAJ Bochum kritisiert die Bundeswehr für ihre Werbemaßnahmen an Schulen und fordert die Schulleitung auf, die Materialien nicht auszuteilen. „Minderjährige mit Werbegeschenken für den Soldatenberuf zu werben, finden wir besonders perfide“, meint Eric Young, Vorsitzender der Bochumer SDAJ Gruppe. „Hinzu kommt, dass es an öffentlichen Geldern für Schulen und Ausbildungsplätze mangelt, jedoch nicht, wenn es der Rekrutierung von SoldatInnen dient – es wird deutlich, dass ausreichend Geld vorhanden ist.“ Die SDAJ Bochum sieht in der Werbeoffensive der Bundeswehr eine massive Militarisierung der Gesellschaft. Durch Werbeplakate, Anzeigen in Jugendzeitschriften und Schulmaterial werden die SchülerInnen einseitig beeinflusst. Der Dienst an der Waffe als ein Beruf unter vielen, und Kriege als Normalität dargestellt.
In den vergangenen Jahren haben Schülerinnen und Schüler in ganz Deutschland Proteste gegen Bundeswehrwerbung an ihren Schulen organisiert, nun setzt die SDAJ auch auf Engagement an der Nelson Mandela Schule seitens der SchülerInnen. Sie fordert außerdem Schulleitung und Stadtverwaltung dazu auf, die Collegeblöcke umweltgerecht zu entsorgen und allen SchülerInnen kostenloses Schreibmaterial, ohne Werbung für eine Armee im Auslandseinsatz, zur Verfügung zu stellen. Sie fordert alle demokratischen Kräfte in Bochum dazu auf. sich ebenfalls entsprechend zu positionieren.

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4. Mai. 2017, 10:53 Uhr

LeserInnenbrief von Wolfgang vom Ubu:

In Erwägung,
dass es schon bald nach 1945 vorbei war mit guten Vorsätzen wie Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg ! und Nie wieder darf von deutschem Boden ein Krieg ausgehen !,
dass NS-Täter und deren Freunde sich gegenseitig von jeglichem Belastetsein freisprachen und wieder wichtige Funktionen und Positionen im NS-Nachfolgestaat einnahmen in Schulen , Gerichten, im Gesundheitswesen, in den Verwaltungen und Parlamenten und Regierungen,
dass Rüstungskapital und Militaristen prompt daran gingen, aufzurüsten und wiederzubewaffnen, um nicht nur an den Kriegen anderer gut mitzuverdienen sondern es auch durchzusetzen, wieder selbst Kriege zu führen ,
in Erwägung all dessen
könnte auch daran gedacht werden , dass es nützlich sein kann , ‘Die Gewehre der Frau Carrar’ bedienen zu können .
Doch vor allem sollte daran gedacht werden, dass die Wehrpflicht keineswegs abgeschafft sondern nur ausgesetzt ist. Konsequent gegen den Militarismus einzutreten , heisst auch heute Kriegsdienst verweigern :
Der Antrag eines ungedienten Wehrpflichtigen kann frühestens sechs Monate vor Vollendung des 18. Lebensjahres gestellt werden. Einer Zustimmung der gesetzlichen Vertreterin oder des gesetzlichen Vertreters bedarf es nicht.
Jeder kann bis zum Ablauf des Jahres, in dem er 60 wird, einen Verweigerungsantrag beim Kreiswehrersatzamt stellen. Wer älter ist, darf nicht mehr zum Kriegsdienst eingezogen werden.
also avanti Popoloch !


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