Montag 01.05.17, 19:06 Uhr
Gewerkschaftsjugend am 1. Mai:

„Still Loving Solidarity“

Die DGB-Jugend hat sich bei ihrem Jugendblock bei der diesjährigen 1. Mai Demo in Bochum das Thema Solidarität auf die Fahnen geschrieben. Mit ihrem bunten LKW und lautstarker Musik zogen sie in dem Demozug vom Bergbaumuseum zum Rathaus, wo sie das Thema Solidarität auch in ihrer Rede stark machten.
Was Solidarität für sie bedeutet, erläutert Jan Wappler, Vorsitzender des DGB-Stadtjugendausschusses Bochum: „Wir teilen wichtige Werte – Werte, die für das friedliche Zusammenleben unerlässlich sind. Solidarität, das gemeinsame Kämpfen für eine Sache, hat uns schon einiges gebracht: Ein 8 Stunden Tag, die 5-Tage-Woche, bezahlter Jahresurlaub, Tarifverträge. Die Liste an positiven Dingen die Solidarität für Arbeitende gebracht hat ist lang.“ aber er merkt auch kritisch an: „Sie könnte natürlich länger sein: Gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Ost/West Angleichung, weltweiter Wohlstand.“
Sinan Aksoy, Vorsitzende der JAV bei Opel, in der IGM-Jugend aktiv und stellvertretender Vorsitzender des DGB-Stadtjugendausschusses Bochum erläutert, was Solidarität im Betrieb bedeutet. Er richtet sich klar gegen die Sonderbehandlung von Dual – Studierenden am Beispiel seines Betriebs: „Diese haben die gesamte Ausbildung zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen in den Fachrichtungen Industriemechanik, Elektrotechnik usw. verbracht. Sie waren genauso Opelaner wie ich und meine Kolleginnen und Kollegen. Jedenfalls fast…. Sie waren nämlich keine Azubis – Dual- Studierende tauchen im Berufsbildungsgesetz gar nicht auf! Sie unterlagen nicht den tariflichen Regelungen, sie sind zusätzlich zu ihrer Ausbildung abends und samstags zur Uni gefahren- und dieses unentgeltlich. Eine Mitbestimmung durch Betriebsrat und Jugend – und Auszubildendenvertretung, sowohl an der Fachhochschule, Universität und Berufsschule gab es ebenfalls nicht.“ Daher kommt Forderung der Gewerkschaftsjugend „Mit einem Berufsbildungsgesetz von 1969 können wir das nicht mehr wie in der Vergangenheit! Novellierung des BBiG muss verbessert werden und zwar jetzt!!“
Die Jugendkolleginnen und Kollegen unterstützten die RednerInnen, indem sie zum Abschluss der Rede Frisbees mit dem Schriftzug „Still Loving Solidarity“ in die Menge warfen.
Stimmen der Gewerkschaftsjugend:
Saida Ressel, Jugendbildungsreferentin des DGB Ruhr-Mark, koordiniert die Aktionen der Gewerkschaftsjugend. Auf einer Klausur Anfang des Jahres haben sich die Aktiven für das Motto entschieden: „Wir haben uns für das Motto Solidarität, einen  Kerngedanke von Gewerkschaften, entschieden. In Gewerkschaften stehen Beschäftigte zusammen. Gerade in Zeiten, in denen versucht wird, Beschäftigte zu spalten, z.B. in Subunternehmen und Leiharbeitsfirmen. Aber auch in Deutsche und Flüchtlinge. Wir wollen auch über den Tellerrand des Betriebs hinausschauen. Die Gewerkschaftsbewegung war schon immer international ausgerichtet und leider müssen wir heute immer noch betonen, dass wir Solidarität über Grenzen hinweg verstehen. Wir wenden uns also auch gegen alle rechten Bewegungen und Parteien. Wir stehen für solidarische Lösungen und gegen gesellschaftliche Spaltung.“
Cylia Unger von der DGB-Hochschulgruppe Bochum: „Ich bin heute Morgen zur 1. Mai Demonstration der DGB Jugend gekommen, da ich zusammen mit vielen anderen Menschen für besser Ausbildungs und Arbeitsverhältnis demonstrieren möchte und ein Zeichen gegen die wachsende Fremden- und Frauenfeindlichkeit in Teilen unserer Gesellschaft  sowie gegen neoliberale Wirtschaftsgedanken setzten möchte.  Gemeinsam mit vielen anderen hoffe ich ein Zeichen für Solidarität zu setzten und negativen Strömungen in unserer Gesellschaft ein klares ‘So nicht’ auszusenden.“
Jens Walendowski vom DGB-Stadtjugendausschuss Bochum: „Ich komme gerne zum 1. Mai, weil wir hier einmal alle gemeinsam Seite an Seite stehen: Die Beschäftigten der Stadt mit denen der Autoindustrie und denen an der Hochschule. Das motiviert mich, weil ich hier sehe, wer noch alles zu uns als Gewerkschaftsbewegung gehört.“
Sinan Aksoy, Vorsitzende der JAV bei Opel, in der IGM-Jugend aktiv und stellvertretender Vorsitzender des DGB-Stadtjugendausschusses Bochum: „Ich bin in der DGB-Jugend aktiv, weil hier verschiedenste Menschen aus verschiedenen Betrieben, aus der Uni und aus anderen Bewegungen zusammenkommen und wir uns gegenseitig bereichern: die einen sind kreativ, andere sind in der Bildungsarbeit aktiv und andere können ihre Erfahrungen in der Auszubildendenvertretung weitergeben und wieder andere haben gute Kontakte zu Künstlern. Daraus ergeben sich tolle Projekte, die wir mit den verschiedenen Möglichkeiten, die die DGB-Jugend bietet umsetzen können.“
Charlotte Reineke, aktiv bei ver.di, beim DGB-Stadtjugendausschuss Bochum und der DGB  Hochschulgrupppe: „Ich bin hier, weil ich meine Unterstützung zeigen will für den Gewerkschaftsgedanken und diejenigen, die täglich in Betriebsräten und Auszubildendenvertretungen für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen.“
Kathrin Lind, die sich seit kurzem in der DGB Hochschulgruppe engagiert: „Wir in der Hochschulgruppe machen gerade eine Menge Veranstaltungen. Als nächstes veranstalten wir am 10. Mai auf dem Campus der RUB ein Gewerkschaftsgrillen, für alle die sich irgendwie für Gewerkschaften interessieren. Ab 15 Uhr vor GA.“

 
 
 
 


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