Montag 10.04.17, 16:07 Uhr

GEW kritisiert Stand der Bundeswehr
auf der Berufsbildungsmesse

Mit Sorge beobachtet die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), dass sich der Einfluss der Bundeswehr auf Schulen vergrößert und die Bundeswehr verstärkt Schüler und Schülerinnen für den Militärdienst zu rekrutieren versucht. Dabei zögert die Bundeswehr nicht, auch Minderjährige an der Waffe auszubilden, so GEW–Sprecher Jochen Bauer. In diesem Zusammenhang kritisiert er, dass die Bundeswehr mit einem Stand auf der Berufsbildungsmesse im Mai werben darf.Die GEW kritisiert: »Die Werbeaktivitäten der Bundeswehr fallen in eine Zeit, in der die Auslandseinsätze der im Rahmen von NATO- und UN-Mandaten verfassungsrechtlich umstritten, politisch immer fragwürdiger und von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt werden. Gleichzeitig hat die Bundeswehr Nachwuchssorgen und junge Menschen hoffen in der aktuellen Wirtschaftskrise auf die Bundeswehr als Arbeitgeber.
Bildungsangebote in der Schule unterliegen dem Beutelsbacher Konsens. Dieser besagt, dass Lehrkräfte ihre Schüler*innen nicht einseitig beeinflussen dürfen, sondern die Vermittlung von Inhalten der kontroversen Auseinandersetzung bedürfen. Im Falle der Bundeswehr ist dieses offensichtlich von den Verantwortlichen bei der Stadt Bochum nicht erwünscht.« „Jobinteressent*innen benötigen Informationen, dass die Bundeswehr kein normaler Arbeitgeber ist. Tote, Schwerstverletze und Traumatisierte, die aus den Kampfeinsätzen (z.B. aus Afghanistan) zurückkommen, sprechen eine deutliche Sprache“, so Bauer. „Auch harte Sanktionen gegen Ausstiegsversuche dürfen nicht verschwiegen werden.“
Die Jugendoffiziere, die für die Bundeswehr werben, sind rhetorisch bestens ausgebildet. Selbst wenn in einer Diskussion ihnen Vertreter*innen aus der Friedensbewegung gegenüberstünden, wäre das keine Auseinandersetzung auf Augenhöhe. Die politische Bildung – auch in Fragen der Sicherheitspolitik –  nach Meinung Bauers in die Hand der dafür ausgebildeten pädagogischen Fachleute und nicht in die von Jugendoffizieren.
Vor diesem Hintergrund fordert die GEW Bochum die Verantwortlichen der Stadt Bochum auf, die Bundeswehr von der Berufsbildungsmesse auszuladen und in den nächsten Jahren von einem Angebot an die Bundeswehr, sich in irgendeiner Form an der Berufsbildungsmesse zu beteiligen, abzusehen.

 
 
 
 


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