Samstag 01.04.17, 21:04 Uhr
Auf dem Platz des europäischen Versagens II

“Pulse of Europe” wird etabliert

An den beiden vergangenen Sonntagen fanden jeweils um 14 Uhr auf dem Platz des europäischen Versagens (direkt neben dem Rathaus vor dem Kirchengebäude) Versammlungen  im Rahmen der Kampagne “Pulse of Europe” statt. InitatorInnen der Bochumer Aktion waren Menschen, die ein Zeichen gegen Nationalismus und Populismus setzen wollen. Als sie für den morgigen Sonntag erneut eine Kundgebung anmelden wollten, erfuhren sie, dass die Bochumer Europa-Union zum selben Zeitpunkt am selben Ort mit dem selben Titel bereits eine Kundgebung angemeldet hatte und auf ihrer Webseite dafür wirbt. Gleichzeitig hat die ev. Stadtakademie einen Aufruf von Jochen Gertz für das Treffen am morgigen Sonntag auf ihrer Webseite veröffentlicht. Gertz ist der Künstler, der den Platz konzipiert hat.
Der Platz, auf dem sich das Ganze abspielte, hieß ursprünglich Platz des europäischen Versprechens. Auf Grund der Ereignisse in Europa wurde im letzten Jahr aus dem Versprechen ein Versagen.

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3. Apr. 2017, 11:13 Uhr

LeserInnenbrief von Ralf Feldmann:

Ein breites bürgerliches Spektrum findet sich zusammen gegen reaktionären Nationalismus und für eine europäische Vereinigung. Gut,aber für welches Europa? Für ein Europa, in dem Wirtschaft und Kapital marktkonform alternativlos das Sagen haben und eingeladen werden, ihre Gewinne dorthin zu verschieben, wo sie keine oder nur symbolische Steuern für das Gemeinwohl zahlen müssen? Oder für ein Europa der gleichen Lebensverhältnisse mit der Bereitschaft zum solidarischen Teilen und zur Hilfe für die Schwächeren – in den einzelnen Ländern und zwischen ihnen?

Der “Pulse of Europe” blendet diese Fragen bisher einfach aus, so wie man sich unter “europäischem Versprechen” alles Mögliche vorstellen konnte. Soziale Gerechtigkeit in Europa ist bisher keine zentrale Forderung. Deutschland mit der stärksten Wirtschaft in Europa und den größten Profiten aus den Wirtschaftsbedingungen der Europäischen Union (nicht Nettozahler, sondern Nettoprofiteur) wird sich um diese entscheidende Forderung nicht mehr herummogeln können, “Pulse of Europe” auch nicht, wenn es ihm nicht nur um gute Absicht, sondern um den Erhalt und die Weiterentwicklung Europas geht.


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