Freitag 24.03.17, 10:42 Uhr

#PulseOfEurope

Immer sonntags um 14 Uhr auf dem Platz des europäischen Versprechens direkt neben dem Rathaus trifft sich seit letzten Sonntag die Bochumer Initiative Pulse of Europe. Das erklärte Ziel: “Wir sind überzeugt, dass die Mehrzahl der Menschen an die Grundidee der Europäischen Union und ihre Reformierbarkeit und Weiterentwicklung glaubt und sie nicht nationalistischen Tendenzen opfern möchte. Es geht um nichts Geringeres als die Bewahrung eines Bündnisses zur Sicherung des Friedens und zur Gewährleistung von individueller Freiheit, Gerechtigkeit und Rechtssicherheit.” Die Initiative hofft, dass in Bochum bald ähnlich viele Menschen mitmachen wie in anderen europäischen Städten.

6 LeserInnenbriefe zu "#PulseOfEurope" vorhanden:

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24. Mrz. 2017, 13:47 Uhr

LeserInnenbrief von Snoopy:

Mich würde ja mal interessieren, wie die Bochumer Aktiven dieser Bewegung zu der EU-Außengrenzenpolitik, zu der paramilitärischen Flüchtlingsabwehr durch die EU-Agentur Frontex, zum EU-Türkei-Deal und zu dem Druck der EU auf die Türkei stehen, noch viel schneller und meschenverachtender als Trump Mauern und Zäune zu bauen.

Ich finde: Wer von der EU spricht, sollte zum durch die europäische Flüchtlings- und Migrationspolitik verursachten Menschheitsverbrechen “Massengrab Mittelmeer” nicht schweigen. Sonst wirkt das Gerede von der “Bewahrung eines Bündnisses zur Sicherung des Friedens und zur Gewährleistung von individueller Freiheit, Gerechtigkeit und Rechtssicherheit” ganz schön zynisch und menschenverachtend.

Ich finde: Wer für die EU Partei ergreift, aber nicht gleichzeitig von ihr offensiv offene Grenzen, legale Fluchtwege, und Bleiberecht für Geflüchtete einfordert, muss sich vorwerfen lassen, das zigtausendfache Sterben an den Außengrenzen und rassistische Verhältnisse im Inneren ideologisch mit abzusichern.

Ich hoffe wirklich, dass diese “Bürgerbewegung” hier mal klar und unmissverständlich Position bezieht. Passiert das nicht, kann ich ihr wahrlich keinen Erfolg wünschen.


 

25. Mrz. 2017, 01:30 Uhr

LeserInnenbrief von Brunetti:

Natürlich muss die EU verändert werden. Wenn es sie nicht mehr gibt, ist das allerdings nicht mehr nötig. Dann hängen wir in unseren dumpfen Nationalstaaten fest. Und unter denen, die massiv für einen Austritt aus der EU eintreten, sehe ich keine sonderliche Solidarität mit irgendwelchen “Minderheiten”. Ich denke, wenn hier erst mal die Anti-EU-Kräfte triumphieren, werden die Außengrenzen der bisheringen EU nicht weniger geschlossen sein. Mag sein, dass es dann weniger im Mittelmeer Ertrinkende gibt, weil sich aus dem einfachen Grund, dass es sich nicht mehr lohnt, weniger Flüchtlinge auf den Weg in das Gebiet der dann ehemaligen EU machen. Weil ich das nicht will, sehe ich es als notwendig an, für die EU Partei zu ergreifen. Gegen rechts.


 

25. Mrz. 2017, 01:59 Uhr

LeserInnenbrief von Jakob Spatz:

Gute Fragen. Geh doch mal vorbei und komm mit den Leuten in´s Gespräch. zur Vorbereitung empfielt sich wohl der Besuch auf https://diem25.org/: “Democratise Europe! The EU will either be democratised or it will disintegrate!”

Alle üblich-verdächtigen Eierköppe machen mit beim linken Europaretten. Slavoj Zizek, Noam Chomsky, Srecko Horvath, J.Assange (finden wir das richtig? Bei DEN Vorwürfen?), Yanis Varoufakis…
Und vielleicht ja sogar die Frau von Yanis Varoufakis. Über die wurde immerhin sogar mal ein Lied geschriebem, das Pop-Geschichte gemacht hat (ich hab´s aus sicherer Quelle, das Lied handelt von ihr, alles passt, ey alter ich schwör, wie man bzw. junger mann heutzutage im Ruhrgebiet sagt):
https://www.youtube.com/watch?v=4KjAVr1WSu0


 

25. Mrz. 2017, 23:11 Uhr

LeserInnenbrief von Jakob Spatz:

HerrInjeh,
in meinem letzten Beitrag vergaß ich, jenes Video zu verlinken, welches Diem 25 kurz vorstellt.
https://www.youtube.com/watch?v=6B-2ps7YBaM
Des weiteren vergaß ich, zu erwähnen, wo man und frau und wesen denn praktisch und auf die politische Auseinandersetzung übertragbar lernt, to shake something, eg Europe, “gently, compassionately…but firmly.” THE gentle art concerning these questions is of course Judo. Aber, da wir auf Bo-Alternativ diskutieren, warum nicht:
http://www.bo-alternativ.de/aikido/

Hingehen, Spaß haben, klarer sehen, wissen, wovon die Rede ist, wenn wer oder welche von “gently, compassionate…but firmly” redet. Onegai shimasu, Danke für die Gelegenheit des Nachtragens


 

26. Mrz. 2017, 22:18 Uhr

LeserInnenbrief von Snoopy:

Fest steht jedenfalls, dass diese Bewegung bisher ganz ausdrücklich nicht den europäischen Rassismus kritisiert und offene Grenzen für Menschen auf der Flucht fordert.

Warum nicht? Weil sie auch offen für Menschen sein wollen, die rassistische Positionen vertreten und die die mörderische Abschottung Europas unterstützen?

Ja, es hat den Anschein: https://twitter.com/PulseofEurope/status/843772362482966529

Ich finde so eine “Bewegung”, die bei Pegida & Co. fischen will, und die sich (vielleicht deswegen?) weigert, sich antirassistisch zu positionieren, nicht unterstützenswert.

Von Leuten, die sich für die EU einsetzen, erwarte ich schon, dass sie sich gleichzeitig unmissverständlich gegen die mörderische EU-Außengrenzenpolitik und die sonstige europäische Flüchtlingsabwehr positionieren. Wenn sie das nicht tun, unterstützen sie mit ihrer EU-Unterstützung nämlich diese ekelhaft menschenfeindlichen Verhältnisse.


 

27. Mrz. 2017, 19:44 Uhr

LeserInnenbrief von Brunetti:

Von Leuten, die sich nicht für die EU einsetzen, erwarte ich schon, dass sie sich gleichzeitig unmissverständlich gegen eine mörderische Ausgrenzungspolitik und Flüchtlingsabwehr positionieren. Wenn sie das nicht tun, unterstützen sie mit ihrer EU-Ablehnung nämlich diese ekelhaft menschenfeindlichen Verhältnisse.


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