Donnerstag 23.02.17, 21:32 Uhr

Nachhaltige Stadtentwicklung

Die Soziale Liste schreibt: »Aus voller Überzeugung teilen wir die in ihrem offenen Brief vom 7. Februar gemachten Anregungen und Forderungen nach einem „fundamentalen und umgehenden Perspektivwechsel hin zu ökologisch nachhaltiger Stadtentwicklung in Bochum“, schreibt die Soziale Liste dem Beirat der  Unteren Naturschutzbehörde in ihrem Antwortbrief. Die Schaffung und der Erhalt von Grünstrukturen soll „eine vorrangige Stellung“ erhalten. Auch die Einschätzung des Beirates, dass die Stadt Bochum falsche Prioritäten gesetzt hat und jetzt ein akuter Handlungsbedarf eingetreten ist, wird von der Sozialen Liste Bochum geteilt.
Von den 14.549 Hektar der Bochumer Stadtfläche sind bereits heute 71 % Siedlungs-, Gewerbe- und Verkehrsfläche. Der Flächenfraß in Bochum betrug in den letzten 10 Jahren 572 Quadratmeter pro Tag (WAZ 8. 10. 2016). Auch die Baumbilanz ist in den letzten Jahren deutlich negativ. Das heißt der Verlust von Bäumen ist höher als der Zuwachs. In Bochum werden drastisch mehr Bäume gefällt als neu angepflanzt. Ein Beispiel hierfür sind die seit langem die leeren Baumscheiben auf dem Husemannplatz und an vielen anderen Stellen im Stadtgebiet.
Die Soziale Liste lehnt alle Planungen ab, grüne Freiflächen in Gewerbegebiete umzuwandeln. Unser kommunales Wahlbündnis fordert zudem, den noch in der Stadt verbliebenen landwirtschaftlichen Betriebenen eine Zukunft zu geben und vor allem die Direktvermarktung und den ökologischen Landbau zu unterstützen.
Der Landfraß und der hohe Verlust an Bäumen haben erhebliche negative Folgen und verschärfen die Auswirkungen der Klimaveränderungen für die Stadt. Häufigere (kleinräumliche) Unwetterereignisse, ein Anstieg der Temperaturen und Klimaverschlechterungen erschweren das Stadtleben. Stadtplanung muss aber dem Ziel dienen, in Bochum gut leben, wohnen, arbeiten und lernen zu können. Das erfordert eine gesündere Umwelt. Wir brauchen öffentliche Plätze, Parks, Acker- und Grünflächen in und um Bochum.
Die Forderung nach besserer personeller Ausstattung und Kompetenzerweiterung der Naturschutzbehörde wird von der Sozialen Liste unterstützt. Der Hinweis der Umweltschützer auf Artikel 20a GG muss für die Bochumer Kommunalpolitik ein Aufruf zum Handeln sein.«

 
 
 
 


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