Dienstag 10.01.17, 16:01 Uhr

Gewerkschaft fordert Qualifizierungsoffensive für Beschäftigte

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert eine „Qualifizierungsoffensive“ für heimische Beschäftigte. Nach Schätzungen des aktuellen Mikrozensus haben im Jahr 2015 rund 34.000 Berufstätige in Bochum an einer beruflichen Weiterbildung teilgenommen – das sind 21 Prozent aller Berufstätigen. „Hier ist noch deutlich Luft nach oben“, sagt Yvonne Sachtje. Die Geschäftsführerin der NGG Ruhrgebiet fordert ein gesetzlich festgeschriebenes „Recht auf Weiterbildung“. Vor dem Hintergrund der Digitalisierung der Arbeitswelt sei dies eine entscheidende Voraussetzung, um die Beschäftigten „up to date“ zu halten.
Vom Umgang mit neuer Software bis hin zu mehr Teamkompetenz steigen die Anforderungen in fast allen Berufen“, betont Sachtje. Ob Fremdsprachenkenntnisse bei der Hotelfachfrau oder die automatisierte Warenbestellung in der Lebensmittelindustrie – von den Beschäftigten werde verlangt, ständig auf dem Laufenden zu sein. „Der klassische Bildungsurlaub reicht hier nicht aus. Und nicht jeder schafft es nach Feierabend, noch aufs Berufskolleg oder zum VHS-Kurs zu gehen“, so Sachtje. Per Gesetz lasse sich ein bezahltes „lebenslanges Lernen“ viel stärker in den Berufsalltag einbinden.
Dabei seien auch die Arbeitgeber gefordert. Sachtje: „Die Unternehmen profitieren enorm von gut qualifizierten Mitarbeitern.“ Auch im Handwerk dürfe „Digital Literacy“ deshalb kein Fremdwort mehr sein. Der sichere Umgang mit neuen Technologien werde zunehmend genauso wichtig wie Lesen, Schreiben und Rechnen. „Besonderen Nachholbedarf gibt es bei den ungelernten Beschäftigten. Sie nehmen bislang nur selten an Weiterbildungen teil“, sagt Gewerkschafterin Sachtje. Ein verbrieftes Recht auf Qualifizierung käme ihnen besonders zugute.

 
 
 
 


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