Samstag 29.10.16, 22:56 Uhr
Öffentlichen Tanzstunde vor dem Konzerthaus

Das Musikzentrum für Alle?

Mit einer öffentlichen Tanzstunde begrüßte das Netzwerk “Eine Stadt für Alle” die lang ersehnte Eröffnung des Bochumer Musikzentrums. Mit Musikanlage und Megaphon zog das Netzwerk auf den Vorplatz des Musikzentrums und ermunterte auf ironische Weise die Besucherinnen und Besucher, sich am gemeinsamen Walzer-Kurs zu beteiligen.
Das Netzwerk erinnerte die Stadt Bochum an ihr Versprechen: Das Musikzentrum soll ein Ort für Alle in Bochum sein. Doch das Programm der nächsten Monate lässt auf etwas anderes schließen. “Wir glauben, dass das bisher geplante klassische Konzertprogramm eben nicht für alle Bürgerinnen und Bürger in Bochum gedacht ist und wir glauben auch nicht, dass sich das ändern wird. Also dachten wir uns, wir üben ein wenig, um ebenfalls an diesem kulturellen Leben teilhaben zu können, wie es offiziell heißt. Mit unserem ganz eigenen Ausflug in die Welt der Violinen und Cellos wollten wir unsere Kritik mit einem zwinkernden Auge am Ort des Geschehens deutlich machen”, so Kathrin Latussek vom Netzwerk.
Das Netzwerk hatte zuletzt am 8. Oktober mit einem Stadtrundgang zum Thema Nutzbarmachung der zahlreichen Leerstände in Bochum auf sich aufmerksam gemacht. “Wir begrüßen es ausdrücklich, dass hier und heute der erste Leerstand mit Leben gefüllt wurde, die alte Marienkirche. Es gibt so viel weiteren Leerstand in Bochum, der angesichts großer Nachfragen nach günstigem Wohnraum und unkomerziellen, kulturellen Räumen, dringend nutzbar gemacht werden müsste. Wir sind sehr gespannt darauf, wie die Stadt Bochum angesichts der immensen Kosten und Subventionen für das Musikzentrum die anderen Räume finanziert”, meint Klaus Brechmann aus dem Netzwerk. “Daher werden wir diesen Prozess weiter kritisch begleiten.”

3 LeserInnenbriefe zu "Das Musikzentrum für Alle?" vorhanden:

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30. Okt. 2016, 16:59 Uhr

LeserInnenbrief von Wolfgang vom Ubu:

zur weiteren Lektüre empfehle ich : von Volker Steude,
Bochumer Musikforum – 200 Euro Zuschuss pro Karte kann sich die Stadt nicht leisten
http://www.huffingtonpost.de/volker-steude/bochumer-musikforum—200_b_12711962.html


 

30. Okt. 2016, 18:27 Uhr

LeserInnenbrief von Harry:

Das Netzwerk vermutet: “Wir glauben, dass das bisher geplante klassische Konzertprogramm eben nicht für alle Bürgerinnen und Bürger in Bochum gedacht ist”. Worauf gründet es seine Vermutung? Ist klassische Musik nichts für alle Bürgerinnen und Bürger? Ich finde das Programm sehr interessant und weiß nichts vom Ausschluss irgendwelcher Bürger.


 

31. Okt. 2016, 10:22 Uhr

LeserInnenbrief von Wolfgang vom Ubu:

Da gibt es anscheinend eingeschränkte Begriffe von klassischer Musik. Zumindest zeigt ein Blick auf das Spektrum vor allem der Musikschule aber auch der Bosys , dass es keine Beschränkung auf alte Musik (z.B. bis zur Romantik) gibt und auch keine auf die verwendeten Instrumente. Es gibt eine Menge Musik , die ich schätze und gern höre und die inzwischen ihre Klassiker hat, egal ob im Jazz, im Rock’n'Roll, im Punk oder Metal, im Reggae oder im Funk oder beim Rap , um nur einige zu nennen. Und was soll’s , wenn jemand keinen Mozart mag ? Roll over Beethoven …
Abgesehen von der Finanzfrage, falls das überhaupt möglich ist, könnten da dfür das Musikzentrum Aufgaben liegen für die musikalische Bildung , die offensichtlich weder von der Schulbildung noch von den immer dooferen öffentlich-rechtlichen Medien angegangen werden.

 


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