Montag 24.10.16, 06:43 Uhr

Wie Auschwitz zu dem wurde, was es war

Das Bochumer Bündnis gegen Rechts lädt am Donnerstag, den 3. November um 19 Uhr  zu einen Vortrag von Dr. Susanne Willems, Berlin über die Geschichte des Vernichtungslager Auschwitz ins ver.di-Haus, Universitätsstr. 76, in Bochum ein: »Viel wird über Auschwitz gesprochen und geschrieben, recht wenig aber über dessen Geschichte. Die Historikerin Susanne Willems schließt diese Lücke mit ihrem kürzlich erschienen Text- und Bildband Auschwitz.
Die Geschichte des Vernichtungslagers
(edition ost, 29,99 €). Sie beschreibt, wie aus dem Kasernengelände im polnischen Oswiecim dieses gigantische Relais des Todes wurde.
Erste Überlegungen, das von der Wehrmacht requirierte Kasernengelände als Durch-gangslager für 10.000 Gefangene zu nutzen, gab es seit Ende 1939. Nach der Übergabe des Geländes an die SS im April 1940 plante diese Auschwitz zum KZ für 30.000 Gefangene auszubauen. Dass Auschwitz einmal einer der Orte des Völkermords an den europäischen Juden werden würde, war zu diesem Zeitpunkt jedoch längst nicht abzusehen.
“Die massenhafte Vernichtung von Menschen an einem Ort zu kombinieren mit der Selektion von möglichst vielen Deportierten zum Arbeitseinsatz, das ist das, was nur im Lager Auschwitz-Birkenau ab dem zweiten Halbjahr 1942 realisiert wurde.”
Susanne Willems zeigt auf, wie eng verzahnt die Pläne der SS mit den Interessen der deutschen Industrie waren: allen voran die IG Farben. Der weltgrößte Chemiefabrikant errichtete ab 1941 einen Werksneubau in unmittelbarer Nähe des KZ, das ihm als billigste Arbeitskräfte 10.000 Gefangene zugesagte, und beteiligte sich durch Überlassung von Bezugsrechten für Baustoffe am KZ-Ausbau.
Susanne Willems weist nach, dass die im September 1942 eingeleitete Umplanung des zweiten Lagers in Birkenau, die Realisierung des “Sonderprogramms Reichsminister Prof. Speer”, der vollständigen Integration des Lagers in die deutsche Kriegswirtschaft diente: Auschwitz-Birkenau wurde ab Herbst 1942 zu dem Zielort der Massendeportationen der europäischen Juden, weil dieser Ort zu einer Art Drehscheibe eines europaweiten Arbeitssklavenmarkt ausgebaut wurde.«

 
 
 
 


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