Samstag 01.10.16, 19:57 Uhr

Ein halbes Jahr Refugee Strike Bochum

Die Initiative Refugee Strike Bochum lädt anlässlich ihres halbjährlichen Bestehens am Freitag, den 7.10. um 18 Uhr zu einer Veranstaltung in den Räumen von DIDF, Rottstraße 30 ein: Was haben wir erreicht? Was haben wir noch vor? Es ist nun genau ein halbes Jahr her, dass sich der Refugee Strike in Bochum gegründet hat. Wir starteten unser Protestcamp vor dem Rathaus und blieben über zwei Wochen dort. Wir forderten, endlich unsere Asylanträge stellen zu können, einen Zugang zu Sprach- und Integrationskurse zu erhalten, arbeiten zu dürfen und die Erlaubnis zu bekommen, in Wohnungen zu ziehen. Nach großen Zusagen der Stadt, entschieden wir uns, das Protestcamp erstmal zu pausieren. Seitdem ist viel passiert: Einige der Zusagen, wie beispielsweise die Einrichtungen einer BAMF-Stelle in Bochum, wurden seitens der Stadt umgesetzt. Viele andere hingegen setzt die Stadt nicht um. Wir haben im letzten halben Jahr unsere politische Arbeit in vielfacher Weise fortgesetzt und unsere Ziele weiterhin verfolgt. Wir möchten an diesem Abend gemeinsam mit euch und Ihnen auf diese sechs Monate zurück schauen und dabei auch den Blick nach vorne richten.
Programm:
18 Uhr: Begrüßung und kurzer Vortrag vom Refugee Strike Bochum: „Was haben wir erreicht? Was haben wir noch vor?“
18.45 Uhr: Einladung zum gemeinsamen Essen
19.15 Uhr: Offene Diskussion zwischen Aktiven des Refugee Strikes Bochum
mit: Christian Cleusters (Vertreter des Initiativkreises, Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum), Maren Wenzel (Supporterin des Refugee Strike Bochum) & Michael Niggemann (Treffpunkt Asyl)
Der Einladungsflyer.

8 LeserInnenbriefe zu "Ein halbes Jahr Refugee Strike Bochum" vorhanden:

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2. Okt. 2016, 10:13 Uhr

LeserInnenbrief von Ralf:

Na das sieht aber schwer danach aus, dass hier die große Politik imitiert wird.
Auf dem Podium wird diskutiert, die “Masse” darf den “ExpertInnen” lauschen.

Emanzipatiorische Basisdemokratie sieht anders aus!


 

5. Okt. 2016, 08:23 Uhr

LeserInnenbrief von Suppoerterin:

@Ralf:

Wenn die Einladung diesen Eindruck erweckt, ist diese wohl missverständlich formuliert. Keinesfalls soll die Diskussion nur die “ExpertInnen” miteinschließen – jederzeit solllen sich alle an der Diskussion beteiligen (auf arabisch, deutsch oder englisch).
Wenn du auch vorbei kommst, kannst du ja auch deinen Kritikpunkt in der Diskussion ansprechen.


 

5. Okt. 2016, 22:01 Uhr

LeserInnenbrief von Ralf:

Nein Danke,
solchen Prozessen der Entdemokratisierung und “Emanzipation von der Emanzipation” durfte ich schon zu oft beiwohnen.

Das sieht mir zu sehr nach einem Akt strukturierender Ungleichheit und Selbstinstitutionalisierung aus.


 

5. Okt. 2016, 22:15 Uhr

LeserInnenbrief von Dieter:

Kann bitte mal wer lüften, hier riechts etwas streng nach Kartoffel-Besserwisserei. (Ja, die gibts offensichtlich auch in der Geschmacksrichtung anarchoverbittert…)


 

7. Okt. 2016, 13:15 Uhr

LeserInnenbrief von Ralf:

Vom Tod der Utopie

Es scheint immer das Gleiche zu sein.
Es erfolgt eine strukturelle Kritik – hier an der Gestaltung einer Diskussionsrunde:
Diese regelt von vornherein die zeitliche Quantität der Redebeiträge zu Gunsten weniger, sowie weist es den Beiträgen dieser Personen im voraus eine angebliche Qualität und ihnen einen ExpertInnen-Status zu. Die anderen Menschen werden in den Status eines Auditorium verwiesen. Hierarchisierung durch erschwerte, bzw. erleichterte Zugänge zur Diskussion, unterschiedliche gewichtete Beteiligung und Wahrnehmung, Wertschätzung und Einflussnahme. Dazu Funktionärswesen und Vertreterpolitik. Im Sinne von Basisdemokratie ein mangelndes demokratisches und emanzipatorisches Verhalten.

Beantwortet wird die strukturelle Kritik nicht durch Zurückweisung auf der gleichen Ebene, sondern mit
1) der Einladung eine solche patriarchale, wie autoritäre Runde zu legitimieren in dem man sich mit Kritik beteiligt. D.h. durch seine Anwesenheit den Schein von Offenheit, Transparenz, Veränderbarkeit und Demokratie zu erzeugen. Das also selbst zu widerlegen, was man als Kritik vorbringt. Absurd!

2) indem die Erwiderung auf eine persönliche und diffamierende Ebene gebracht wird. Statt inhaltlich auf die Kritik einzugehen, wird der Kritiker eine „Kartoffel“ genannt. Vermutlich findet auch der Autor „Dieter“ den Begriff „Dönermorde“ bezüglich der vom NSU durchgeführten Morde als einen rassistischen Euphemismus der Ermittlungsbehörden. Das scheint ihn aber nicht davon abzuhalten „Kartoffel“ als biologistische Schmähung und Abwertung einzusetzen, wenn er glaubt die Kritik kommt von einem Deutschen. Was „Besserwisserei“ nun sein soll, dazu äußert er sich nicht. Seine Wortschöpfung „Kartoffel-Besserwisserei“ stellt so vermutlich einen Rassismusvorwurf gegen den Kritiker dar. Somit ist diese Kritik seiner Meinung nach Gestank, der erst einmal mittels „Lüftung“ entfernt werden muss. Soviel zur diskursiven Abwertungsstrategie eines Menschen, der auf den Namen „Dieter“ hört.

Dann der Vorwurf der „Verbitterung“. Also eine psychosoziale Einordnung, die
weil a) psycho-sozial nicht rational auch nicht ernst zu nehmen und zu beantworten wert ist
und weil b) verbittert auch nicht auf eine zugängliche Person treffen würde.
Darüber hinaus erkennt “Dieter“ einen anarchistische Kritik.
Was an Anarchismus nun so falsch sein soll, erzählt „Dieter“ nicht. Er weiß aber zu genau, dass dies ein gesellschaftlich gebranntmarkter Begriff ist und nutzt ihn. Darüber hinaus wurde in der Kritik nicht von Anarchie, sondern von „Basisdemokratie“ gesprochen. Das was KommunistInnen, SozialistInnen, AnarchistInnen, Autonome, Radikal-DemokratInnen, VertreterInnen der Theologie der Befreiung, und und und als wesentlich für ihr politisches Verständnis und als Basis einer emanzipatorischen Politik verstehen. Also findet hier der Versuch mit der Wortkombination „anarchoverbittert“ Ansprüche auf Basisdemokratie als abwegig zu diffamieren.

Statt inhaltliche Auseinandersetzung, persönliche Diffamierung, die den Inhalt der Kritik als nicht verhandel- und diskussionswert brandmarken soll.

Nichts Neues.

Neu ist nur, dass das wofür die Partei „Die Grünen“ in den 80er noch Jahre brauchten, also ihre Basisorientierung, die den selbstorganisierten und -verwalteten Bewegungsstrukturen der End70er und Anfang 80er entsprangen, zu entsorgen und ihre Partei auf den Weg einer neo-liberalen, konformistischen Partei zu bringen. Das das hier schon nach einem halben Jahr Fakt zu sein scheint. Das die Prozesse der Selbstoptimierung und Selbstinstitutionalisierung zur Verwertung im Polit- und Karriereprozess (für NGOs, staatliche Beratungs- und Sozialarbeiterstellen), und die dazu nötigen Implantierungen von Mainstreampolitikformen in neu entstandenen Selbstorganisationen so schnell abläuft.


 

9. Okt. 2016, 22:17 Uhr

LeserInnenbrief von anonym:

anonym

ist zwar Perlen vor die Säue, aber eine Unterstützung aus Solidarität:

Gut dass sich endlich mal wer nicht jeden Scheiss in BO gefallen lässt. Mehr davon!


 

10. Okt. 2016, 22:30 Uhr

LeserInnenbrief von Ein Anarchist:

Demokratie, (auch Basisdemokratie) und Anarchie widersprechen sich grundsätzlich:

http://www.crimethinc.com/blog/2016/03/31/from-democracy-to-freedom/


 

11. Okt. 2016, 11:29 Uhr

LeserInnenbrief von Hans:

@ ein Anarchist

Äh, nö!


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