Mittwoch 06.07.16, 07:43 Uhr

„JunOst“ neues Mitglied im Jugendring

Der Bochumer Kinder- und Jugendrings hat auf seiner Vollversammlung den Jugendverband„JunOst“ als weiteres Mitglied aufgenommen, eine Zwischenbilanz zur antirassistischen Arbeit des Kinder- und Jugendrings gezogen, sich mit der Situation von jungen Geflüchteten in Bochum befasst und zwei BeisitzerInnen für den Vorstand des Jugendrings nachgewählt. JunOst ist 2001 von jungen ZuwandererInnen aus der ehemaligen Sowjetunion als Jugendverband gegründet worden und arbeitet vorrangig mit russischsprachigen Kindern und Jugendlichen. Für sie werden vielfältige Freizeit- und Kulturangebote organisiert. In Bochum gibt es eine lokale Gruppe mit ca. 150 Mitgliedern im Stadtteil Querenburg. Mit JunOst sind nun schon 14 Migrantenvereine im Kinder- und Jugendring Bochum vertreten und die Anzahl der Mitgliedsorganisationen ist auf 35 gestiegen.
Weiter berichtet der Jugendring: »Die antirassistische Arbeit hat den Jugendring im ersten Halbjahr 2016 geprägt. Die Jugendverbände und der Jugendring haben für den „Bochumer Appell“ fleißig Unterschriften gesammelt, um zu zeigen, dass die große Mehrheit der Bochumer Bevölkerung Menschen, die vor Krieg, Elend, Not und Verfolgung fliehen, freundlich und solidarisch empfängt. Geflüchtete Menschen sollen hier gut und in Frieden – ohne Angst vor Abschiebung -leben und dauerhaft eine neue Heimat finden. Viele Engagierte aus den Jugendorganisationen waren auch am 01. Mai 2016 auf der Straße, um gegen die rassistische Hetze der NPD zu demonstrieren. Die Menschenkette „Hand in Hand gegen Rassismus – für Menschenrechte und Vielfalt“ am 18. Juni 2016 in Bochum ist nach Kräften von den Jugendorganisationen unterstützt worden und war für viele Engagierte von besonderer Wichtigkeit. Sie haben für den Aufruf geworben, Streckenpatenschaften für das Gelingen der Menschenkette übernommen und freuen sich sehr, dass 8.500 Menschen in Bochum ein eindeutiges Zeichen gegen Rassismus und für Vielfalt und Toleranz setzen konnten.
Im Umfeld des 08. Mai, dem Tag der Befreiung vom Faschismus, hat der Jugendring eine „Stolpersteinputzaktion“ organisiert. Alle Stolpersteine in Bochum wurden geputzt und sie sind jetzt wieder ansehnlich und gut lesbar. Viele beteiligte Gruppen haben jedoch nicht nur die Steine gesäubert, sondern sie haben sich auch ausführlich mit den Biografien der Opfer auseinandergesetzt.
Gut gelungen, war auch die Fortsetzung des Abraham-Projektes in Kooperation mit der Hildegardis-Schule im Schuljahr 2015 / 2106. Die Schüler haben vielfältige Aktionen und Projekte durchgeführt und sich intensiv mit den Themen „Rassismus“, „Fundamentalismus“, „Angst vor dem Fremden“ und „Flüchtlinge“ befasst. Die Einbindung der Schüler aus den internationalen Klassen war beim Abraham-Projekt der Hildegardis-Schule vorbildlich.
Die Sozialdezernentin Britta Anger hat über die Situation der Geflüchteten in Bochum berichtet. 5.218 Geflüchtete lebten im Juni 2016 in Bochum. Etwa 40 Prozent der Geflüchteten sind Minderjährige. Für eine gute Integration der jungen Geflüchteten ist ein Ausbau des Platzangebotes in Kindertageseinrichtungen und in Schulen und die Stärkung der Angebote der Kinder- und Jugendarbeit und der Schulsozialarbeit dringend notwendig.
Da zwei Mitglieder des Vorstandes aus beruflichen Gründen Bochum verlassen mussten, waren Nachwahlen notwendig. Nils Bülow vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend und Saida Ressel von der DGB-Jugend sind einstimmig als BeisitzerInnen für den Jugendringsvorstand gewählt worden. Der Vorstand ist damit wieder vollzählig und gut aufgestellt, um wirksam Interessen von jungen Menschen in unserer Stadt vertreten zu können.«

 
 
 
 


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