Dienstag 24.05.16, 16:15 Uhr

Falsche Personal- und Ausbildungspolitik

Ver.di weist die Vorwürfe in Richtung der Beschäftigten der Stadtverwaltung Bochum, ihre fehlende Leistungsbereitschaft sei Grund für den hohen Krankenstand, entschieden zurück. „Der Hinweis auf die fehlende Leistungsbereitschaft ist eine Ohrfeige für die Beschäftigten der Stadtverwaltung.“, so Wolfgang Knop, Vorsitzender des ver.di-Bezirks Bochum-Herne. „Es ist richtig, dass der Krankenstand innerhalb der Stadtverwaltung überdurchschnittlich hoch ist.“, sagt Knop. Grund sei jedoch nicht die fehlende Leistungsbereitschaft der Beschäftigten, wie Ratsherr Roland Mitschke von der CDU behauptet, sondern die seit Jahren fehl laufende Personal- und Ausbildungspolitik bei der Stadt.
Aufgrund von Haushaltssperren wurde jahrelang deutlich unter dem zu erwartenden Bedarf ausgebildet. Gleichzeitig wurden frei werdende Stellen eingespart. Die Stellen, die nicht eingespart werden können, werden erst nach einem halben Jahr, teilweise länger, wieder besetzt.
Es fehlt an einer Personalpolitik mit Weitblick und eine Gesundheitsmanagement im Sinne der Beschäftigten.
Beispielhaft ist der Einsatz von Wach- und Sicherheitsdiensten im Bereich des Bürgerbüros im Rathaus und des Ausländerbüros zu nennen. Anstatt die Belastung durch mehr Personal in diesen Ämtern zu reduzieren, werden Sicherheitsdienste beauftragt, Konflikte und Tumulte zu „verhindern“, die aufgrund der langen Wartezeiten entstehen. Besser wäre es, die Wartezeiten durch mehr Personal in diesen Bereichen zu verkürzen und damit auch den Druck aus dem Arbeitsalltag der Beschäftigten zu nehmen. Nur mehr Personal und die Schaffung von Arbeitsplätzen für Leistungsgeminderte helfen, den überdurchschnittlichen Krankenstand zu reduzieren. Doch so eine Gesundheitspolitik kostet Geld – das in die Hand zu nehmen, davor scheut sich die Stadt Bochum bisher.

 
 
 
 


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