Montag 02.05.16, 17:43 Uhr
Naturfreundejugend Bochum kritisiert Polizeieinsatz

Einkesselung von Minderjährigen –
das geht gar nicht!“ -

Die Naturfreundejugend beteiligte sich gestern, am ersten Mai, an den Protesten gegen den Aufmarsch der neofaschistischen NPD in Bochum und erklären: »Wir empfinden es als unerträgliche Provokation, wenn Nazis den Tag der Gewerkschafts- und Arbeiterbewegung für ihre Hetze in Beschlag nehmen wollen. Ebenfalls unerträglich empfinden wir den Einsatz der Polizei rund um den Aufmarsch: Die Polizei hat ein halbes Stadtviertel hermetisch abgeriegelt, für die Anhänger einer Partei, die längst verboten sein sollte. Geradezu skandalös ist aber ihr Umgang mit Gegendemonstrant*innen: Im Bahnhof wurden antifaschistische Jugendliche mit massiver Gewalt bedrängt und es wurden rund um das Bermuda-Dreieck über 300 Demonstrierende von der Polizei eingekesselt.
„Die Festsetzung einer solchen Menge an Menschen entbehrt jeder Verhältnismäßigkeit. Selbst wenn einzelne Straftaten passiert sein sollten, kann man dafür nicht hunderten Menschen die Freiheit über Stunden entziehen. Ferner ist es politisch ein verheerendes Zeichen, wenn man legitimen Protest gegen Faschisten derart unterdrückt.“ so Matthias Schug von der Naturfreundejugend Bochum. Minderjährige Aktivist*innen der Naturfreundejugend gerieten in einen der Kessel. Sie hatten sich keiner Straftat schuldig gemacht, sondern wollten lediglich ihren Protest zum Ausdruck bringen. Sie wurden zwischen 14.00-20:00 Uhr von der Polizei festgehalten. „Es kann nicht angehen, dass die Polizei Minderjährige über sechs Stunden festhält, ohne Begründung, ohne Kontakt zur Außenwelt, ohne Nahrung oder Wasser. Ihnen wird noch nicht einmal eine Straftat vorgeworfen. Das hat doch mit Rechtsstaat und Verhältnismäßigkeit nichts mehr zu tun. Stundenlange Einkesselung von Minderjährigen – das geht gar nicht!“ sagte Matthias Schug weiter. Trotzdem freuen wir uns an diesem Tag auch über viele Erfolge: Nahezu 3.000 Menschen waren auf Bochums Straßen unterwegs, um gegen Nazis zu Protestieren. Und auch wenn die Ewiggestrigen ihren Aufmarsch durchführen konnten, waren sie auf Grund der schieren Masse der Gegendemonstrant*innen weder zu hören noch zu sehen. Ferner verkürzte eine engagierte Sitzblockade auf der Universitätstraße die Nazi-Route um 100 m.«

 
 
 
 


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