Donnerstag 28.04.16, 09:19 Uhr

Die Schwarze Ruhr-Uni zum 1. Mai

Die Schwarze Ruhr-Uni hat einen Aufruf veröffentlicht, in dem sie erläutert, warum sie auf der 1. Mai-Demo einen antikapitalistischen Block organisiert und fordert: “Entreißen wir dem DGB das Gedenken!”: »1. Mai: Am anarchistischen Kampftag auf die Straße – gegen Vergessen und Faschismus. Eine kurze Übersicht. Der 1. Mai steht wieder einmal vor der Tür und es ist einiges los in Bochum.Bereits am Vorabend gibt es eine revolutionäre Vorabenddemo, das finden wir gut. Den Aufruf zur Demo findet ihr hier. Wir selber organisieren am 1. Mai einen antikapitalistischen Block auf der DGB-Demo . Treffpunkt ist um 10.15 Uhr vor dem Bergbaumuseum. Danach, um 14.00 Uhr, wollen die Nazis der NPD durch Bochum marschieren und wir werden versuchen, den Widerstand dagegen zu unterstützen.

Die Geschichte des 1. Mai

Der erste Mai ist Kampftag der anarchistischen Bewegung. 1886 in Chicago wurde acht Anarchisten der Prozess gemacht, weil ihnen vorgeworfen wurde eine Bombe auf die Polizei geworfen zu haben. Die Genoss*innen hatten sich zuvor an den um den 1. Mai stattfinden Streiks und Aufständen beteiligt.

Der DGB Hand in Hand mit Feind*innen der Freiheit: Polizei und Staat

Das Gerichtsverfahren führte zum Tod von fünf von ihnen. Einer tötete sich selbst, vier wurden vom amerikanischen Staat hingerichtet. Während der Aufstände und Streiks um den 1. Mai wurden außerdem mindestens ein Dutzend Arbeiter*innen von der Polizei getötet.
Heute läuft die Polizei in den Demos des DGB mit. Für uns ist dies ein Missbrauch der Geschichte des 1. Mai. Die Polizei wird immer Gegnerin der freiheitlichen (Arbeiter*innen-) Bewegungen sein! Auch dass Bürgermeister*innen und dieses Jahr in Bochum die Ministerpräsidentin von NRW auf den 1- Mai Demos des DGB reden, ist abscheulich. Der Staat hat immer wieder die antiautoritäre Arbeiter*innenbewegung zerschlagen und unzählige unserer Genoss*innen ermordet.

Keinen Fußbreit der NPD – die Nazis aufhalten

Neben dem DGB will auch die NPD durch die Bochumer Straßen laufen. Gerade angesichts des anwachsenden Rassismus und Nationalismus hoffen wir, dass ihr Aufmarsch scheitern wird.
Wir haben zu unserem Block vor dem Bekanntwerden des Nazis-Aufmarsches aufgerufen und werden uns von den Nazis nicht diktieren lassen was wir an diesem Tag tun. Nach der Demo ist aber auch noch genug Zeit, um gegen den Nazi-Aufmarsch aktiv zu werden. In Deutschland ist der 1- Mai während des Nationalsozialismus zum Feiertag, dem “Tag der Arbeit“, gemacht und zugleich die Arbeiter*innenbewegung zerschlagen worden, deshalb beteiligt euch nach dem Block an den Aktivitäten gegen den Naziaufmarsch!

Make Anarchism a Threat again – für eine kämpferische Zukunft

Es ist nicht nur das Gedenken wegen dem wir am 1. Mai auf die Straße gehen. Wir sind erfüllt von einem unzerstörlichen Begehren nach Freiheit. Wir wollen die Bestimmung über unsere Leben und ein Ende jeder Herrschaft. In einer Zeit wo die Geschichte an ihr Ende gelangt zu sein scheint und auch viele Linke es nicht wagen, dass Wort Revolution in den Mund zu nehmen, schreien wir es kämpferisch heraus: Hurrah for Anarchy!

Entreißen wir dem DGB das Gedenken! Halten wir die Nazis auf!
Kommt um 10.15 Uhr zum antikapitalistischen Block vorm Bergbaumuseum!«

7 LeserInnenbriefe zu "Die Schwarze Ruhr-Uni zum 1. Mai" vorhanden:

LeserInnenbrief(e) zu "Die Schwarze Ruhr-Uni zum 1. Mai" als RSS


 

28. Apr. 2016, 12:57 Uhr

LeserInnenbrief von Ralf Feldmann:

DGB und Nazis: Feinde auf einer Stufe. Schwarzer Schwachsinn.


 

28. Apr. 2016, 15:21 Uhr

LeserInnenbrief von Heinz:

Einfach mal den Text richtig lesen, bevor Sie wieder ihren antikommunistischen und anti-egalitären Hass freien Lauf lassen Herr Feldmann.


 

28. Apr. 2016, 17:37 Uhr

LeserInnenbrief von rotschwarzes mäuschen:

Sicherlich kann Kollege Feldmann den Aufruf interpretieren und kommentieren.
Fakt ist aber leider, dass der DGB sich wieder einmal zum SPD-Wahlclub entwickelt und teils geschichtsvergessen agiert.


 

28. Apr. 2016, 17:59 Uhr

LeserInnenbrief von Sybille:

Wer zur Teilnahme an der 1. Mai-Demo des DGB mobilisiert und in einem Atemzug aufruft:
“Entreißen wir dem DGB das Gedenken! Halten wir die Nazis auf!”, der kann doch nicht ernst genommen werden.
Linke Kritik am DGB ist sicherlich fast immer gerechtfertigt. Nur sollten selbst Anarchos ab und zu ihren Verstand einschalten.

Am 1. Mai in der DGB-Demo gegen den DGB zu demonstrieren ist eine Aktionsform, für die sich bestimmt kapitalkräftige Sponsoren finden lassen.


 

28. Apr. 2016, 18:20 Uhr

LeserInnenbrief von Ralf Feldmann:

Heinz, einfach mal hinschauen,was ich kritisiere:dass ihr DGB und Nazis als gleichrangige Feinde denunziert. Das ist ungefähr so klug wie die Parole vom Sozialfaschismus. Die spaltete und half den Nazis.


 

28. Apr. 2016, 20:52 Uhr

LeserInnenbrief von Heinz:

Herr Feldmann,
mal ganz ehrlich. Der Aufruf begreift den DGB als Gegner und will ihm ein historisches Erinnern entreissen, weil behauptet wird, dass er die Interessen der ArbeiterInnen nicht vertrete. Die Nazis werden in diesem anarchistischen Aufruf als Feinde angesehen. In dem Aufruf wird sehr genau unterschieden.
Sie sind es, der mutwillig und wahrheitswidrig die Gleichsetzung konstruiert. Dies um den Aufruf in eine historische Kontinuität zur KPD der Weimarer Republik und ihrer Sozialfaschismus Theorie zu stellen. Sie sind so frech den AnarchistInnen spalterisches Verhalten und die Hilfe für Nazis vorzuwerfen.
Herr Feldmann ihre Argumentation so falsch wie fadenscheinig.
Sie sind bekannt als Anti-Kommunist und anscheinend wollen sie das auch hier unter Beweis stellen. Egal, ob sie argumentativ richtig liegen oder nicht.
Das sie als Ex-Richter ihre Pension von einem Staat beziehen, der, wie zuvor das NS-Regime, die kommunistische Partei (im Jahr 1956) verbot sollte den LeserInnen auch noch einmal vor Augen geführt werden.
Wo verorten Sie sich eigentlich politisch?
Ich auf jeden Fall gehöre nicht zur Schwarzen Ruhr-Uni.


 

29. Apr. 2016, 04:56 Uhr

LeserInnenbrief von Livingston:

Zur Versachlichung bitte ich alle hier Diskutierenden zu beachten, dass die hier zur Schau gestellte Kommunikation nicht dazu beiträgt, dem FEIND den Wind aus den Segeln zu nehmen. Eine der nettesten Szenen aus “Das Leben des Brian” besteht aus dem Ausruf Brians: “Freunde, wir müssen miteinander ringen”, worauf ein Mitglied der sektiererischen und rivalisierenden Befreiungsfronten antwortet: “Aber das tun wir doch gerade” – und sich diese handgreiflich gegenseitig auf Null dezimieren.

Lasst es bitte erst mal gut sein, Manöverkritik gehört in die Nachbesprechung!

Mit Mühen noch freundlich
Livingston


Terminmitteilungen bitte an
redaktion@bo-alternativ.de