Dienstag 26.04.16, 20:02 Uhr

Lesung mit Haydar Karataş

Am Mittwoch, den 4. Mai stellt der türkische Autor Haydar Karataş seinen Roman „Nachtfalter“ in der Stadtbücherei im BVZ vor. Die zweisprachige Lesung im Rahmen der türkischen Buchmesse Ruhr beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. In der Einladung heißt es: »Die Geschichte des Romans spielt 1938: Eine junge Frau wird von den Nachbarn aus dem Dorf gejagt. Ihr Mann, ein einflussreicher Stammesführer, war als Freischärler von den Regierungssoldaten getötet worden. Die Dorfbewohner fürchten weitere Vergeltungsaktionen. Mit ihrer fünfjährigen Tochter an der Hand macht sich die Frau auf einen beschwerlichen Weg. Hunger und Kälte wüten in den Dörfern, die Männer werden zum Kriegsdienst eingezogen oder verstecken sich in den Bergen. Die Gedanken der Rebellen kreisen um Ehre, Rache und Blut, während die Kinder und Frauen ums nackte Überleben kämpfen.
Die Mutter sucht eigentlich nur einen ruhigen Platz für sich und ihr kleines Mädchen. Doch die neue säkulare Macht bestimmt sie, entgegen den archaischen Sitten, zur Erbin über die riesigen Ländereien
ihres getöteten Mannes und legt das Schicksal der Dorfbewohner in ihre Hände. Nun gerät sie in einen erbarmungslosen Kampf der Familien um Land und Einfluss. Und mittendrin ein kleines Mädchen und eine seltsame Puppe, die wie ein Nachtfalter aussieht.
Haydar Karatas (geboren 1973) saß als politischer Aktivist im Gefängnis, bevor er in die Schweiz emigrierte, wo er seitdem als Schriftsteller lebt. Er erzählt die große Tragödie der Provinz Dersim,
als das türkische Militär brutal gegen die dort lebenden kurdischen Aleviten vorging, ganz und gar unheldisch aus der Perspektive eines kleinen Mädchens.
Die Buchmesse Ruhr – deutsch-türkische Bücherschau und Literaturfestival – fand zum ersten Mal 2005 statt. Sie ist aus dem Wunsch entstanden, das Unbekannte bekannter zu machen und Impulse für ein respekt- und verständnisvolles interkulturelles Miteinander zu schaffen. Unter dem Titel “Flucht.Zuflucht.Sehnsucht“ gibt die Buchmesse Ruhr in diesem Jahr den Menschen Raum, die Vertrautes hinter sich lassen mussten, die Zuflucht im Unbekannten suchen und ihre Sehnsucht nach Freiheit, Schutz, Geborgenheit und Vertrautheit in Büchern und Texten zum Ausdruck bringen.«

 
 
 
 


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