Mittwoch 20.01.16, 12:54 Uhr

Stadt will alle Flüchtlingsunterkünfte abgeben

Die Stadt Bochum will zukünftig keine Flüchtlingsunterkünfte mehr selbst betreiben. Das haben Sozialdezernentin Britta Anger und Stadtdirektor Michael Townsend auf einem Pressegespräch angekündigt. Neue Unterkünfte sollen von Anfang an von freien Trägern betrieben werden, und auch die bestehenden Unterkünfte sollen abgegeben werden. Dafür werde es Ausschreibungen geben. Die Rede war zunächst von freien Trägern der Wohlfahrtspflege (IFAK, Plan B, Caritas, ASB etc.). Die sollen zukünftig die Gesamtorganisation inklusive Vergabe der Aufträge für Catering und Security übernehmen. Auf Nachfrage wollten Anger und Townsend allerdings nicht ausschließen, dass Unterkünfte auch an kommerzielle Firmen wie den umstrittenen Konzern European Homecare vergeben werden könnten, wenn die Kapazitäten bei den freien Trägern nicht ausreichen. Lediglich die Fachaufsicht werde bei der Stadt bleiben, so Anger weiter. Vermutungen, dass die Stadt mit der Abgabe der Unterkünfte an andere Träger Geld einsparen wolle, widersprach die Sozialdezernentin. Allerdings hat der Verwaltungsvorstand der Stadt eine Überarbeitung des städtischen Konzepts der Flüchtlingsbetreuung beschlossen. Darin wird unter anderem der angestrebte Betreuungsschlüssel (Zahl der Flüchtlinge pro SozialarbeiterIn) verschlechtert.

 
 
 
 


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