Dienstag 12.01.16, 16:50 Uhr

Ermutigende Empörung über
sexualisierte Gewalt

Das Frauenarchiv ausZeiten weist auf eine Stellungnahme des Bundesverbands der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufen zu den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht hin. Hierin heißt es u. a.: »Das große Ausmaß an sexualisierter Gewalt in Deutschland wird üblicherweise weitgehend nicht öffentlich bekannt und kann nicht sanktioniert werden. Dabei sind die Gründe, warum Betroffene sich gegen eine Anzeige entscheiden, sehr gut nachvollziehbar. Denn Betroffene können sich normalerweise eben nicht sicher sein, dass sie auf Verständnis und Mitgefühl stoßen oder dass ihnen überhaupt geglaubt wird. Dies ist erfreulicherweise seit den Ereignissen in Köln ganz anders und mittlerweile melden sich auch Frauen, die in anderen Städten bei Silvesterfeiern Übergriffe erlebt haben. Das zeigt sehr eindrucksvoll, wie ermutigend eine öffentliche und politische Empörung über sexualisierte Gewalt für die Betroffenen wirken kann. Leider ist das Ausmaß der Empörung eine absolute Ausnahme und bedauerlicherweise wahrscheinlich zunächst auf den mutmaßlich nicht-deutschen Hintergrund der Täter zurückzuführen. Eine Unterscheidung der öffentlichen oder politischen Reaktionen auf sexualisierte Gewalt je nach Herkunft der Täter wird jedoch dem Thema nicht gerecht.«

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sexualisierte Gewalt" vorhanden:

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13. Jan. 2016, 23:30 Uhr

LeserInnenbrief von Jakob Spatz:

Nein. Nicht seit den Ereignissen von Köln. Erst seit der Skandalisierung der Ereignisse von Köln. In der ersten Presseerklärung der Kölner Polizei wurde sexualisierte Gewalt so abgetan wie immmer. Eine Bagatelle, wie die Taschendiebstähle. Normal, bei Massenaufläufen. Ein Augenrollen bekommt, wer oder welche einen herumstehenden “Schutzmann” auf so was anspricht. Wie übrigens auch, wer einen Hitlergruß zu Anzeige bringen will. Die Skandalisierung der Kölner Ereignisse erfolgte übrigens aus den falschen Gründen. Aber das muss ja nicht so bleiben. Und vielleicht richtet ja dann auch die bekannteste Polizistin Bochums irgendwann mal ihren Blick auf blonde und blauäugige Männer und greift immer ein.


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