Mittwoch 02.12.15, 15:33 Uhr
Carsten Frerk über den kirchlichen Einfluss auf die Politik

Kirchenrepublik Deutschland

Am 8. Dezember stellt Carsten Frerk um 19 Uhr im Bahnhof Langendreer, Studio 108 sein neues Buch vor: Kirchenrepublik Deutschland. Die Initiative Religionsfrei im Revier lädt ein: »In seinem Buch beschreibt Carsten Frerk erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik, wie die Kirchen systematisch Einfluss auf die Politik nehmen. Er stellt dar, welche Gremien dazu eingerichtet wurden (etwa die katholischen und evangelischen Büros), über welche Kanäle die Kirchen ihre Informationen erhalten, welche Strukturen begünstigen, dass politische Entscheidungen im Sinne der Kirchen ausfallen. Hierbei wird deutlich, dass die Kirchen – wo es um ihre ureigenen Belange als Organisationen geht – die erfolgreichsten Lobbyisten der Republik sind. Das Buch schafft Problembewusstsein für Ämterverquickung und „Seitenwechsler“, fordert Befangenheitsregeln für Parlamentsabgeordnete und thematisiert den „gekaperten Staat“.
Carsten Frerk hat mehrere Bücher zu den kirchlichen Finanzen sowie den Sozialkonzernen verfasst, zuletzt das Violettbuch Kirchenfinanzen (2010) und Kirchenfinanzierung in Österreich (zus. mit Christoph Baumgarten, 2012). Von den Medien wird Carsten Frerk oft als Experte für kirchliche Strukturen und Finanzen angefragt.«

6 LeserInnenbriefe zu "Kirchenrepublik Deutschland" vorhanden:

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2. Dez. 2015, 15:52 Uhr

LeserInnenbrief von Atheist:

Interessanter Vortrag sicherlich! Mich würde interessieren, ob sich etwas im Thema Sonderarbeitsrecht tut, vor allem, ob kirchliche Arbeitgeber wie Caritas oder Diakonie weiterhin ihre Mitarbeiter zwingen werden können, in die Kirche einzutreten? Ist ja voll krass, dass die einem die Pistole auf die Brust setzen dürfen: entweder, Sie treten in die Kirche ein oder wir entfristen Ihren Vertrag nicht!


 

2. Dez. 2015, 18:11 Uhr

LeserInnenbrief von Doppelter Atheist:

Hallo Atheist,

Deine Vermutungen sind leider zutreffend. Die Kirchen und ihre Vorfeldorganisationen Diakonie und Caritas dürfen “ihre” Angestellten so behandeln. Und die Große Koalition (Großkotz laut Gerhard Seyfried) unterstützt diese menschenverachtenden Handlungen.


 

3. Dez. 2015, 11:19 Uhr

LeserInnenbrief von peter nöbauer:

Man mag den Kirchen sicherlich Einiges vorwerfen können, aber hier liegen sie richtig, denn der sog. Tendenzschutz ist schon aus Vernunftgründen geboten… Man stelle sich vor: die Partei DIE LINKE könnte gesetzlich gezwungen werden, CSU-Mitglieder zu beschäftigen…
Also: erst nachdenken, dann polemisieren, vor allem aber, sich kundig machen und die Scheuklappen der eigenen Vorurteile abstreifen.
Gruß! Pit


 

3. Dez. 2015, 12:40 Uhr

LeserInnenbrief von Maria:

@ Peter Nönauer:
“erst nachdenken, dann polemisieren, vor allem aber, sich kundig machen”
Genau! Mach es doch einfach selbst. Dann lernst Du schnell, dass es nicht um den Tendenzschutz geht. Der gilt natürlich auch für religiöse Vereine.
Die kirchlichen Einrichtungen haben das Privileg, nicht nur nur ihre TendenzträgerInnen auf Linie zu halten.
Sie dürfen von allen Beschäftigten verlangen, dass sie sich auch im Privaten so verhalten, wie es ihren Oberen gefällt.
Einem Hausmeister darf in einer katholischen Einrichtung gekündigt werden, wenn er sich z. B. als schwul outet, scheiden lässt oder aus der Kirche austritt.
Eine Partei darf einer Putzkraft nicht kündigen, wenn sie Mitglied einer anderen Partei wird.
Fazit: Tendenzschutz ja, Kirchenwillkür nein!


 

3. Dez. 2015, 14:39 Uhr

LeserInnenbrief von tierbefreier:

Also der Peter….
Ohne Worte.
Darf bei Verdi jemand arbeitern der Cdu wählt? Vermutlich ja…
Darf diese Aberglaubensgemeinschaft Christentum Arbeitnehmerrechte mit Füssen treten? Ja
Kassieren christl. Aberglaubensgemeinschaften auch bei mir als Atheist ab? Ja

Wissen hilft. Nicht Glauben


 

3. Dez. 2015, 18:14 Uhr

LeserInnenbrief von Doppelter Atheist:

@PeterNöbauer
Kleiner Denkfehler.
Die sich kirchlich nennenden Einrichtungen werden zu ca. 98% nicht aus kirchlichen Mitteln finanziert, sondern von der Allgemeinheit über Steuermittel, Krankenkassen, Pflegekassen oder z.B. Landeszuschüssen.
Wo Kirche draufsteht ist keine Kirche drin. (Ausser bei der Bevormundung)


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