Dienstag 01.12.15, 17:54 Uhr
Die Soziale Liste zum Konzerthaus Bau:

Ein geldfressendes Monster

„Das Musikzentrum Bochum entwickelt sich immer mehr zu einem geldfressenden Monster“, fasst Günter Gleising, Ratssprecher der Sozialen Liste, die neue Entwicklung um das Bochumer Musikzentrum zusammen. Weiter heißt es in einer Pressemitteilung der Sozialen Liste: »Erneut musste die Stadt Bochum mitteilen, dass der Kostenrahmen für das Musikzentrum nicht eingehalten werden kann. Jetzt gab Stadtdirektor Michael Townsend in einem Brief an die Ratsmitglieder bekannt, dass aktuell weitere 3,89 Mio. € an Baukosten benötigt werden. Begründet wird dies mit Nachträgen, der Bauzeitverlängerung und dem Ausfall von Fördermittel.
Erneut wird deutlich, weder die versprochene „terminliche Punktlandung“ wird erreicht, noch konnte der Kostenrahmen eingehalten werden. Ursprünglich waren die Kosten vom Rat der Stadt Bochum in der Höhe (29,3 Mio. €) gedeckelt worden. Durch ständige Nachforderungen erhöht sich diese Summe auf aktuell über 41 Mio. €. Die Fertigstellung der Bauten soll im August 2016 abgeschlossen sein. “Die Durchführung eines Eröffnungsprogramms zum Herbst 2016 scheint trotzdem nach wie vor möglich“, hofft Townsend. Die Soziale Liste Bochum kritisiert diese Informationspolitik als Salamitaktik. Es ist völlig unakzeptabel, dass immer nur so viel mitgeteilt wird, was absolut unvermeidlich ist. Kosten in Höhe von 50 Mio. € erscheinen am Ende durchaus als realistisch.
Die Soziale Liste im Rat hat immer gesagt, dass der gesteckte Kostenrahmen sowie die Terminplanung für das Musikhaus unrealistisch sind. Aber die Stadt hat geglaubt, die Erfahrungen aus anderen Prestigeprojekten in Bochum und anderswo vom Tisch wischen zu können. Jetzt ist das Desaster groß. „Wenn Towsend meint, Ursache für die Probleme seinen einzelne Firmen, muss ich dem energisch widersprechen“, sagt Günter Gleising. „Das ist schlichtweg unredlich! Die Kostenexplosion und Terminverschiebungen sind in der Entwicklung und Struktur des Projektes, in der Bauüberwachung, der engen Zeitplanung und falschen Kosteschätzungen begründet“, so Gleising. Die Vorgänge machen erneut deutlich, wie mit unverantwortlichen Finanzaktionen, unrealistischen Versprechungen und unwahren Behauptungen ein weiteres Bochumer Prestigeprojekt geschaffen werden soll. Dies ist angesichts der seit Jahren bekannten Haushalts und Finanzkrise der Stadt Bochum besonders unverantwortlich. Die Folgen werden u. a. in den Kultur- und Sozialetats erheblich sein.
In Hamburg hatten die Bürgerinnen und Bürger am Wochenende die Möglichkeit ein Prestigeprojekt per Bürgerentscheid zu stoppen. In Bochum wurde ihnen diese Möglichkeit 2012 genommen.«

 
 
 
 


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