Dienstag 24.11.15, 15:55 Uhr

Zum Tag gegen Gewalt an Frauen

Anlässlich des heutigen Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen kritisieren Die Linke Bochum und die Linksjugend [‘solid] Bochum die diskriminierende Praxis, finanziell benachteiligten Frauen, die keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben, den Zugang zu Frauenhäusern zu erschweren. Zugleich weist Die Linke Bochum darauf hin, dass Gewalt gegen Frauen nicht nur in physischer Form, sondern auch in alltäglichen Rollenbildern, sexistischen Bemerkungen und Diskriminierung zuhause und am Arbeitsplatz ihren Ausdruck findet.
„Die aktuelle Praxis ignoriert vollkommen, dass sexualisierte Gewalt ein Phänomen ist, das sich durch alle sozialen Gruppen zieht. Betroffen sind trotz fehlenden Anspruchs auf Sozialleistungen natürlich  auch Studentinnen, Auszubildende, Asylbewerberinnen mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus und Ehefrauen mit gemeinsamen Ersparnissen, die durch immense finanzielle Hürden häufig von Schutz im Frauenhaus ausgeschlossen sind.“, sagt Duygu Kamali, Sprecherin der Linken in Bochum. „Frauen die Schutz brauchen, müssen ihn bekommen und das unabhängig vom Geldbeutel. Körperliche Unversehrtheit ist ein universelles Menschenrecht“, so Kamali weiter.
„Noch immer kommt es dazu, dass Männer durch sexistische Verhaltensweisen versuchen, Frauen und ihre Arbeitsleistung herabzuwürdigen, um ihre eigenen Chancen im Konkurrenzkampf um Arbeitsplätze und Führungspositionen zu verbessern. Gewalt gegen Frauen ist also kein rein physisches und auch kein urmännliches Phänomen. Vielmehr hat dieses Verhalten seinen Ursprung in den durch unsere Gesellschaft geprägten Konkurrenzmechanismen und unterdrückenden Rollenbildern“ ergänzt Mirka Erler, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft für Feminismus in der Linksjugend [‘solid] Bochum.
„Von diesen Rollenbildern und dem daraus folgenden psychischen Druck sind alle Frauen betroffen, ob bewusst oder unbewusst. Frauen sollen heutzutage den vorherrschenden Schönheitsidealen genügen, bei schlechterer Bezahlung auf der Arbeit Höchstleistungen vollbringen und gleichzeitig noch ohne finanzielle Gegenleistung den Großteil der Hausarbeit erledigen. Gegen diesen die Gesellschaft spaltenden Druck müssen sich alle Frauen und alle Männer gleichermaßen wehren. Deshalb kämpfen wir für eine solidarische, gewaltfreie und konkurrenzlose Gesellschaft, in der gutes Einkommen und gleichberechtigte gesellschaftliche Arbeitsteilung, sowie Arbeit für alle, selbstverständlich sind.“, fügt Felix Lenz, Mitglied des Kreisvorstandes der Linken in Bochum, hinzu.

 
 
 
 


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