Sonntag 08.11.15, 11:11 Uhr

Weniger Bürgernähe der Verwaltung

Als einen Schritt zu weniger Bürgernähe der Verwaltung kritisiert Günter Gleising, Ratssprecher der Sozialen Liste, die neue Regelung zur Terminvergabe im Bürgerbüro Bochum-Mitte. Das neue System werde vor allem Menschen ohne Computer, die es ja noch in großer Anzahl gibt, behindern. Es sei zudem wenig flexibel, z. B. bei Ausfall von MitarbeiternInnen im Bürgerbüro durch Krankheit. “Transparenz, Bürgernähe und Kundenfreundlichkeit sehen aus meiner Sicht anders aus”, so Günter Gleising. Bislang konnten Kunden einfach so zum Bürgerbüro Mitte gehen, eine Wartenummer ziehen und anhand des Aufrufstandes ihre Wartezeit kalkulieren.

2 LeserInnenbriefe zu "Weniger Bürgernähe der Verwaltung" vorhanden:

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8. Nov. 2015, 13:47 Uhr

LeserInnenbrief von Wolfgang vom Ubu:

tja, das berühmte Grundgesetz, Artikel 3, sagt zwar , dass niemand wegen bla bla bla benachteiligt oder bevorzugt werden darf. Aber da steht nichts drin über das, was Mensch besitzt, ob es eine Rolle spielt, wenn Mensch arm ist oder reich.
Glaubt etwa noch jemand , weil es nicht extra erwähnt wird, könne man doch erkennen, dass hier alle gleich sind, egal ob arm oder reich ? Etwa vor dem Gesetz ?
Es gibt zwar die Behauptung bzw. den Anspruch, ein Rechtsstaat zu sein, aber es wissen immer mehr , dass – neben etlichen anderen gravierenden Mängeln – seit Inkrafttreten dieses GG für diesen Staat auch die soziale Gerechtigkeit, die doch angeblich eines der notwendigen Elemente für Rechtsstaatlichkeit ist, in immer weitere Ferne gerückt ist.
Willst du rein, wo rein auch immer, brauchst du bald nicht nur die richtigen Schuhe (Geld!), die richtigen Klamotten (Geld!), die richtige Frisur (Geld!), den richtigen Geruch (Geld!), die richtigen Papiere (Geld!) etc sondern immer häufiger auch eine Bestätigung , dass du dich auf elektronischem Wege (Geld!) angemeldet hast, egal ob für ein Seminar an DEINER Uni oder bei DEINER Stadtverwaltung.
Mal sehen , was ihnen einfällt, um den Rest der Menschheit, die Habenichtse, zu entsorgen.


 

8. Nov. 2015, 23:04 Uhr

LeserInnenbrief von Langendreerer:

Es ist (zumindest im Bürgerbüro Langendreer) schon “gestern” und “heute” schlimm genug: beim Arzt bin ich in den vergangenen Jahren meistens schneller drangekommen als im Bürgerbüro. Und bei den meisten Ärzten habe ich auch schon meistens ziemlich lange gewartet.

Meine jüngste Erfahrung im Bürgerbüro Langendreer war, dass dort am “langen Donnerstag” summa summarum ZWEI Mitarbeiter tätig waren. Es gab einen Aushang, man bitte um Entschuldigung für längere Wartezeiten, da EIN Mitarbeiter erkrankt sei. Also Sorry: die ZWEI Mitarbeiter haben pro Stunde circa zehn “Kunden” abgearbeitet. Und die Wartenummern, die alle zogen, hatten vor sich jeweils an die zwanzig Nummern vor sich.

Fazit: “Kundenfreundlichkeit”? Für meine Begriffe weder beim Doc noch im Bürgerbüro.

P.S.: Das ist ja echt der Hammer mit den “Öffnungszeiten” (sic!) des Bürgerbüros Bochum-Mitte:

https://www.bochum.de/amt33b/oeffnungszeiten-anfahrt/bb-mitte


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