Dienstag 08.09.15, 18:35 Uhr
BUND feiert Jubiläum mit einem Nachmittag rund um den Apfel

20 Jahre Apfelsaftprojekt

Das Apfelsaftprojekt der Bochumer Kreisgruppe des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) feiert am Samstag den 12. 9. von 15.00 bis 18.00 Uhr im Bochumer Umweltzentrum, Alsenstr. 27 Geburtstag: Seit nunmehr 20 Jahren nehmen die Naturschützer jeden Herbst Äpfel von Streuobstwiesen aus Bochum, Hattingen und Sprockhövel entgegen. In einer regionalen Mosterei wird daraus naturtrüber Saft gepresst, der auch nur hier in der Region erhältlich ist. „Obstwiesen mit ihrem Reichtum an Blüten, herabfallenden Früchten und Baumhöhlen sind ökologisch sehr wertvoll und können Vögeln, Käfern, Schmetterlingen und anderen Tieren Lebensraum und Nahrung bieten“, so Annette Hoffstiepel, Leiterin des Saftprojektes. „Unser Ziel ist es, die Streuobstbestände zu erhalten und durch die sinnvolle Nutzung des Obstes die Eigentümer zu motivieren, sie zu pflegen und Bäume nachzupflanzen“.
Die Anlieferer erhalten als Anreiz und Belohnung dafür, dass sie hochstämmige Obstbäume wählen, diese regelmäßig schneiden und keine Pestizide einsetzen, eine angemessene Entlohnung, in diesem Jahr in Form von Saft. Seit dem Start 1995 wurden rd. 248.700 kg Äpfel gesammelt und deren Saft in ebenso viele 0,7 Liter-Mehrwegflaschen abgefüllt.
„Ausgangspunkt unserer Aktivitäten war eine Obstwiesenkartierung im gesamten Bochumer Stadtgebiet, bei der wir rd. 180 alte Obstwiesen erfasst und nach Naturschutzkriterien bewertet haben“, so Ralf Bilke, Agrarreferent des BUND NRW und Mitbegründer des Projekts. „Dabei stellten wir fest: Ein großer Teil der Streuobstbestände war überaltert, die Bäume wurden kaum noch geschnitten und es zeichnete sich ab, dass auf Dauer deutlich mehr Obstbäume abstarben als nachgepflanzt wurden.“ Dieser Entwicklung steuert der BUND entgegen. Neben der 1995 gestarteten Obstannahme und Versaftung berät der BUND bei der Sortenwahl, organisiert Sammelbestellungen von hochstämmigen Obstbäumen alter Sorten, gibt Tipps zum richtigen Pflanzen, bietet Schnittkurse an und besucht mit einer kleinen Saftpresse im Herbst Kindergärten und Schulen, und dort mit den Kindern selber Apfelsaft herzustellen und ihnen die Vielfalt heimischen Obstes näherzubringen.
20 Jahre Obstwiesenschutz sind für den BUND auch ein guter Anlass, ein Zwischenresumee zu ziehen und zu schauen, was in dem Zeitraum gelungen ist, wo es noch immer hakt und welche zusätzlichen Aktivitäten gestartet werden können.

 
 
 
 


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