Dienstag 01.09.15, 20:14 Uhr

Zuwachs in der Leiharbeit

„Monat für Monat berichtet die Agentur für Arbeit über positive Entwicklungen auf den Arbeitsmärkten der Stadt“, so Eva Kerkemeier für den Bochumer DGB, „und in gleicher Konsequenz verweisen wir aus Sicht der Gewerkschaften auf unzulängliche Darstellungen und Risiken.“ Auch für den August betonen die Gewerkschaften, dass sie sich über jeden Menschen freuen, der wieder Arbeit gefunden hat. Allerdings bleiben sie auch dabei, dass der Zuwachs in der Leiharbeit oder prekäre Beschäftigungen oder andere atypische Arbeitsverhältnisse die Freude erheblich trüben.
Für den DGB muss viel mehr getan werden, um gute Arbeit, faire Bezahlung und gesicherte Beschäftigung zu schaffen. Trotz des minimalen Rückgangs der Erwerbslosenzahlen im August stehen den knapp 19.000 gemeldeten Erwerbslosen in den beiden Rechtssystemen nur etwas mehr als 2.500 zu besetzende Stellen gegenüber. Vor allem im Hartz IV-System bleibt es bei sich verfestigenden Strukturen. Über drei Viertel der Erwerbslosen verharren in der Langzeitarbeitslosigkeit.
Der DGB begrüßt die aktuellen Vorhaben in der Arbeitsagentur, besondere Anstrengungen zu unternehmen. Er verweist aber darauf, dass diese Anstrengungen nur dann eine wirkliche Verbesserung bringen, wenn die Unternehmen und die Wirtschaft stärker Verantwortung übernehmen. „Das“, so Kerkemeier, „gelingt nur, wenn die Kaufkraft durch bessere Einkommen für mehr Menschen erhöht wird und der Binnenmarkt an Fahrt gewinnt.“ Parallel dazu müssen mehr Mittel für Qualifizierung eingesetzt werden.

 
 
 
 


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