Freitag 28.08.15, 10:50 Uhr
Jugendverbände rufen auf zum Antikriegstag

Krieg beginnt hier

DIDF Jugend Bochum, Linksjugend [solid] und die SDAJ Bochum rufen zu einer Kundgebung am Antikriegstag am Dienstag, dem 1. September von 16.30 – 18.30Uhr auf dem Dr.-Ruer-Platz auf. Anlässlich des 1. Septembers, dem Antikriegstag wollen die Jugendorganisationen darauf aufmerksam machen, dass Krieg nicht nur außerhalb Europas stattfindet, sondern vor allem in und von Deutschland unterstützt und angefacht wird. In dem Aufruf heißt es: Krieg beginnt hier! Ob Ukraine oder Syrien, Mali, Jemen oder Libanon, in aller Welt werden Kriege geführt. An vielen dieser Kriege ist die Bundeswehr mit weltweit knapp 3.000 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz beteiligt. Doch häufig wird dabei vergessen, dass Krieg eben nicht nur irgendwo im Ausland passiert und mit unserem Leben hier eigentlich nichts zu tun hat. Die Kriegsvorbereitungen laufen überall in diesem Land – der Krieg beginnt hier!
Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur der Welt. Klar, dass es da jede Menge Industriebetriebe gibt, die diese Waffen herstellen. Die größten deutschen Rüstungskonzerne sind bekannt: Sie heißen Airbus Group, Rheinmetall, ThyssenKrupp, Krauss-Maffei Wegmann oder Heckler&Koch. Doch damit ist die Kriegsindustrie in Deutschland noch lange nicht aufgezählt. Auch viele angeblich zivile Unternehmen produzieren nämlich kriegsnotwendiges Gerät. Siemens stellt im großen Stil Elektronik für Kriegsgerät her und auch der bekannte Handyhersteller Samsung stieg kürzlich in die Rüstungsproduktion ein. BASF produziert immer noch Chemikalien, die auch für chemische Waffen interessant sind – alles unter dem Deckmantel ziviler Produktion. 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs müssen wir feststellen, dass es häufig noch immer die gleichen Konzerne sind, die durch die deutsche Kriegstreiberei profitieren. Diese Waffen werden dann unter anderem nach Saudi Arabien verkauft und gehen von dort aus dann weiter in die Kriegsregionen: in den Irak, nach Syrien oder Libyen.
Die Bundeswehr ist eine Armee im Einsatz. Die wirklichen Kriegsgründe werden dabei immer offener benannt – also die Absicherung von Handelswegen, die Akquirierung von Rohstoffen und Absatzmärkten. Allerdings immer unter dem Vorwand, dass dies „in unserem Interesse“ sei. Schließlich würde eine starke deutsche Wirtschaft uns allen nützen. Doch dieses gemeinsame Interesse gibt es nicht! Soldaten verlieren ihr Leben, ganze Länder werden zerstört, die dort lebenden Menschen ermordet. Die Menschen, die es schaffen vor dem Krieg zu fliehen machen sich auf den lebensgefährlichen Weg Richtung Europa. Von Bundeswehreinsätzen und Waffenexporten profitieren weder die Bewohner dieser Länder noch wir, sondern einzig die deutschen Banken und Konzerne mit ihrem Profitstreben. Deutsche Firmen bauen zerstörte Infrastruktur auf, deutsche Banken vergeben dafür Kredite mit deftigen Zinsen. Und sie sind es auch, auf deren Kosten sich die Lebensbedingungen hier in Deutschland stetig verschlechtern. Sie drücken die Löhne, verschlechtern die Arbeitsbedingungen und sorgen für einen Mangel an Ausbildungsplätzen – um so eine Generation perspektivloser Jugendlicher heranzuziehen, die für ihre Profite in den Krieg zieht.
Wir fordern
Zivile Produktion statt Kriegsproduktion
Kein Werben fürs Sterben
Bundeswehr raus aus Schulen Unis und Arbeitsamt
Keinen Menschen und keinen Cent der Bundeswehr
Bleiberecht für alle
Fluchtursachen bekämpfen
Stopp aller Auslandseinsätze

3 LeserInnenbriefe zu "Krieg beginnt hier" vorhanden:

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28. Aug. 2015, 14:13 Uhr

LeserInnenbrief von Falk Moldenhauer:

FRIEDEN UND GERECHTIGKEIT JETZT

Noch immer gibt die Bundeswehr drei Mal mehr
für Militär und Rüstung aus als für Frieden und Entwicklung.
Und der Rüstungsetat wächst ständig. Das muss sich ändern.
Ja zu einer sozialen Demokratie, in der Gerechtigkeit, Menschenwürde, der Kampf für Frieden und Abrüstung keine leere Phrasen sind.


 

1. Sep. 2015, 21:02 Uhr

LeserInnenbrief von Uwe Moldenhauer:

Zum Leserbrief von Falk Moldenhauer:Seit wann gibt die Bundewehr Geld für Frieden und Entwicklung aus? – Richtig muss es heißen: Durch die Polirik der Bundesregierung wird in der BRD
drei Mal mehr für Militär, Rüstung bzw. Bundeswehr
ausgegeben als für Frieden, Soziales, Entwicklung und andere humanitäre Belange. Auch dies ist ein Grund für die aktuellen, aber schon lange absehbaren Flüchtlingskatastrophen. Dies sollte uns am Antikriegstag besonders zu denken geben!

Für Abrüstung und soziale Entwicklung!


 

2. Sep. 2015, 09:42 Uhr

LeserInnenbrief von Falk Moldenhauer:

Noch richtiger:

Die Bundesregierung gibt drei Mal für Militär und Rüstung statt für Frieden und Entwicklung aus.
Nur knapp o,4 Prozent statt der international zugesagten o,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) werden bislang von der BRD für die öffentliche Entwicklungsarbeit zur Verfügung gesellt.


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