Montag 17.08.15, 21:06 Uhr

Nach 15 Jahren Globalisierungskritik

Das endstation.kino zeigt zum Bundesstart am 20.08. den Dokumentarfilm The Yes Men – Jetzt wird’s persönlich. Die Aktionen der Globalisierungskritiker sind inzwischen legendär: The Yes Men gaben auf einer gefälschten Pressekonferenz als Abgeordnete der US Handelskammer einen radikalen Kurswechsel der Klimapolitik bekannt und sprachen sich für die Einführung einer CO2-Steuer aus; sie verkündeten auf dem Klimagipfel in Kopenhagen im Namen Kanadas, dass die Regierung ihre Verantwortung für die verheerenden Folgen des nationalen Ölsandabbaus in Uganda anerkennen und für die dadurch entstandenen Schäden aufkommen werde.  Als Vertreter von Shell präsentierten sie eine absurde Kampagne über die geplanten Ölbohrungen des Konzerns in der Arktis.
Nach 15 Jahren engagierter und kreativer Aktionen ziehen die beiden Köpfe der New Yorker Globalisierungskritik ein Resümee. Der derzeitige Kurs der Klimapolitik wird in absehbarer Zeit in einer Katastrophe münden, das ist ein Fakt, der die Welt in Alarm versetzen sollte – paradoxerweise bleiben weitreichende Reaktionen jedoch aus. Im Gegenteil: Die kommerzielle Ausbeutung des Planeten erreicht trotz des Wissens um die verheerenden Folgen stetig neue Dimensionen. Angesichts der Absurdität dieser Situation kommen auch den Yes Men Zweifel über den Sinn ihres Engagements. Wo muss ein radikaler Umsturz der Verhältnisse ansetzen? Wie können Massen für eine gerechtere Gesellschaft mobilisiert werden? Wie kann eine globale Bewegung entstehen, die es wirklich schafft, die Mächtigen in die Knie zu zwingen? Und wie lässt sich trotz der scheinbaren Ohnmacht gegenüber dem bestehenden System und den minimalen Erfolgen über Jahre hinweg die Motivation zum Aktivismus aufrechterhalten? Mit zunehmendem Alter scheint der Rückzug ins private kleine Glück immer verlockender…

 
 
 
 


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