Freitag 24.07.15, 15:22 Uhr

Plakatplatz für Initiativen

Die Bochumer Linke schreibt in einer Erklärung: »Ab dem 1. August hängen sie wieder von den Laternenmasten, die Wahlplakate der Kandidatinnen und Kandidaten zur Oberbürgermeister-Wahl in Bochum. Der Linke Oberbürgermeister-Kandidat Horst Hohmeier will in Bochum vieles anders machen – und fängt damit im Wahlkampf an: „Ich habe meine Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfer gebeten, deutlich weniger Plakate mit meinem Gesicht aufzuhängen als sonst üblich. Stattdessen möchte ich den Plakatplatz unterstützenswerten Vereinen und Initiativen zur Verfügung stellen.“
Den Hintergrund der ungewöhnlichen Aktion erklärt Horst Hohmeier so: „Im Wahlkampf haben Parteien und KandidatInnen sehr viele Privilegien. Dazu gehört, dass sie die Stadt mit tausenden von Plakaten zukleistern dürfen. Anderen sozialen, kulturellen und politischen Initiativen würde die Stadt das zu diesen Konditionen niemals erlauben. Das finde ich unfair. Das soziale, politische und kulturelle Engagement an der Basis ist mindestens genauso wichtig wie das, was in Parteien und im Rathaus passiert.“
Deswegen macht Horst Hohmeier folgendes Angebot: „Soziale, kulturelle und politische Vereine und Initiativen, die in der Zeit vom 1. August bis 13. September Plakate in Bochum aufhängen wollen, können sich bei mir melden. Gemeinsam werden wir dann besprechen, ob wir das Plakat mit einem kleinen Aufkleber in der Ecke zum Wahlplakat machen können.“
Der Kreisvorstand der Linken unterstützt die Aktion ihres Kandidaten. „Horst Hohmeier tritt mit der Forderung an, dass die Stadt das kulturelle und politische Engagement der Bochumerinnen und Bochumer stärker unterstützen muss anstatt es zu behindern“, sagt Kreissprecher Amid Rabieh. „Es ist eine tolle Aktion, dass unser Kandidat damit bereits im Wahlkampf beginnt.“
Initiativen und Vereine, die das Angebot von Horst Hohmeier nutzen wollen, können sich für weitere Informationen und Absprachen ab sofort per E-Mail an plakataktion@horsthohmeier.de wenden. Infos über das Programm und die Forderungen des Linken Oberbürgermeisterkandidaten Horst Hohmeier gibt es online unter www.horsthohmeier.de.«

12 LeserInnenbriefe zu "Plakatplatz für Initiativen" vorhanden:

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24. Jul. 2015, 18:33 Uhr

LeserInnenbrief von Paul:

“Für eine Handvoll Plakate”

Ach, jetzt sollen die letzten aktiven Initiativen für eine Handvoll Plakate einem Kandidaten der “Die Linke” einen Persilschein ausstellen und die Möglichkeit geben so zu tun, als ob “Die Linke” oder deren Oberbürgermeisterkandidat etwas mit deren sozialen und politischen Engagement zu schaffen hätte? Was für eine “billige Nummer” -
Neoliberale Absocke, ick hör dir trapsen!


 

24. Jul. 2015, 23:57 Uhr

LeserInnenbrief von Norbert Hermann:

Witzig
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Wo sie inhaltlich und praktisch nix zu bieten haben fangen sie an Witze zu machen.
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Da kann mensch ja gespannt sein ob sich irgendeine seriöse Initiative findet, die sich derart vor den LINKEN Karren spannen lassen will.
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Überhaupt fachlich sehr mager, diese Linksfraktion.
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Schaut mensch sich den OB-Kandidaten “hinter Gittern” an (http://www.horsthohmeier.de/) und klickt sich durch die Gitterstäbe, und wiederholt das ungläubig mehrfach, so erscheint trotzdem das Soziale überhaupt nicht als Thema. Von dem Terror mit Hartz IV und dem Jobcenter ganz zu schweigen.
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Schaut Mensch hinüber nach Herne, so steht Hartz IV gleich sechs mal auf den Startseite: http://www.dielinke-herne.de/. Ohne OB-Wahl!
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Auch auf der ziemlich leblos (tot) und “bürokratisch” wirkenden LINKEN homepage http://www.dielinke-bochum.de/ kaum ein Bochumer Thema.
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Das fällt wahrscheinlich unter das Signum “Kümmerei”, und das haben ja bereits andere (Rechte) für sich in Beschlag genommen.
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Eine linke Partei die sich eine Dreck kümmert um die alltäglichen Anliegen der Menschen in Bochum hat den Namen nicht verdient und wird enden – na wo wohl?


 

25. Jul. 2015, 01:10 Uhr

LeserInnenbrief von brunetti:

Die Aktion von Horst Hohmeier ist verfehlt. Nicht umsonst gibt es Privilegien für den Wahlkampf. Auf diese Privilegien zu verzichten kann man nur, wenn man keinen Wahlkampf nötig hat, weil man entweder den Wahlsieg sicher in der Tasche hat oder sowieso keine Chance hat oder die Wahl als sinnlos ansieht. Als OB hätte der Kandidat vielleicht die Möglichkeit, soziale, kulturelle und politische Vereine und Initiativen zu fördern. Auf den Plakatplatz während des Wahlkampfs können diese Vereine und Initiativen garantiert verzichten. Worauf man nicht verzichten darf, sind demokratische Rechte und Privilegien während des Wahlkampfs.


 

25. Jul. 2015, 07:50 Uhr

LeserInnenbrief von Martin Budich:

Paul schreibt: “als ob “Die Linke” oder deren Oberbürgermeisterkandidat etwas mit deren sozialen und politischen Engagement zu schaffen hätte?”
So etwas kann nur jemand schreiben, der selber in keiner Initiative aktiv ist.
Horst Hohmeier ist seit Jahrzehnten vor allem in der Anti-AKW-Bewegung aktiv, hat bei Kubo oder im Sozialen Zentrum Verantwortung übernommen und ist dabei, wenn sich sozialer, antimilitaristischer oder antifaschistischer Protest auf der Straße formiert. Ich denke, Die Linke hat ihn als OB-Kandidat aufgestellt, weil er in der außerparlamentarischen Bewegung verankert ist.
@ Norbert: Parteien in Parlamenten sind bestenfalls so gut, wie die sozialen Bewegungen, die sie vor sich hertreiben. Das Problem im Bereich Hartz IV etc in Bochum ist doch nicht die Linksfraktion, sondern die Tatsache, dass es in Bochum keine Erwerbsloseninitiative gibt. Du rackerst Dich seit Jahren auf diesem Gebiet ab, hast immer wieder Initiativen gestartet, dass auf dem Gebiet etwas in Bochum ins Laufen kommt. Bis jetzt vergeblich.
Meine Erfahrung mit der Linksfraktion ist, dass sie alle Anregungen von Initiativen sehr engagiert aufgreift. Du solltest es einfach auch mal versuchen.


 

25. Jul. 2015, 10:40 Uhr

LeserInnenbrief von Criscross:

Achneee, das ist ja interessant, wer hier sich hier plötzlich beschwert, wenn jemand den Initiativen ein Angebot an die Initiativen macht. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. ;)

Ich finde das gut, wenn sich Parteien den Bewegungen öffnen und nicht nur sich selbst in den Mittelpunkt stellen. So sollte das sein. Da könnten sich manch andere mal ein Beispiel an Horst Hohmeier nehmen.


 

25. Jul. 2015, 11:57 Uhr

LeserInnenbrief von Zora:

“Persilschein”? Ich glaub, es hackt! Bei allen möglichen Rivalitätäten: Einen linken und antifaschistischen Politiker durch so eine Wortwahl mit mutmaßlichen Nazi-Kriegsverbrechern gleichzusetzen (vgl. z.B. http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article107754913/Wie-entstand-die-Redewendung-einen-Persilschein-ausstellen.html) zeugt von politischer Verantwortungslosigkeit.

Nicht vor allem, weil es eine Beleidigung gegen den antifaschistischen Politiker ist – sondern, weil damit Nazi-Kriegsverbrecher und die deutsche Vertuschungspolitik nach dem 2. Weltkrieg verniedlicht werden. Nazi-Kriegsverbrecher und antifaschistische Politiker, ist doch alles das Gleiche – willkommen in der Gedankenwelt von Pegida & Co!

Ob die Inititiativen auf Plakatierungsmöglichkeiten verzichten können, weiß ich nicht, das mag sein. Was ich aber weiß: “Antifaschisten”, die so einen Kram schreiben, kann ich auf jeden Fall verzichten.

P.S.: Ob ich Horst Hohmeier wählen werde, weiß ich nicht. Normalerweise beteilige ich mich an diesem Zirkus nicht. Aber sicher ist: Ein Kandidat, der durch solche Aktionen seine Offenheit für Initiativen demonstriert, würde ich eher wählen als einen, der das nicht macht. Und zwar unabhängig davon, ob Initiativen auf das Angebot verzichten können oder nicht.


 

25. Jul. 2015, 17:20 Uhr

LeserInnenbrief von PlakatIni:

Ob der Linke-Kandidat “seine” Plakatflächen vollpflastert oder sie anderen Initiativen zur Verfügung stellt (und als kleinen Dank einen kleinen Hinweis hinhaut) Was gibt es denn da so zu meckern?
Das die Linke gegen Hartz ist weiß mittlerweile wohl jede/r. Leider meistens die Betroffenen nicht, und jetzt möchte ich nicht damit anfangen warum….
Hört mit dem Mobbing/Bashing oder sonstwas auf: Auf Deutsch: Is Scheisse.


 

25. Jul. 2015, 18:46 Uhr

LeserInnenbrief von Paul:

Schon beachtlich welche Beißreflexe strukurelle Kritik auslösen können. Vor allem wenn auf strukturelle Kritik, personifizierte Kritik erwidert wird, weiß man/frau das die Kritik berechtigt war und getroffen hat.

Nur so am Rande etwas zu der verkürzten Sichtweise von “Zora”. Persilschein: Einen Persilschein zu besitzen oder zu erhalten, bedeutet eine weitreichende Erlaubnis, einen Freibrief, um einem lukrativen Geschäft oder einem zuvor moralisch oder rechtlich angezweifelten Interesse nachgehen zu können. (https://de.wikipedia.org/wiki/Persilschein)


 

26. Jul. 2015, 14:20 Uhr

LeserInnenbrief von Zora:

@Paul: Schön, dass du den Wikipedia-Artikel selbst verlinkst – ich hoffe, du hast ihn auch gelesen. Da steht nämlich drin:

> Bedeutungswandel
>
> Der Begriff Persilschein erfuhr insbesondere während
> der Entnazifizierungsphase einen Bedeutungswandel.
> Mutmaßliche nationalsozialistische Straftäter konnten
> durch Aussagen von Opfern oder ehemaligen Gegnern
> entlastet werden und erhielten somit einen positiven
> bzw. guten Leumund und genügten auf dem
> Meldebogen der Alliierten den Anforderungen des
> Entnazifizierungsgesetzes.

Wenn ich mich nicht irre, befinden wir uns im Jahr 2015, also nach diesem Bedeutungswandel. Also: Demnächst bitte so unverschämte Gleichsetzungen eines antifaschistischen Politikers mit mutmaßlichen Nazi-Kriegsverbrechern sein lassen!


 

26. Jul. 2015, 16:02 Uhr

LeserInnenbrief von Paul:

Autoritäre Strukturen – Nein danke.

Man merkt wie wenig sich die AnhängerInnen von autoritären Strukturen von patriarchalen Diskursformen getrennt haben. Auf emanzipatorisch und strukturelle Kritik wird mit Unterstellungen, Verdrehungen und persönlichen Angriffen geantwortet. Dies zeigt auf über welches anti-demokratische Niveau sie verfügen und das Antikapitalismus und Emanzipation für sie nur zwei Worte der Rhetorik und Lyrik sind.
Die Verteidigung der Bochumer „Die Linke“ und ihres Kandidaten mutiert zum Boomerang.
Zeit den Diskurs mit solchen Leuten zu beenden.

p.s.:
Nicht mal das Zitieren funktioniert:
Wandlung zum heutigen Gebrauch
Im späteren Sprachgebrauch wurde die Bedeutung des Begriffes Persilschein (in etwa der Bedeutung von „Freibrief”) auch verallgemeinert für Formulare und Bescheinigungen verwendet, deren Nutzen umstritten ist bzw. deren Beschaffung kein Problem darstellt, beispielsweise im Kontext der Visa-Affäre oder für die Betriebserlaubnis von Fahrzeugteilen.
Auch im Bereich Arbeitsschutz ist der Begriff Persilschein zu finden. Zur Vermeidung von Bußgeldern schließen Unternehmen mit Betriebsärzten und/oder Fachkräften für Arbeitssicherheit einen nach dem Arbeitssicherheitsgesetz rechtskonformen Betreuungsvertrag ab, ohne jedoch die Leistung in Anspruch zu nehmen.
(https://de.wikipedia.org/wiki/Persilschein)


 

26. Jul. 2015, 18:57 Uhr

LeserInnenbrief von Felix:

was ist das denn für eine absurde diskussion?

persilschein hin oder her – ja, ich denke da natürlich auch zu allererst an die freibriefe für nazi-massenmörder. aber ich gestehe anderen (insbesondere jüngeren, die vielleicht noch nicht so lange aktiv sind) auch zu, nicht ganz so geschichtsfest zu sein und so ein wort mal unbedacht zu verwenden. also nicht so streng sein, zora!

also nicht darauf rumhacken, auch wenn es natürlich gut ist, wenn du paul darauf hinweist, was er da (wahrscheinlich unabsichtlich) wirklich sagt.

aber zum eigentlichen thema: daumen hoch für die aktion. eine linke partei ist nur dann glaubwürdig, wenn sie politik für die linke bewegung macht. und deshalb hoffe ich, horst hohmeier bekommt die miesmacherei einiger weniger nicht in den falschen hals.


 

26. Jul. 2015, 20:17 Uhr

LeserInnenbrief von Gertrud Bergerau:

Ich finde die Diskussion ganz gut, weil dabei entlarvt wird, wie jemand, der sich Paul nennt, Horst Hohmeier vorwirft, “so zu tun, als ob “Die Linke” oder deren Oberbürgermeisterkandidat etwas mit deren [gemeint sind Initiativen] sozialen und politischen Engagement zu schaffen hätte? Was für eine “billige Nummer” – Neoliberale Absocke,…”, ganz offensichtlich keine Ahnung von sozialen Bewegungen hat und in seinem linksradikaleen Kämmerlein sitzt und linke Sprüche klopft. Seine Anpisserei gegenüber Horst Hohmeier nennt er dann “strukturelle Kritik”. Das Zurückweisen seiner Haltlosigkeiten bezeichnet er als Beißreflexe.
Ich habe Horst Hohmeier einige Male erlebt und bin mir ziemlich sicher, dass er nicht Oberbürgermeister werden will. Bei seinen Auftritten instrumentalisiert er den OB-Wahlkampf, um insbesondere das Thema soziale Ungerechtigkeit und Rassismus in unserer Gesellschaft zu thematisieren. Er wirbt für das Engagement in Initiativen. Die Idee mit dem OB-Wahlkampf Werbemöglichkeiten für Initiativen zu schaffen, hat vor ihm noch niemand gehabt.
Wie kleinkariert muss man sein, um so etwas anzugreifen.


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