Montag 22.06.15, 19:47 Uhr
Film: Nordkoreaner in der DDR

Verliebt, verlobt, verloren

Zum bundesweiten Start am 25. Juni zeigt das endstation.kino Sung-Hyung Chos neue Dokumentation Verliebt, verlorbt, verloren. 1952, noch während des Koreakrieges, schickte Nordkorea ausgewählte Studenten in sozialistische Bruderländer. Dort sollten sie ausgebildet und mit dem neuen Wissen irgendwann zurück in die Heimat geholt werden, um das zerstörte Vaterland wieder aufzubauen. Die DDR nahm einen Großteil der koreanischen Studenten auf. Doch es kam, wie es kommen musste: Sie verliebten sich, sie verlobten sich, sie bekamen Kinder mit deutschen Frauen. Sung-Hyung Cho porträtiert diesmal drei Frauen, die in den 50er Jahren in der DDR nordkoreanische Studenten kennen und lieben lernten.
Ab 1952 schickte das Regime in Pjöngjang 357 Studenten zur Ausbildung ins sozialistische Bruderland, weil nach dem Korea-Krieg (1950 –1953) Ingenieure und andere Experten für den Wiederaufbau fehlten. Doch etliche der jungen Männer verliebten sich und zeugten Kinder, obwohl solche Liebschaften offiziell missbilligt wurden. Dennoch konnten einige Paare sogar heiraten. Doch Wendungen in der Weltpolitik und eine harsche Staatsräson beendeten die Romanzen abrupt. Nachdem die ideologische Spaltung zwischen der Sowjetunion und China sich vertieft hatte und die DDR sowjettreu blieb, zog Nordkorea 1963 alle Studenten ab, außer aus Albanien und China. Viele gebrochene Herzen blieben zurück. Drei Jahre duldete das kommunistische Regime noch Briefkontakt, dann war auch damit Schluss.

 
 
 
 


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