Mittwoch 03.06.15, 16:45 Uhr

Die Rolle der Kirchen in der DDR

Das DDR-Kabinett Bochum lädt am Freitag, den 12. Juni um 19:00 Uhr im Seminarraum der Jugendherberge Bochum zu einer Veranstaltung ein mit dem Titel: “Die Rolle der Kirchen in der DDR – Nur Opposition oder auch Mitgestalter im Sozialismus?”: »Referentin ist Renate Schönfeld, die als Pastorin in der DDR eine Kirchengemeinde leitete und bis heute aktiv in die politischen Kämpfe unserer Zeit eingreift. Nach der Zerschlagung des Faschismus standen auch die Kirchen in Deutschland vor der Notwendigkeit, sich neu zu orientieren. Sie hatten mehrheitlich mit der faschistischen Diktatur kollaboriert.
Die wenigen religiösen Sozialisten und kirchlichen Mitarbeiter, die am antifaschistischen Widerstand teilgenommen und ihn überlebt hatten, konnten nach 1945 keinen bestimmenden Einfluss auf kirchliche Grundpositionen ausüben. Die Kirche in der BRD blieb nach dem Faschismus eine staatstragende Säule. Bei ihr blieb analog zur Politik die Kontinuität.
In einer völlig anderen Situation sahen sich die Kirchen in der sowjetischen Besatzungszone, der späteren DDR. Sie hatten in einer gesellschaftlichen Ordnung zu wirken, in der sie – außer dem Vorwurf der Kollaboration mit dem NS-Regime – zu befürchten hatten, generell als Relikt einer überlebten Epoche angesehen zu werden. Es ist ein unzweifelhaftes Verdienst der Sowjetischen Militäradministration, trotz der auf beiden Seiten vorhandenen erheblichen Vorurteile mit einer maßvollen Politik erste Voraussetzungen für ein Nebeneinander von Kirche und staatlicher Macht geschaffen zu haben. Dazu gehörten u.a. die Aufhebung der Beschränkungen des religiösen Lebens aus der Zeit des Faschismus und der Verzicht auf Enteignung der Kirchen. Die konsequente Verwirklichung des Prinzips der Trennung von Staat und Kirche führte aber im Vergleich mit den westlichen Besatzungszonen zu realen Verlusten an Einfluss- und Wirkungsmöglichkeiten der Kirchen. So war das Verhältnis zwischen Staat und Kirche im Gesamtverlauf der Geschichte der DDR, immer eine Mischung aus von beiden Seiten ausgehender Konfrontation und Kooperation…«

 

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4. Jun. 2015, 04:09 Uhr

LeserInnenbrief von Jakob Spatz:

Zu den Verdiensten der (historisch hat sich das so ergeben, weil die Fürsten dort so glücklich damit waren dass “Luther die Laien zu Priestern erklärte und die Fürsten zu Päbsten”, Marx) evangelischen Kirche in der damaligen DDR gehört, den marginalen alternativen, friedensbewegten und antifaschistischen Bewegungen wie auch den Punks in der DDR der 80er Jahre einen Schutzraum gegen ein repressives Obrigkeitsregime geboten zu haben. Wer das getan hat (Lothar König zum Beispiel) ist in der Regel auch heute noch für die Ziele Frieden, Antifaschismus und Umweltschutz/ “Bewahrung der Schöpfung” aktiv. Wer lieber mit der Staatsmacht kungelte (idealtypisch: Präsident Gauck) hält es auch heute noch noch mit dem Kirchenlied: “Lobet die Herren/ denn das ham sie gern/ kommt ihr zuhauf/ Knüppel und Tränengas drauf/ Lobgesang wir es euch lehren”.


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