Donnerstag 21.05.15, 20:17 Uhr
Appell an die vom Streik Betroffenen

Herausforderungen

Das Bochumer Bündnis für Arbeit und soziale Gerechtigkeit hat sich an die streikenden Beschäftigten aus den Sozial- und Erziehungsberufen und die durch den Streik betroffenen Eltern, Unternehmen und Institutionen gewandt: Nach den Warnstreiks in den vergangenen Wochen befinden sich die Beschäftigten in den Sozial- und Erziehungsberufen in einer weiteren Streikphase zur Durchsetzung ihrer Forderungen. Wir solidarisieren uns mit den Kolleginnen und Kollegen und wünschen ihnen und uns einen schnellen Erfolg. Ein schneller Erfolg ist aus unserer Sicht möglich, wenn die verantwortlichen kommunalen Arbeitgeber endlich ein Angebot vorlegen, das ein deutliches Zeichen für die Wertschätzung der Arbeit durch entsprechende Eingruppierung und eine Einkommensentwicklung sichert, die den Beschäftigungen und der damit verbundenen Verantwortung für die nachweislich gute und erfolgreiche Betreuung und Bildung der Kinder entspricht.

Wir wissen um die großen Herausforderungen für die Eltern und wir wissen um die erforderlichen Umstellungen in Unternehmen und Institutionen, die durch die Streiks notwendig werden. Diese Herausforderungen erscheinen für viele aktuell als ein zentrales Problem des Arbeitskampfes. Das ist zweifelsfrei so und birgt für alle Beteiligten zusätzliche Anstrengungen und Probleme im Arbeits- und Lebensalltag.
Aber: diese Herausforderungen sind nicht der Anlass für die zusätzlichen Aufgaben. Anlass ist die Haltung der verantwortlichen Arbeitgeber, die offensichtlich nicht bereits sind ein Angebot vorzulegen, dass eine Einigung möglich macht. Sie verharren in einer Abwehrhaltung und hoffen vielleicht darauf aus dem Blick zu geraten. Das möchten wir nicht zulassen.
Wir bitten alle Beteiligten diese Situation sachlich einzuschätzen und nicht die Streikenden in Verantwortung zu nehmen, sondern mit dazu beizutragen, die Haltung der Arbeitgeber zu verändern.
Nicht die Beschäftigten sind in Verantwortung zu nehmen, wenn deren Aufgaben immer mehr ausgebaut werden und die Wertschätzung und faire Bezahlung auf der Strecke bleibt.
Nicht die Beschäftigten sind in Verantwortung zu nehmen, wenn die städtischen Finanzen nicht ausreichen. Die Verantwortlichen sitzen in der Politik, im Bund, im Land und in den Kommunen. Sie müssen Wege eröffnen, um die berechtigten Forderungen zu erfüllen.
Solidarität mit den Beschäftigten bedeutet für uns – Anerkennung der Arbeit durch Wertschätzung und faire Bezahlung. Den Beschäftigten danken wir für die gute Arbeit – die Arbeitgeber rufen wir dazu auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden.

 
 
 
 


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