Mittwoch 06.05.15, 18:07 Uhr

Sozial- und Erziehungsdienste
wollen bis zur Aufwertung streiken

Ab kommenden Montag, dem 11. Mai werden in Bochum die kommunalen Kindertageseinrichtungen unbefristet bestreikt. „Die Streikfront steht. Wir erwarten, dass alle städtischen Kitas geschlossen bleiben können“, erklärt Gudrun Müller, Geschäftsführerin im ver.di Bezirk Bochum-Herne. Im Tarifkonflikt zur Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe hat die Urabstimmung unter den Bochumer ver.di-Mitgliedern eine sehr deutliche Zustimmung zu unbefristeten Streiks ergeben. In manchen Einrichtungen lag die Zustimmung sogar bei 100 %. Die Eltern wurden von ver.di rechtzeitig über die Streiks und ihre Rechte gegenüber den kommunalen Trägern informiert. „Für besonders hart vom Streik betroffene Eltern sind wir bereit, mit der Stadt über Notdienste zu sprechen“, versichert Gudrun Müller. „Die Verantwortlichen der Stadt Bochum müssen nur auf uns zukommen.“
Zudem appelliert die Gewerkschaft an alle ArbeitgeberInnen in Bochum und Umgebung, den Beschäftigten zu ermöglichen, in Ausnahmefällen das Kind zur Arbeit mitzubringen.„Wir selbst möchten diesen Streik so schnell wie möglich beenden“, macht David Staercke, zuständiger Gewerkschaftssekretär im ver.di Bezirk Bochum-Herne, deutlich. „Voraussetzung ist aber, dass die kommunalen Arbeitgeber den Wert und die Verantwortung der täglichen Arbeit in den Kitas und den anderen Einrichtungen des Sozial- und Erziehungsdienstes endlich auch in der tariflichen Eingruppierung anerkennen“.  Zur Unterstützung unserer Forderungen haben wir die betroffenen Eltern gebeten, gemeinsam mit ihren Kindern und den Streikenden am Montag der Oberbürgermeisterin einen Besuch im Rathaus abzustatten. Siehe Offener Brief. Das Bochumer Stadtoberhaupt soll um aktive Unterstützung gegenüber dem Arbeitgeberverband gebeten werden.
Neben den kommunalen Kitas werden auch SozialarbeiterInnen und SozialpädagogInnen u.a. in den Jugendfreizeithäusern, an Schulen sowie StreetworkerInnen für mehrere Tage ihre Arbeit niederlegen. Außerdem kann es zu Einschränkungen im Allgemeinen Sozialen Dienst kommen.„Wer wie die kommunalen Arbeitgeber selbst nach fünf intensiven Verhandlungsrunden kein Angebot unterbreitet, wer sich einer generellen Aufwertung der Arbeit im Sozial- und Erziehungsdienst verweigert, provoziert den Streik als unser letztes Mittel zur Durchsetzung unserer Forderungen“, macht Thorsten Knüppel, zuständiger Gewerkschaftssekretär im ver.di Bezirk Bochum-Herne, deutlich.

 
 
 
 


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