Dienstag 17.03.15, 10:31 Uhr
Kampf um höhere Löhne in der Privaten Abfallwirtschaft

Warnstreik bei Remondis

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat die Beschäftigten in der Privaten Abfallwirtschaft in dieser Woche zu Warnstreiks aufgerufen. Hintergrund sei ein völlig unzureichendes Angebot der ArbeitgeberInnen in der zweiten Tarifrunde. Um den Druck vor der dritten Runde, die am 26. März 2015 in Berlin stattfindet, zu erhöhen, wurden die Beschäftigten aufgerufen, sich für ein besseres Angebot stark zu machen. „Wir fordern die Arbeitgeber auf, ein deutlich verbessertes Angebot vorzulegen“, betont die zuständige ver.di Gewerkschaftssekretärin, Bettina Gantenberg. Die im Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) organisierten Arbeitgeber hatten in der zweiten Verhandlungsrunde am 17. Februar ein Angebot vorgelegt, nach dem die rund 65.000 Beschäftigten lediglich 1,1 Prozent mehr erhalten sollen. ver.di lehnte dieses als völlig unzureichend ab.
„Die Private Abfallwirtschaft ist eine Branche im Mindestlohnbereich“, so Gantenberg. „Die Entgelte liegen deutlich unter denen der Kommunalen Abfallwirtschaft. Es besteht ein großer Nachholbedarf für die Beschäftigten.“ Auch vergleichbare Branchen wie das Speditionsgewerbe hätten sich in den letzten Jahren in der Entwicklung der Einkommen dynamischer gezeigt. Die Private Abfallwirtschaft verliere daher an Attraktivität, um Fachkräfte wie beispielsweise Berufskraftfahrer zu gewinnen.
„Seit Jahren hat die Leistungsverdichtung zugenommen, die Anforderungen steigen und die Realeinkommen halten mit der Preissteigerung nicht Schritt“, erklärt die Gewerkschafterin. Die Beschäftigten würden endlich eine angemessene Erhöhung ihrer Einkommen erwarten, zumal es im letzten Jahr lediglich eine Einmalzahlung gegeben habe.
ver.di fordert für die Beschäftigten in der Privaten Abfallwirtschaft eine Einkommenserhöhung von sieben Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
Am Mittwoch, 18.03.2015 ruft ver.di die Beschäftigten bei Remondis in Bochum zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Betroffen von der Aktion sind die Abholung des Gewerbemülls, die Sortierung von Papier und Leichtverpackung sowie die Wegereinigung und Müllbeseitigung in Einkaufszentren wie dem Ruhrpark und dem Marler Stern.
Die Streikversammlung beginnt am 18.03.2015 um 5.30 Uhr vor dem Tor der Regionalverwaltung West an der Dieselstr. 3 in Bochum. Ab 9.00 Uhr werden sich dort ebenfalls die Streikenden der Niederlassungen Lünen, Oberhausen und Münster zu einer Demonstration ihres Unmuts einfinden. Gegen 10.00 Uhr fahren die Streikenden in die ver.di Geschäftsstelle an der Universitätsstr.

 
 
 
 


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