Donnerstag 06.11.14, 13:43 Uhr

Wie der Staat die Kirchen finanziert

Am Dienstag, den 11.11. wird Dr. Carsten Frerk um 19 Uhr im Bahnhof Langendreer darüber informieren, wie der Staat die Kirchen finanziert. Der „Protzbau“ des Limburger Bischofssitzes für 31 Mio. Euro hat das Interesse der Öffentlichkeit für die Finanzierung und die Vermögensverhältnisse der Kirchen geweckt. Dabei handelt es sich in Limburg um eine recht kleine Summe: Jährlich erhalten die beiden großen Kirchen in Deutschland, zusätzlich zu ihren Kirchensteuereinnahmen von mehr als 9 Mrd. Euro, staatliche Subventionierungen von etwa 19 Mrd. Euro. Nicht aus den Kirchensteuern, sondern aus von allen SteuerzahlerInnen finanzierten Zusatzleistungen werden die Gehälter von Bischöfen, der Religionsunterricht und vieles mehr bezahlt. Hinzu kommen Krankenhäuser, Pflegeheime, Kindergärten und andere soziale Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft, die zwar zu mehr als 98% durch den Staat finanziert werden, in denen aber die Kirche das Sagen hat. In diesen Betrieben gilt ein besonders vordemokratisches Arbeitsrecht. Geschiedene, offen Homosexuelle, Konfessionsfreie oder Andersgläubige können dort jederzeit gekündigt werden. Selbst die „Entwicklungshilfe“ der kirchlichen Organisationen „Miserior“ oder „Brot für die Welt“ stammt nur zu einem geringen Bruchteil aus kirchlichem Vermögen. Auch hier finanziert der Staat kirchliche Aktivitäten.
Die Veranstaltung thematisiert: Sind diese immensen Privilegien in einem Staat, in dessen Verfassung die weltanschauliche Neutralität festgeschrieben steht, hinnehmbar? Ist es akzeptabel, dass etwa 40% der Steuerzahler, die nicht der Kirche angehören, deren Einrichtungen und Mission mitfinanzieren müssen?
Der Politologe Dr. Carsten Frerk gilt als der best-informierte Wissenschaftler zum Thema Kirchenfinanzen im deutschsprachigen Raum. Er veröffentlichte zuletzt “Violettbuch Kirchenfinanzen. Wie der Staat die Kirchen finanziert” und “Gottes Werk und unser Beitrag. Kirchenfinanzierung in Österreich”.

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6. Nov. 2014, 14:21 Uhr

LeserInnenbrief von Wolfgang vom Ubu:

Weltanschauliche Neutralität ? mit dieser Verfassung kann man nicht mal gut den Arsch abwischen.
Was sagte da eine Christliche DUmpfbacke neulich im Radio zum Thema “Gewalt im Namen der Religion” als Schlusswort , was zu geschehen habe ; “die in Deutschland lebenden Muslime und ihre Organisationen verstärkt in die Verantwortung
nehmen, dass Religion und Staat getrennte Systeme sind …”
aha, ein Recht für uns, ein anderes Recht für die. Das begreifen auch immer mehr .


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