Mittwoch 17.09.14, 10:08 Uhr
Raddemo am Samstag:

„Antreten gegen die Fahrradhölle“

Die Gruppe urbanRadeling Bochum – ein Zusammenschluss aktiver FahrradfahrerInnen aus Bochum und Umgebung – ruft auf zu einer Fahrraddemonstration unter dem Motto „Antreten gegen die Fahrradhölle“ am Samstag, den  20.09.2014 um 11 Uhr vor dem Hauptbahnhof Bochum: »Radfahren ist in Bochum insgesamt ein mühsames und bisweilen gefährliches Unterfangen. In der Innenstadt ist das am meisten zu spüren: Der wenige Platz, der für den fahrenden und ruhenden Verkehr zur Verfügung steht, wird ausserhalb der Einkaufsstrassen fast ausschliesslich für den Autoverkehr reserviert. Geradezu Symbol für diese einseitige Ausrichtung ist der Innenstadtring: Vierspurig wälzen sich Pkws und Schwerlastverkehr um die Innenstadt herum. Fahrradwege? Fehlanzeige! In einigen Bereichen – wie etwa dem Südring – sind Fahrradwege offenbar vor Jahrzehnten mitgeplant worden, werden aber genauso lange als Parkplätze zweckentfremdet.
Wir wollen uns heute den Innenstadtring für den Radverkehr symbolisch zurückholen und fahren vom Hauptbahnhof im Uhrzeigersinn auf dem Ring um die Stadt, wenden wiederum vor dem Bahnhof und fahren gegen den Uhrzeigersinn eine weitere Runde. Anschliessend geht es durch die Bongardstrasse zum Rathaus, wo wir eine kleine Kundgebung machen wollen. Dort befragen wir zwei Leute, die uns etwas aus der Geschichte der Bochumer Fahrraddemos einerseits und zu einer fortschrittlichen zukünftigen Verkehrspolitik andererseits erzählen können…
urbanRadeling Bochum: Eine Initiative für eine radfahrerfreundliche Stadt!
Fahrradfahren liegt definitiv im Trend. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Vielen Menschen dämmert, dass ökologische Alternativen zum Autoverkehr angesichts der Folgen des Klimawandels immer dringlicher werden. Der immer noch wachsene Autoverkehr stösst in den Städten an die Grenzen der Machbarkeit und zerstört urbane Lebensqualität. Jüngere Leute können sich bereits ein Leben ohne Auto und Führerschein vorstellen und entscheiden sich bewusst dazu. Und ein Viertel aller Haushalte haben kein Auto, weil sie sich keins leisten können oder wollen.
Viele Städte in Europa haben auf diese Veränderungen längst reagiert und zur Förderung des Radverkehrs neue Wege eingeschlagen, mit zum Teil begeisternden Ergebnissen. In unserer eigenen Stadt Bochum scheint jedoch die Zeit seit Jahrzehnten stehengeblieben zu sein. Selbst im Vergleich zu den anderen Ruhrgebietstädten ist Bochum bezüglich der Förderung des Radverkehrs und – wen wunderts! – des Anteils des Radverkehrs am Gesamtaufkommen absolutes Schlusslicht. Die Situation für Radfahrerinnen und Radfahrer ist besonders in der Innenstadt und auf vielen Schul- und Arbeitswegen schlichtweg ein gefährlicher Skandal.
An mangelndem Engagement von Bürgerinnen und Bürgerinnen zur Verbesserung dieser Situation hat es in der Vergangenheit nicht gemangelt. Es gab und gibt Demos und Proteste, Ratsanträge und Verbesserungsvorschläge. Manchmal konnte im Detail noch Schlimmeres verhütet werden, doch die Bilanz insgesamt kann uns nicht zufriedenstellen: Trotz allem herrscht in Bochum weiterhin in der herrschenden Politik, Teilen der Verwaltung und der veröffentlichten Meinung eine Sicht auf die (Verkehrs-)Dinge, die eher in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts passen: „Richtiger“ Verkehr ist Autoverkehr, Autoverkehr schafft Wohlstand und Wachstum, Fahrradfahren ist ein Freizeitvergnügen und Maßnahmen für den Fahrradverkehr können dann erfolgen, wenn nach denen für den Autoverkehr noch Geld und Raum übrig ist.
Wir – aktive Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer aus Bochum und Umgebung – wollen raus aus der Defensive und mit vielfältigen Aktionen dauerhaft Druck machen für eine wirkliche Veränderung. Wir treffen uns regelmässig jeden 2. und 4. Samstag im Monat um 11 Uhr im Umweltzentrum in der Alsenstrasse 27, um zu diskutieren und Aktionen zu planen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!«

 
 
 
 


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