Mittwoch 03.09.14, 16:00 Uhr
Eine Stiftung schenkt der Stadt Geld, das sie gar nicht hat!

Konzerthaus 1,1 Mio. € teurer

„Es ist gekommen, wie es kommen musste, die Kosten für den Bau des Musikzentrums werden deutlich höher“, so kommentiert Günter Gleising, Ratsmitglied der Sozialen Liste die jüngste Entwicklung um den Bau des Bochumer Musikzentrums. Der Vorgang mache erneut die enormen Schwierigkeiten deutlich, die die Stadt Bochum mit der Finanzierung des Musikhauses hat. Sie seien ein weiterer Beleg dafür, wie mit Tricks und unverantwortlichen Finanzaktionen ein Prestigeprojekt geschaffen werden soll.

Weiter heißt es in der Erklärung der Sozialen Liste: »In einem weiteren Bauabschnitt soll nun für 1,1. Mio. € auch ein Verwaltungstrakt für die Bochumer Symphoniker gebaut werden. Hierfür will sich die Stadt Bochum, trotz Haushaltssperre, für weitere mindestens 700.000 € (500.000 € Erstellungskosten und fiktiv 200.000 € Zinsen, bei einem Zinssatz v. 2,6 %) verschulden. Die Stiftung Bochumer Symphonie hat sich mit einem Schreiben an Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz verpflichtet, sich mit einer Summe von 600.000 € an dem „Rohbau einer Verwaltungsetage“ zu beteiligen. Allerdings hat die Stiftung das Geld gar nicht, dass sie der Stadt als „Schenkung“ geben will. Wie in Medien verlautet, soll es nur eine Bürgschaftserklärung einer Bank geben.
Die Stadt hat diese Konstruktion bereits in einem Verwaltungsakt in die Wege geleitet. Der Rat soll in seiner nächsten Sitzung nur noch nachträglich der Realisierung zustimmen und die „Schenkung“ annehmen.
Die Soziale Liste im Rat hat immer gesagt, dass der gesteckte Kostenrahmen für das Musikhaus nicht gehalten werden kann. Neben dieser Erhöhung um mindestens 1,1 Mio. € sind weitere Verteuerungen durch Baukostensteigerung, die Nichterfassung aller Kosten und Kostenüberschreitungen im Innenausbau mehr als wahrscheinlich. Für eine deutliche Kostensteigerung sprechen auch die Erfahrungen ähnlicher Projekt der letzten Jahre. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die enormen Kostensteigerungen und Nachbesserungen für den RuhrCongress.«

 
 
 
 


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